Wissensdatenbank der Himmelsphänomene

Was ist eine Mammatus-Wolke, wie unterscheidet man Nebensonne und Halo, und woran erkennt man eine Wallcloud? Hier stehen alle 714 Phänomene, die sich im WEATHERHUNTERS-Archiv verschlagworten lassen — mit deutschem und internationalem Namen, ihrer Entstehung und den Merkmalen, an denen man sie am Himmel sicher erkennt. Zu vielen gibt es auf Knopfdruck Beispielbilder aus dem Gemeinschaftsarchiv.

714 Phänomene in 18 Kategorien

Wolken 64 Einträge

Die 10 Wolkengattungen (WMO)

Cumulus Cumulus (Haufenwolke, Quellwolke) · cumulus (Cu)

Quellwolke, die entsteht, wenn thermisch aufsteigende feuchte Luft ihr Kondensationsniveau erreicht und der Wasserdampf dort sichtbar wird. Erkennbar an scharf abgegrenzten, blumenkohlartigen Quellungen mit hellen, sonnenbeschienenen Oberseiten und einer flachen, dunkleren Basis, die bei allen Exemplaren am Himmel in derselben Höhe liegt.

Cumulonimbus Cumulonimbus (Gewitterwolke) · cumulonimbus (Cb)

Bis in die Tropopause reichende Konvektionswolke, deren oberer Teil aus Eiskristallen besteht und die Schauer, Blitz und Donner erzeugt. Sicheres Merkmal ist der faserig ausgefranste oder zum Amboss ausgebreitete Oberteil. Solange der Gipfel noch scharf und blumenkohlartig gezeichnet ist, handelt es sich um einen Cumulus congestus.

Cirrus Cirrus (Federwolke) · cirrus (Ci)

Reine Eiswolke in etwa sechs bis dreizehn Kilometern Höhe, deren fallende Kristalle vom Höhenwind zu Fäden ausgezogen werden. Erkennbar an weißen, seidig glänzenden Fasern oder Büscheln ohne eigene Schattenpartien. Anders als Cirrostratus bildet Cirrus keine geschlossene Decke und erzeugt in der Regel keinen Halo.

Cirrocumulus Cirrocumulus (kleine Schäfchenwolken) · cirrocumulus (Cc)

Hohe Eiswolkenschicht, die durch schwache Konvektion in ein Feld winziger Körner zerfällt. Kennzeichen sind sehr kleine, rein weiße Schollen ohne jede graue Schattierung, die bei ausgestrecktem Arm kaum breiter als ein Finger erscheinen. Größere und deutlich schattierte Ballen gehören dagegen zum Altocumulus.

Cirrostratus Cirrostratus (hohe Schleierwolke) · cirrostratus (Cs)

Dünner Eiskristallschleier, der den gesamten Himmel überziehen kann und häufig eine herannahende Warmfront ankündigt. Sicherstes Merkmal ist der 22-Grad-Halo um Sonne oder Mond. Der Schleier bleibt so dünn, dass Gegenstände am Boden weiterhin klare Schatten werfen.

Altocumulus Altocumulus (grobe Schäfchenwolken) · altocumulus (Ac)

Mittelhohe Schicht aus Wassertröpfchen in etwa zwei bis sieben Kilometern Höhe, die durch Wellen oder flache Konvektion in Schollen gegliedert wird. Die Ballen zeigen im Unterschied zum Cirrocumulus deutliche graue Schattenseiten und erscheinen bei ausgestrecktem Arm etwa ein bis drei Finger breit.

Altostratus Altostratus (mittelhohe Schichtwolke) · altostratus (As)

Graue, weitgehend gleichmäßige Wolkenschicht mittlerer Höhe, die beim Aufgleiten feuchter Luft an einer Warmfront entsteht. Typisch ist eine Sonne, die nur noch wie hinter Milchglas durchscheint und keine Schatten mehr wirft. Anders als beim Cirrostratus entsteht dabei kein Halo.

Nimbostratus Nimbostratus (Regenschichtwolke) · nimbostratus (Ns)

Dicke, dunkelgraue Schichtwolke, die meist aus einem verdichteten Altostratus hervorgeht und stunden- bis tagelang gleichmäßigen Regen oder Schnee liefert. Sonne und Mond sind vollständig verdeckt. Charakteristisch sind die vom Niederschlag verwaschene Untergrenze und tief darunter treibende dunkle Wolkenfetzen.

Stratocumulus Stratocumulus (Haufenschichtwolke) · stratocumulus (Sc)

Tiefe Wolkendecke aus zusammengewachsenen Ballen und Walzen, die sich unter einer Absinkinversion bildet. Erkennbar an großen, kräftig grau schattierten Schollen mit hellen Spalten dazwischen; die Elemente sind bei ausgestrecktem Arm breiter als drei Finger. Aus Stratocumulus fällt höchstens schwacher Niederschlag.

Stratus Stratus (tiefe Schichtwolke, Hochnebeldecke) · stratus (St)

Strukturlose graue Wolkendecke in geringer Höhe, die aus abgehobenem Nebel oder durch Abkühlung feuchter Luft entsteht. Kennzeichen ist die einheitlich graue, konturlose Unterseite ohne Ballen oder Wellen. Berührt dieselbe Schicht den Boden, spricht man von Nebel; Niederschlag fällt allenfalls als Niesel.

Wolkenarten (Species)

Fibratus Fibratus (faserig) · fibratus (fib)

Wolkenart hoher Eiswolken, deren Kristalle in geraden oder gleichmäßig gekrümmten Fäden ausfallen. Erkennbar an lang gezogenen, feinen Fasern ohne Häkchen und ohne verdickte Büschel an den Enden. Genau diese Endverdickung unterscheidet den hakenförmigen Uncinus vom glatt durchgezogenen Fibratus.

Uncinus Uncinus (hakenförmig) · uncinus (unc)

Cirrus-Art, bei der ein kleines Kristallnest einen Fallstreifen erzeugt, der von der Windscherung schräg nach hinten gezogen wird. Auf dem Foto erkennbar am Komma- oder Hakenschwung mit einem hellen, verdichteten Knoten am oberen Ende; beim geraden Fibratus fehlt dieser Knoten.

Spissatus Spissatus (dicht) · spissatus (spi)

Cirrus, der so dicht und mächtig geworden ist, dass er das Sonnenlicht kaum noch durchlässt; er bleibt häufig als Rest des Ambosses eines abgezogenen Gewitters zurück. Erkennbar daran, dass die Wolke vor der Sonne grau statt weiß erscheint, obwohl sie in großer Höhe liegt.

Castellanus Castellanus (zinnenförmig getürmt) · castellanus (cas)

Wolkenart mit kleinen Quelltürmchen, die aus einer gemeinsamen waagerechten Basislinie aufsteigen und Labilität in der Höhe anzeigen. Kennzeichen sind die zinnen- oder burgartig aufgereihten Türmchen, die höher als breit sind. Sie gelten als Vorbote von Gewittern in den folgenden Stunden.

Floccus Floccus (flockig) · floccus (flo)

Wolkenart aus einzelnen, flockig gequollenen Ballen mit zerfranstem Unterrand, unter denen oft kurze Fallstreifen hängen. Anders als beim Castellanus stehen die Ballen jeweils für sich und sitzen nicht auf einer gemeinsamen durchgehenden Basislinie auf.

Stratiformis Stratiformis (schichtförmig) · stratiformis (str)

Wolkenart, bei der sich eine Gattung in einer waagerechten Schicht über große Teile des Himmels ausbreitet. Erkennbar an einem flächigen, oft bis zum Horizont reichenden Feld gleichartiger Elemente ohne nennenswerte Vertikalentwicklung; sie tritt vor allem bei Altocumulus, Stratocumulus und Cirrocumulus auf.

Nebulosus Nebulosus (nebelartig) · nebulosus (neb)

Wolkenart ohne jede erkennbare Binnenstruktur, die als gleichmäßiger, verwaschener Schleier erscheint. Kennzeichen ist das vollständige Fehlen von Ballen, Wellen oder Fasern; die Wolke wirkt wie eine milchige Trübung des Himmels und kommt vor allem bei Stratus und Cirrostratus vor.

Lenticularis Lenticularis (linsenförmig, Föhnfisch) · lenticularis (len)

Wolkenart, die in stehenden Schwerewellen im Lee von Gebirgen entsteht: Im Wellenberg kondensiert die Luft, im Wellental verdunstet sie wieder. Erkennbar an der glatten, scharf umrissenen Linsen- oder Mandelform, die trotz kräftigen Windes über Stunden am selben Ort stehen bleibt.

Fractus Fractus (zerfetzt) · fractus (fra)

Wolkenart mit zerrissenen, ständig wechselnden Rändern, die durch Turbulenz in bodennaher Feuchtluft entsteht. Erkennbar an kleinen, unregelmäßigen Fetzen ohne feste Form, die sich binnen Sekunden verändern. Sie treten vor allem als Stratus fractus und Cumulus fractus bei Wind und unter Regenwolken auf.

Humilis Humilis (flache Schönwetterwolke) · humilis (hum)

Cumulus-Art mit nur geringer Vertikalentwicklung, weil eine Inversion die Thermik früh deckelt. Kennzeichen ist die deutlich breitere als hohe Form mit flach abgeschnittener Oberseite. Solange ausschließlich Humilis am Himmel steht, ist mit Schauern nicht zu rechnen.

Mediocris Mediocris (mäßig entwickelt) · mediocris (med)

Cumulus-Art mittlerer Größe, deren Höhe etwa ihrer Breite entspricht und deren Oberseite bereits kleine Quellknospen zeigt. Sie steht in der Entwicklung zwischen dem flachen Humilis und dem hoch aufgetürmten Congestus und liefert selbst noch keinen Niederschlag.

Congestus Congestus (aufgetürmt, Blumenkohlwolke) · congestus (con)

Kräftig quellender Cumulus, dessen Aufwind weit über das Kondensationsniveau hinaufreicht. Erkennbar am hoch aufragenden, scharf gezeichneten Blumenkohlkopf, der deutlich höher als breit ist. Bleibt dieser Kopf scharf begrenzt, liegt noch kein Cumulonimbus vor, denn dem fehlt dann der faserige Eisanteil im Gipfel.

Calvus Calvus (kahl) · calvus (cal)

Entwicklungsstufe des Cumulonimbus, in der die obersten Quellungen zu vereisen beginnen und dabei ihre scharfen Konturen verlieren. Erkennbar am weich und glatt gewordenen Wolkengipfel, der noch keine Faserstruktur und keinen ausgebreiteten Amboss zeigt.

Capillatus Capillatus (behaart, mit Eisschirm) · capillatus (cap)

Reife Stufe des Cumulonimbus mit vollständig vereistem Oberteil. Kennzeichen ist der deutlich faserige, haarige oder gestreifte Gipfel, der sich häufig zum Amboss ausbreitet. In dieser Phase sind kräftige Schauer, Blitzschlag und Hagel am wahrscheinlichsten.

Volutus Volutus (Wolkenrolle) · volutus (vol)

Waagerecht liegende Wolkenwalze, die um ihre Längsachse rotiert und als eigenständige Schwerewelle durch die Luft läuft. Sie ist daran zu erkennen, dass sie völlig frei steht und keine Verbindung nach oben hat; die ähnlich aussehende Böenwalze eines Gewitters hängt dagegen an der Cumulonimbus-Basis.

Wolken-Unterarten (Varieties)

Intortus Intortus (verworren) · intortus (in)

Unterart des Cirrus, deren Fasern durch wechselnde Windrichtung in der Höhe unregelmäßig verdreht und ineinandergeschoben werden. Erkennbar am wirren, verschlungenen Fadenmuster ohne gemeinsame Vorzugsrichtung, im klaren Gegensatz zu den parallel ausgerichteten Bändern des Cirrus radiatus.

Vertebratus Vertebratus (fischgrätenartig) · vertebratus (ve)

Unterart des Cirrus, bei der feine Fasern beidseitig von einer durchgehenden Achse abzweigen. Kennzeichen ist das Muster aus Mittelrippe und regelmäßigen Seitenrippen, das an eine Fischgräte oder eine Wirbelsäule erinnert. Anders als beim Intortus bleibt dabei eine klare Hauptachse erkennbar.

Undulatus Undulatus (gewellt) · undulatus (un)

Unterart mit regelmäßiger Wellenstruktur, die durch Schwerewellen an der Grenzfläche zweier unterschiedlich schneller Luftschichten entsteht. Erkennbar an parallelen, gleichmäßig beabstandeten Wellenbergen und -tälern. Die Wellen bleiben flach und geordnet, während Asperitas chaotisch und unterschiedlich tief nach unten ausgebeult ist.

Radiatus Radiatus (strahlig gebändert) · radiatus (ra)

Unterart aus parallelen Wolkenbändern, die durch die Perspektive an einem Punkt am Horizont zusammenzulaufen scheinen. Erkennbar an genau diesem Fluchtpunkt-Effekt: Die Bänder liegen in Wirklichkeit parallel und verlaufen meist in Richtung des Höhenwindes.

Lacunosus Lacunosus (wabenartig gelöchert) · lacunosus (la)

Unterart mit regelmäßig verteilten runden Löchern in einer dünnen Wolkenschicht, die durch kleinräumig absinkende Luft in den Löchern entstehen. Erkennbar am Netz- oder Bienenwabenmuster, bei dem die Löcher und nicht die Wolkenstege die auffälligen Elemente bilden.

Duplicatus Duplicatus (mehrschichtig) · duplicatus (du)

Unterart, bei der dieselbe Wolkengattung in zwei oder mehr übereinanderliegenden Schichten in leicht unterschiedlicher Höhe auftritt. Erkennbar daran, dass sich die Schichten an den Rändern überlappen und gegeneinander verschieben, oft mit sichtbar verschiedener Zugrichtung.

Translucidus Translucidus (durchscheinend) · translucidus (tr)

Unterart einer Wolkenschicht, die dünn genug bleibt, um die Position von Sonne oder Mond klar erkennen zu lassen. Erkennbar an der durch die Wolke hindurch sichtbaren Sonnenscheibe, anders als beim Opacus, der sie vollständig verbirgt.

Perlucidus Perlucidus (mit Lücken) · perlucidus (pe)

Unterart einer geschlossen wirkenden Wolkenschicht mit kleinen Zwischenräumen zwischen den einzelnen Elementen. Erkennbar daran, dass durch diese Lücken blauer Himmel oder höhere Wolken sichtbar werden; hier scheint das Licht durch die Löcher, beim Translucidus dagegen durch die Wolke selbst.

Opacus Opacus (lichtundurchlässig) · opacus (op)

Unterart einer Wolkenschicht, die so dicht ist, dass sich die Position von Sonne oder Mond nicht mehr ausmachen lässt. Erkennbar am gleichmäßig trüben Grau ohne hellen Fleck an der Sonnenstelle; die Beleuchtung am Boden wird flach und schattenlos.

Sonderformen & Begleitwolken (WMO)

Virga Virga (Fallstreifen) · virga (vir)

Niederschlag, der aus der Wolkenunterseite fällt, in der trockenen Luft darunter aber verdunstet oder sublimiert, bevor er den Boden erreicht. Erkennbar an schleierartigen Streifen, die nach unten hin ausfransen und frei in der Luft enden; durch den Windgradienten sind sie oft sichelförmig gebogen.

Praecipitatio Praecipitatio (Niederschlag bis zum Boden) · praecipitatio (pra)

Aus der Wolke fallender Niederschlag, der den Erdboden tatsächlich erreicht. Auf dem Foto daran zu erkennen, dass der graue Niederschlagsschleier durchgehend bis zur Landschaft oder zum Horizont reicht und unten nicht ausfranst. Genau darin liegt der Unterschied zur in der Luft endenden Virga.

Asperitas Asperitas (raue Wogenwolke) · asperitas

Erst 2017 in die WMO-Systematik aufgenommene Sonderform mit stark strukturierter, wellenartig nach unten ausgebeulter Wolkenunterseite, vermutlich verursacht von Schwerewellen in einer scherungsreichen Schicht. Erkennbar am chaotischen Relief, das an eine von unten betrachtete aufgewühlte Meeresoberfläche erinnert; Undulatus zeigt dagegen ruhige, regelmäßige Wellen.

Fluctus Fluctus (Kelvin-Helmholtz-Wellenwolke) · fluctus / Kelvin-Helmholtz waves

Kurzlebige Wellenkämme, die entstehen, wenn zwei übereinanderliegende Luftschichten mit stark unterschiedlicher Geschwindigkeit aneinander abscheren und sich die Grenzfläche einrollt. Unverwechselbar sind die einzelnen brechenden Wellen mit eingerollten Kämmen wie eine Meeresbrandung; sie zerfallen meist innerhalb weniger Minuten.

Cavum Cavum (Hole-Punch-Wolke, Lochwolke) · cavum / fallstreak hole / hole punch cloud

Kreisrundes oder länglich gezogenes Loch in einer Schicht unterkühlter Wolkentröpfchen, meist ausgelöst durch ein durchfliegendes Flugzeug: Die Tröpfchen gefrieren schlagartig, wachsen zu Eiskristallen und fallen aus. Erkennbar am scharf begrenzten Loch mit einem Nest aus Fallstreifen oder Cirrus in seiner Mitte.

Pileus Pileus (Kappenwolke) · pileus (pil)

Glatte, dünne Wolkenhaube, die entsteht, wenn ein rasch aufsteigender Quellwolkenturm die feuchte Luftschicht darüber anhebt und zur Kondensation bringt. Erkennbar an der mützenartig über dem Turm schwebenden Linse, die selbst nicht quillt; sie zeigt einen sehr kräftigen Aufwind an und wird oft binnen Minuten durchstoßen.

Velum Velum (Schleiersegel) · velum (vel)

Dünner, waagerecht ausgedehnter Wolkenschleier, der eine oder mehrere Quellwolken auf mittlerer Höhe durchsetzt und seitlich über sie hinausragt. Anders als der Pileus sitzt das Velum nicht als Kappe obenauf, sondern liegt wie ein Segel um den Turm herum und bleibt deutlich länger bestehen.

Pannus Pannus (Wolkenfetzen) · pannus / scud

Zerrissene, dunkle Wolkenfetzen, die sich in der vom fallenden Niederschlag angefeuchteten Luft unterhalb einer Regen- oder Gewitterwolke bilden. Erkennbar daran, dass sie tiefer als die eigentliche Wolkenbasis hängen und rasch ihre Form ändern. Bei Gewittern werden sie leicht mit Rotation verwechselt, drehen sich aber nicht.

Entstehungs- & Spezialwolken

Genitus-Wolken Genitus-Wolken (aus Mutterwolke entstanden) · genitus clouds

Wolken, die aus Teilen einer bereits vorhandenen Mutterwolke hervorgehen, während diese im Wesentlichen bestehen bleibt. Erkennbar daran, dass die neue Form noch sichtbar mit der Ausgangswolke verbunden ist, etwa als Stratocumulus cumulogenitus, der unter einer Inversion aus zerlaufenden Quellwolken entsteht.

Mutatus-Wolken Mutatus-Wolken (vollständig umgewandelt) · mutatus clouds

Wolken, bei denen sich eine gesamte Wolke innerlich so umbaut, dass sie einer anderen Gattung zuzuordnen ist; die Ausgangswolke verschwindet dabei vollständig. Erkennbar nur im zeitlichen Verlauf: Dieselbe Wolkenfläche wechselt ihr Erscheinungsbild, ohne dass ein Rest der alten Form übrig bleibt.

Pyrocumulus Pyrocumulus (Feuerwolke) · cumulus flammagenitus / pyrocumulus

Quellwolke über einem Wald-, Flächen- oder Industriebrand oder über einem Vulkan; die Hitze erzeugt einen kräftigen Aufwind, die Rauchpartikel wirken als Kondensationskerne. Erkennbar an der hellen Quellwolke, die unmittelbar aus einer grauen oder braunen Rauchsäule herauswächst und direkt über der Wärmequelle sitzt.

Pyrocumulonimbus Pyrocumulonimbus (Feuer-Gewitterwolke) · cumulonimbus flammagenitus

Aus einem Pyrocumulus hervorgegangene Gewitterwolke, deren Aufwind so kräftig wird, dass der Gipfel vereist und bis in die Stratosphäre reichen kann. Erkennbar am Amboss über der Rauchsäule. Solche Wolken erzeugen Blitze und Fallböen und können dadurch neue Brände entzünden.

Silvagenitus Silvagenitus (Waldnebel-Wolke) · stratus silvagenitus

Tiefe Wolke oder Nebelschicht, die sich über Wäldern bildet, weil Verdunstung und Transpiration der Baumkronen die Luft darüber stark befeuchten. Erkennbar an einzelnen Nebelfahnen oder Stratusfetzen, die nach Regen oder am frühen Morgen genau über der Waldfläche stehen und an der Waldkante enden.

Cataractagenitus Cataractagenitus (Wasserfallwolke) · cataractagenitus

Wolke in der Nähe großer Wasserfälle: Das herabstürzende Wasser zerstäubt zu Gischt und erzeugt einen Abwind, dessen Ausgleichsströmung feuchte Luft anhebt und kondensieren lässt. Erkennbar an der ortsfesten Wolken- oder Nebelsäule direkt über dem Wasserfallkessel, die unabhängig von der übrigen Bewölkung besteht.

Homogenitus Homogenitus (anthropogen entstandene Wolke) · homogenitus

Sammelbegriff für Wolken, die durch menschliche Tätigkeit entstehen, etwa über Kühltürmen, Schornsteinen oder als Abgasfahne von Flugzeugen. Erkennbar an der eindeutig identifizierbaren technischen Quelle unmittelbar unterhalb der Wolke oder an einem geradlinigen Verlauf, wie er natürlich nicht vorkommt.

Kondensstreifen Kondensstreifen · contrail

Linienförmige Eiswolke hinter Flugzeugen: Der Wasserdampf des Abgases kondensiert und gefriert in der sehr kalten Höhenluft an Rußpartikeln. Erkennbar am schnurgeraden weißen Streifen. Ob er sich rasch auflöst oder zu breiten Schleiern ausfranst, zeigt an, wie feucht die Luft in Reiseflughöhe gerade ist.

Besondere Wolkenformen

Morning-Glory-Wolke Morning-Glory-Wolke · Morning Glory cloud

Extrem lange Wolkenwalze, die den sichtbaren Kamm einer atmosphärischen Solitärwelle markiert; am regelmäßigsten tritt sie über dem Golf von Carpentaria in Australien auf. Erkennbar an der bis mehrere hundert Kilometer langen, glatten Rolle, die in geringer Höhe heranzieht, oft als Serie mehrerer paralleler Walzen.

Wolkenstraßen Wolkenstraßen · cloud streets

Parallele Reihen von Quellwolken, die entstehen, wenn sich die Konvektion in einer Grundschicht mit gleichmäßigem Wind zu walzenförmigen Zirkulationen ordnet. Erkennbar an langen, geradlinigen Wolkenbändern mit wolkenfreien Gassen dazwischen, die alle in Windrichtung verlaufen; besonders häufig bei Kaltluftausbrüchen über dem Meer.

Bannerwolke Bannerwolke · banner cloud

Wolkenfahne im Lee eines steilen, freistehenden Gipfels, wo ein Unterdruckwirbel Luft anhebt und zur Kondensation bringt. Erkennbar daran, dass sie wie eine Flagge ausschließlich auf der windabgewandten Seite des Gipfels sitzt und ortsfest bleibt, obwohl sie ständig neu gebildet und wieder abgetragen wird.

Föhnmauer Föhnmauer · foehn wall

Kompakte Wolkenwand, die sich beim Aufsteigen und Ausregnen der Luft auf der Luvseite eines Gebirges aufstaut. Vom Lee aus erkennbar als dunkle Wolkenmauer, die scharf am Gebirgskamm endet und hinter der der Himmel abrupt aufklart; genau diese scharfe Kante trennt sie von gewöhnlicher Staubewölkung.

Föhnfenster Föhnfenster (Föhnlücke) · foehn window / foehn gap

Der wolkenfreie Streifen unmittelbar im Lee eines Gebirges, in dem die absinkende Föhnluft erwärmt wird und vorhandene Wolken auflöst. Erkennbar an dem oft schmalen blauen Band zwischen der Föhnmauer über dem Kamm und der weiter im Vorland wieder einsetzenden Bewölkung.

Föhnfische Föhnfische · foehn fish (lenticularis)

Volkstümlicher Name für die linsenförmigen Wolken der Art Lenticularis, die in der Föhnströmung über den Alpen stehen. Erkennbar an den glatten, spindel- oder fischförmigen Einzelwolken hoch über dem Gebirge, die trotz starken Höhenwindes stundenlang an derselben Stelle verharren.

Lenticularis-Stapel Lenticularis-Stapel (Tellerstapel) · pile d'assiettes

Mehrere linsenförmige Wolken, die im selben Wellenberg in verschiedenen Höhen übereinanderliegen, weil dort mehrere Feuchteschichten gleichzeitig ihren Taupunkt erreichen. Erkennbar am charakteristischen Stapel aus zwei bis fünf Linsen, der wie aufeinandergelegte Teller wirkt.

Rotorwolke Rotorwolke · rotor cloud

Turbulente Wolke im Rollenwirbel unterhalb einer Gebirgswelle, wo die bodennahe Strömung zurückläuft. Erkennbar an der zerrissenen, brodelnden Walze, die tiefer liegt als die glatten Linsenwolken darüber und ständig ihre Form ändert. Für Segelflieger und Kleinflugzeuge gilt sie als gefährlich.

Kármán-Wirbelstraße Kármán-Wirbelstraße · von Kármán vortex street

Doppelreihe gegenläufig drehender Wirbel, die im Lee eines Hindernisses, meist einer steilen Insel, abwechselnd von beiden Seiten ablösen. In einer tiefen Wolkendecke erkennbar an der versetzten Kette spiralig eingerollter Wirbel; sichtbar wird dieses Muster in der Regel nur auf Satellitenbildern.

Aktinoforme Wolke Aktinoforme Wolke · actinoform cloud

Großräumiges Muster in maritimen Stratocumulus-Feldern, bei dem sich die Wolken radial wie Speichen oder Blütenblätter um ein Zentrum ordnen. Da der Durchmesser oft mehrere hundert Kilometer beträgt, ist die Struktur praktisch nur auf Satellitenbildern zu erkennen und vom Boden aus nicht auszumachen.

Hufeisenwolke Hufeisenwolke · horseshoe vortex cloud

Sehr kurzlebige Wolke in einem waagerechten Wirbelschlauch, der von einem lokalen Aufwind an einem Ende hochgekippt und dadurch zum Hufeisen gebogen wird. Erkennbar an der kleinen, glatten U- oder Schnurrbartform, die meist nur wenige Minuten Bestand hat und sich dann auflöst.

Cap Cloud Cap Cloud (Gipfelwolke) · cap cloud

Ortsfeste Wolke, die einen Berggipfel unmittelbar einhüllt, weil die anströmende Luft am Hang aufsteigen muss und dabei ihren Taupunkt erreicht. Erkennbar daran, dass sie den Gipfel selbst bedeckt und mit ihm in Kontakt steht; der Pileus schwebt dagegen frei über einer Quellwolke, ohne Bodenberührung.

Jetstream-Cirren Jetstream-Cirren · jet stream cirrus

Langgestreckte Eiswolkenbänder am Rand des Strahlstroms, wo starke Windscherung und Hebung Eiskristalle entstehen lassen. Erkennbar am scharf begrenzten, oft über tausend Kilometer langen Cirrus-Band, dessen eine Längskante glatt und dessen andere ausgefranst wirkt.

Makrelenhimmel Makrelenhimmel · mackerel sky

Volkstümliche Bezeichnung für einen Himmel, den regelmäßige Reihen kleiner Wolkenschollen aus Cirrocumulus oder Altocumulus überziehen. Erkennbar am rippenartigen Muster, das an die Rückenzeichnung einer Makrele erinnert; es zeigt Feuchte und Labilität in der Höhe an und geht häufig einem Wetterwechsel voraus.

Nebel & Dunst 28 Einträge

Nebelarten

Nebel Nebel (Sichtweite unter 1 km) · fog

Bodennah schwebende Wolke aus winzigen Wassertröpfchen, die entsteht, wenn Luft unter ihren Taupunkt abkühlt oder mit Feuchte angereichert wird. Meteorologisch gilt sie erst ab einer Sichtweite unter einem Kilometer als Nebel, darüber als Dunst. Auf dem Foto verschwinden ferne Objekte vollständig, während nahe scharf bleiben.

Strahlungsnebel Strahlungsnebel · radiation fog

Nebel, der in klaren, windschwachen Nächten entsteht, weil der Boden Wärme abstrahlt und die aufliegende feuchte Luft unter ihren Taupunkt kühlt. Erkennbar daran, dass er sich am Abend von unten aufbaut, in Senken und Mulden am dichtesten ist und sich nach Sonnenaufgang von unten her wieder auflöst.

Feine Nebelschleier Feine Nebelschleier (Wiesennebel) · shallow radiation fog

Sehr flache Form des Strahlungsnebels über feuchten Wiesen und Feldern, oft nur wenige Dezimeter mächtig. Erkennbar am dünnen weißen Schleier, der knapp über dem Gras liegt und ihm folgt, während Bäume, Zäune und der Himmel darüber vollkommen klar bleiben.

Bodennebel Bodennebel · ground fog

Flache Nebelschicht, die den Untergrund bedeckt, aber unterhalb der Augenhöhe endet und deshalb den Himmel frei lässt. Erkennbar daran, dass die Sicht in Kopfhöhe noch weit reicht, während Wege, Felder und Fahrzeugräder in einer weißen Decke verschwinden; erst weiter unten bricht die horizontale Sicht zusammen.

Talnebel Talnebel · valley fog

In Tälern und Becken eingeschlossener Nebel, der entsteht, weil nachts kalte Luft die Hänge hinabfließt und sich in der Senke sammelt. Erkennbar an der scharf begrenzten Nebeloberfläche, die an den Hängen wie ein Wasserspiegel abschließt und aus der nur die Bergrücken herausragen.

Advektionsnebel Advektionsnebel · advection fog

Nebel, der entsteht, wenn feuchtwarme Luft über einen deutlich kälteren Untergrund strömt und dabei unter ihren Taupunkt abkühlt. Anders als Strahlungsnebel bildet er sich auch bei kräftigem Wind und zu jeder Tageszeit und zieht als geschlossene Wand heran, statt an Ort und Stelle aufzuquellen.

Seenebel Seenebel (Küstennebel) · sea fog / coastal fog

Advektionsnebel über dem Meer, der entsteht, wenn milde Luft über kaltes Wasser oder eine kalte Meeresströmung zieht. Erkennbar daran, dass er als weiße Wand vom Wasser her landeinwärts treibt und häufig abrupt an der Küstenlinie oder wenige Kilometer im Binnenland endet.

Verdunstungsnebel Verdunstungsnebel (dampfende Gewässer) · evaporation fog / steam fog

Nebel über offenem Wasser, wenn kalte Luft über deutlich wärmeres Wasser streicht: Die verdunstende Feuchte übersättigt die kalte Luft sofort. Erkennbar an den einzeln aufsteigenden Dampfschwaden, die direkt von der Wasseroberfläche wegwirbeln, statt wie andere Nebelarten als flache Schicht aufzuliegen.

Dampfendes Wasser Dampfendes Wasser · steaming water / steam fog

Frühe, noch flache Form des Verdunstungsnebels über einem See, Fluss oder Teich: Die verdunstende Feuchte steigt in die deutlich kältere Luft darüber und kondensiert unmittelbar über der Wasserfläche. Erkennbar an einzelnen, wenige Dezimeter bis Meter hohen Dampfschwaden, die mit dem Wind über das Wasser ziehen und darüber wieder verdunsten, statt eine geschlossene Nebeldecke zu bilden. Typisch an windstillen Herbst- und Wintermorgen, wenn die Luft nachts kälter geworden ist als das träge Wasser darunter.

Seerauch Seerauch (arktischer Meerrauch) · (arctic) sea smoke

Besonders kräftige Form des Verdunstungsnebels, wenn sehr kalte Polarluft über offenes, vergleichsweise warmes Meerwasser strömt. Erkennbar an dichten, hoch aufwirbelnden Dampfsäulen über der Wasserfläche, die bei Temperaturunterschieden von zwanzig Grad und mehr etliche Meter hoch werden können.

Mischungsnebel Mischungsnebel · mixing fog

Nebel, der entsteht, wenn sich zwei nahezu gesättigte Luftmassen unterschiedlicher Temperatur vermischen, denn die Mischung ist dann übersättigt. Erkennbar daran, dass er ohne merkliche Abkühlung genau entlang der Berührungszone beider Luftmassen aufkommt, etwa an einer Front oder am Rand einer Kühlturmfahne.

Frontnebel Frontnebel (Niederschlagsnebel) · frontal / precipitation fog

Nebel, der entsteht, wenn warmer Regen aus der Höhe in eine bodennahe Kaltluftschicht fällt, dort verdunstet und sie bis zur Sättigung befeuchtet. Erkennbar daran, dass er sich während anhaltenden Landregens im Aufgleitbereich einer Warmfront bildet und mit dem Frontdurchgang wieder verschwindet.

Turbulenznebel Turbulenznebel · turbulence fog

Nebel, der entsteht, wenn Windturbulenz feuchte Luft aus Bodennähe nach oben durchmischt und sie dabei abkühlt. Erkennbar daran, dass er anders als Strahlungsnebel bei spürbarem Wind Bestand hat und nicht am Boden aufliegt, sondern mit einer freien Schicht darunter über dem Untergrund schwebt.

Hangnebel Hangnebel (orographischer Nebel) · upslope fog / hill fog

Nebel, der entsteht, wenn Luft an einem Hang aufsteigen muss, sich dabei ausdehnt, abkühlt und ihren Taupunkt erreicht. Erkennbar daran, dass er ortsfest an der Luvseite klebt und erst ab einer bestimmten Höhenlinie einsetzt; für den Talbeobachter ist dieselbe Erscheinung eine Wolke.

Hochnebel Hochnebel · high fog / low stratus

Geschlossene tiefe Stratusdecke, die den Boden nicht berührt und meist unter einer Inversion in feuchter Kaltluft liegt. Erkennbar daran, dass die Sicht am Boden gut bleibt, der Himmel aber gleichmäßig trübgrau und konturlos ist; auf Bergen steht man häufig oberhalb davon in der Sonne.

Eisnebel Eisnebel (Pogonip) · ice fog / pogonip

Nebel, der bei Temperaturen von etwa minus dreißig Grad und darunter nicht mehr aus Tröpfchen, sondern aus schwebenden Eiskristallen besteht. Erkennbar am Funkeln der Kristalle im Sonnen- oder Scheinwerferlicht und an Lichtsäulen und Halos, die im gewöhnlichen Tröpfchennebel nicht entstehen.

Gefrierender Nebel Gefrierender Nebel · freezing fog

Nebel aus unterkühlten Wassertröpfchen, die trotz Temperaturen unter null Grad flüssig bleiben und beim Auftreffen auf Gegenstände sofort festfrieren. Erkennbar daran, dass Zweige, Geländer und Fahrzeuge binnen weniger Stunden einen weißen Eisansatz auf der Windseite ansetzen, während der Nebel selbst unauffällig aussieht.

Hagelnebel Hagelnebel · hail fog

Flacher, dichter Nebel unmittelbar nach einem starken Hagelschlag: Die am Boden liegende Eisschicht kühlt die feuchtwarme Luft darüber schlagartig unter ihren Taupunkt. Erkennbar daran, dass er nur wenige Meter hoch ist und genau der Hagelspur des Gewitters folgt, während daneben klare Sicht herrscht.

Garúa Garúa (Küstenwüstennebel) · garúa

Dichter, nieselnder Küstennebel an der Pazifikküste Perus und Nordchiles, wo der kalte Humboldtstrom die feuchte Meeresluft unter ihren Taupunkt kühlt. Erkennbar an der über Monate geschlossenen grauen Nebeldecke über regenloser Wüstenlandschaft, aus der so viel Feuchte tropft, dass sich Nebeloasen halten.

Tauwetternebel Tauwetternebel · thaw fog

Nebel, der entsteht, wenn milde feuchte Luft über eine noch geschlossene Schneedecke strömt: Der Schnee kühlt die Luft von unten unter den Taupunkt und liefert zugleich Schmelzfeuchte. Erkennbar daran, dass er bei mildem Wetter ausgerechnet über den schneebedeckten Flächen liegt und über schneefreiem Boden aufreißt.

Nebel-Erscheinungen & Sicht

Nebelbank Nebelbank · fog bank

Räumlich eng begrenztes Nebelfeld inmitten klarer Luft, weil nur dort Feuchte, Abkühlung und Windstille zusammentreffen. Erkennbar an der scharf abgesetzten Nebelwand mit freier Sicht davor und dahinter; im Straßenverkehr gilt sie als gefährlich, weil die Sichtweite auf wenigen Metern zusammenbricht.

Nebelmeer Nebelmeer · sea of fog

Geschlossene Nebel- oder Hochnebeldecke, die vom Aussichtspunkt darüber wie eine Wasserfläche wirkt; sie entsteht unter einer Inversion, die feuchte Kaltluft im Tal einsperrt. Erkennbar an der ebenen weißen Oberfläche mit klarer Obergrenze, aus der einzelne Gipfel wie Inseln herausragen.

Nebelwelle Nebelwelle · fog wave

Wellenförmige Störung an der Obergrenze einer Nebel- oder Hochnebeldecke, ausgelöst durch Wind, Geländekanten oder Schwerewellen. Erkennbar an regelmäßigen Wellenkämmen auf der sonst glatten Nebeloberfläche; überströmt der Nebel einen Grat, kann er wie ein Wasserfall in das dahinterliegende Tal hinabstürzen.

Nebeltraufe Nebeltraufe (Nebelniederschlag) · fog drip

Wasser, das anfällt, wenn Nebeltröpfchen an Nadeln, Zweigen oder Netzen ausgekämmt werden, dort zusammenlaufen und abtropfen. Erkennbar daran, dass der Boden unter einzelnen Bäumen dunkel und nass ist, obwohl kein Regen fällt und die offene Fläche daneben trocken bleibt.

Nebelstrahlen Nebelstrahlen (Schattenwurf im Nebel) · fog rays / shadow beams in fog

Lichtbahnen und Schattenstreifen unmittelbar im Bodennebel, etwa hinter Bäumen, Zaunpfählen oder Gebäudekanten. Weil die Lichtquelle vergleichsweise nah ist, fächern sie sichtbar auf. Erkennbar daran, dass die Strahlen greifbar dicht vor dem Beobachter stehen und sich schon nach wenigen Schritten deutlich verändern.

Feuchter Dunst Feuchter Dunst · mist

Trübung der Luft durch schwebende Wassertröpfchen, die die Sicht mindert, aber schwächer als Nebel ist; die Grenze zwischen beiden liegt bei einem Kilometer Sichtweite. Erkennbar daran, dass ferne Landschaftsteile milchig weiß und kontrastarm erscheinen, als Silhouette aber noch klar zu identifizieren sind.

Sichtbare Inversionsschicht Sichtbare Inversionsschicht (Dunstdeckel) · visible inversion layer

Scharfe Obergrenze der bodennahen Luftschicht, unter der sich Feuchte und Schwebteilchen sammeln, weil eine wärmere Schicht darüber den vertikalen Austausch unterbindet. Erkennbar am waagerechten, oft bräunlich oder gelblich gefärbten Trübungsband über der Landschaft, über dem die Luft schlagartig klar und blau wird.

Whiteout Whiteout · whiteout

Sichtverlust in Schnee oder Nebel, bei dem das Licht so oft gestreut wird, dass Schatten, Horizont und Kontraste vollständig verschwinden. Erkennbar daran, dass sich auf dem Foto Himmel und Boden nicht mehr trennen lassen und selbst nahe Geländeformen jede räumliche Wirkung verlieren.

Niederschlag & Hydrometeore 38 Einträge

Regen & flüssiger Niederschlag

Regen Regen · rain

Flüssiger Niederschlag aus Tropfen von mehr als etwa einem halben Millimeter, die durch Zusammenwachsen von Wolkentröpfchen oder durch Schmelzen gefallener Eiskristalle entstehen. Auf dem Foto erkennbar an einzeln auflösbaren Tropfenschlieren und an den Einschlagkränzen, die auf Pfützen und Wasserflächen zurückbleiben.

Nieselregen Nieselregen (Sprühregen) · drizzle

Sehr feiner, dichter Niederschlag aus Tropfen unter einem halben Millimeter, der fast ausschließlich aus tiefen Stratusdecken fällt. Erkennbar daran, dass die Tropfen so langsam sinken, dass sie vom Wind sichtbar seitlich abgetrieben werden und auf Wasserflächen kaum Ringe erzeugen.

Regenschauer Regenschauer · rain shower

Kurzer, räumlich eng begrenzter Regen aus konvektiven Wolken mit rasch wechselnder Intensität. Erkennbar am scharf begrenzten Niederschlagsvorhang unter einer einzelnen Quellwolke, neben dem der Himmel offen bleibt; Beginn und Ende kommen abrupt, während Landregen langsam einsetzt und gleichmäßig bleibt.

Platzregen Platzregen (Wolkenbruch) · cloudburst / downpour

Extrem kräftiger, meist nur Minuten dauernder Guss aus einer Gewitterzelle mit sehr hohen Regenraten. Erkennbar daran, dass sich einzelne Tropfen nicht mehr unterscheiden lassen, das Wasser sofort flächig abfließt und die Sichtweite im Kern des Gusses auf wenige hundert Meter fällt.

Starkregen Starkregen · heavy rain

Warnrelevante Regenmenge in kurzer Zeit, in Deutschland etwa ab fünfzehn bis fünfundzwanzig Liter je Quadratmeter in einer Stunde. Sichtbar wird er weniger am einzelnen Tropfen als an der Wirkung: überlaufende Rinnen, flächiges Abfließen auf Straßen und ein geschlossener grauer Schleier bis zum Boden.

Landregen Landregen (Dauerregen) · steady continuous rain

Gleichmäßiger, langanhaltender Regen aus einer ausgedehnten Nimbostratus-Schicht, meist im Aufgleitbereich einer Warmfront. Erkennbar an der über Stunden nahezu konstanten Intensität und am durchgehend verhangenen Himmel ohne einzeln erkennbare Wolkenstrukturen, im Gegensatz zum kurzen und wechselhaften Schauer.

Serein Serein (Regen aus heiterem Himmel) · serein

Feiner Regen bei scheinbar wolkenlosem Himmel, weil die Tropfen aus einer bereits aufgelösten oder weit entfernten Wolke stammen und vom Wind verdriftet wurden. Erkennbar an vereinzelten Tropfen bei klarer Sicht, meist um Sonnenuntergang; häufig entsteht dabei ein Regenbogen ohne sichtbare Regenwolke.

Gefrierender Regen Gefrierender Regen (Blitzeis) · freezing rain

Unterkühlte Regentropfen, die flüssig bleiben und erst beim Aufprall auf gefrorene Oberflächen zu einer geschlossenen Eisschicht erstarren. Erkennbar daran, dass ganz normal aussehender Regen fällt, während jede Oberfläche binnen Minuten glasklar überzogen wird und Zweige unter der Eislast herabhängen.

Gefrierender Nieselregen Gefrierender Nieselregen · freezing drizzle

Wie gefrierender Regen, jedoch aus sehr feinen unterkühlten Tröpfchen einer tiefen Stratusschicht ohne Eisphase. Erkennbar an einem dünnen, kaum sichtbaren Eisfilm auf nur schwach benässten Oberflächen; gerade weil er optisch fast nicht auffällt, gilt er als tückischer als kräftiger Eisregen.

Schnee & gefrorener Niederschlag

Schnee Schnee · snow

Fester Niederschlag aus Eiskristallen, die in unterkühlten Wolken direkt aus Wasserdampf wachsen und beim Fallen zu Flocken verkleben. Erkennbar an den langsam und flatternd fallenden weißen Flocken; ihre Größe verrät die Temperatur, denn große Flocken entstehen nur nahe null Grad.

Schneeregen Schneeregen · rain and snow mixed / sleet (UK)

Gemischter Niederschlag aus Flocken und Regentropfen, wenn die Schmelzschicht so knapp über dem Boden liegt, dass die Flocken nur teilweise schmelzen. Erkennbar an nassen, halb aufgelösten Flocken, die auf dem Boden sofort zerfließen; die Temperatur liegt dabei fast immer zwischen null und zwei Grad.

Schneegriesel Schneegriesel · snow grains

Sehr kleine weiße, undurchsichtige Eiskörner unter etwa einem Millimeter, die aus tiefen Stratusschichten fallen; sie sind das feste Gegenstück zum Nieselregen. Erkennbar daran, dass die Körner beim Aufprall nicht abprallen und in so geringer Menge fallen, dass kaum eine Schneedecke entsteht.

Reifgraupel Reifgraupel (Schneegraupel) · graupel / soft hail

Weiße, undurchsichtige Körner von etwa zwei bis fünf Millimetern, die entstehen, wenn ein Schneekristall im Aufwind mit unterkühlten Tröpfchen bereift wird. Erkennbar daran, dass die Körner porös und schneeartig sind, sich leicht zerdrücken lassen und auf hartem Boden meist zerbrechen.

Frostgraupel Frostgraupel (Eisgraupel) · small hail

Halbdurchsichtige Körner mit trübem Kern und klarer Eishülle, die entsteht, wenn Reifgraupel kurz anschmilzt und wieder gefriert. Erkennbar an der glänzenden Oberfläche und daran, dass die Körner deutlich fester sind als Reifgraupel und auf hartem Untergrund abprallen, statt zu zerbrechen.

Eiskörner Eiskörner · ice pellets / sleet (US)

Durchsichtige oder milchige Eiskügelchen bis etwa fünf Millimeter, die entstehen, wenn geschmolzene Schneeflocken beim Fall durch eine bodennahe Kaltluftschicht wieder vollständig durchfrieren. Erkennbar am harten Prasseln auf Fensterscheiben und daran, dass die Körner springen; anders als Hagel fallen sie ohne Gewitter.

Hagel Hagel · hail

Eisklumpen ab etwa fünf Millimetern, die in den kräftigen Aufwinden eines Gewitters mehrfach auf und ab getragen werden und dabei Schicht um Schicht Eis ansetzen. Erkennbar an der Größe, am zwiebelartigen Schichtaufbau im Anschnitt und daran, dass Hagel ausschließlich aus Cumulonimbus fällt.

Riesenhagel Riesenhagel · giant hail

Hagelkörner ab etwa fünf Zentimetern Durchmesser, die nur in Superzellen mit sehr starkem und lang anhaltendem Aufwind heranwachsen. Erkennbar an der Größe im Vergleich zu Hand oder Münze und an den oft unregelmäßigen, mit Zacken und Auswüchsen besetzten Formen statt glatter Kugeln.

Eisnadeln Eisnadeln (Diamantstaub, Polarschnee) · diamond dust

Winzige, frei schwebende Eiskristalle, die bei sehr tiefen Temperaturen direkt aus dem Wasserdampf klarer Luft entstehen, ohne dass eine Wolke beteiligt ist. Erkennbar am Funkeln in der Sonne bei wolkenlosem Himmel und an den scharf gezeichneten Halos und Lichtsäulen, die dieser Kristallstaub erzeugt.

Schneefegen Schneefegen (bodennah) · drifting snow

Bereits gefallener Schnee, den der Wind über den Boden treibt, ohne ihn höher als etwa zwei Meter aufzuwirbeln. Erkennbar an den rauchartig über die Schneefläche wandernden Bändern, während die Sicht in Augenhöhe und der Blick zum Himmel unbeeinträchtigt bleiben.

Schneetreiben Schneetreiben · blowing snow

Vom Wind über Augenhöhe hinaus aufgewirbelter Schnee, der die Sichtweite deutlich herabsetzt. Erkennbar daran, dass die Luft bis in Kopfhöhe und darüber voller Schneekörner steht und sich nicht mehr entscheiden lässt, ob zusätzlich Schnee fällt; beim Schneefegen bleibt die Sicht dagegen frei.

Schneesturm Schneesturm (Blizzard) · blizzard

Zusammentreffen von starkem Wind, tiefen Temperaturen und fallendem oder aufgewirbeltem Schnee, das über Stunden zu sehr geringer Sichtweite führt. Erkennbar an waagerecht ziehendem Schnee, rasch anwachsenden Verwehungen und einer Sicht, die auch unmittelbar über dem Boden fast völlig zusammenbricht.

Eissturm Eissturm · ice storm

Länger andauernde Wetterlage mit gefrierendem Regen, bei der sich zentimeterdicke Eispanzer auf Bäumen, Masten und Leitungen aufbauen. Erkennbar an gläsern überzogener, unter der Last herabgebogener Vegetation und an abgebrochenen Ästen; der Niederschlag selbst sieht dabei wie gewöhnlicher Regen aus.

Lake-Effect-Schnee Lake-Effect-Schnee · lake-effect snow

Schmales, sehr ergiebiges Schneeband, das entsteht, wenn kalte Luft über ein deutlich wärmeres, eisfreies Gewässer zieht, Wärme und Feuchte aufnimmt und im Lee konvektiv ausschneit. Erkennbar am scharf begrenzten Streifen extremer Schneemengen, während wenige Kilometer daneben kaum etwas fällt.

Schneeböe Schneeböe · snow squall

Kurzer, heftiger Schneeschauer mit schlagartigem Windsprung, meist an einer Kaltfront oder Konvergenzlinie. Erkennbar an der dunklen, wie eine Wand heranziehenden Böenfront, hinter der die Sicht binnen einer Minute zusammenbricht und die Temperatur fällt; nach wenigen Minuten reißt der Himmel wieder auf.

Besondere Niederschläge & Kuriosa

Blutregen Blutregen (Saharastaub im Regen) · blood rain

Regen, der mineralischen Wüstenstaub auswäscht, den die Höhenströmung zuvor über tausende Kilometer herangeführt hat. Erkennbar nicht am Regen selbst, sondern an den Spuren nach dem Abtrocknen: rötlich braune Flecken und ein feiner Staubbelag auf Fahrzeugen, Fensterscheiben und hellen Flächen.

Schwefelregen Schwefelregen (Pollenregen) · sulphur rain / pollen rain

Regen, der große Mengen Blütenstaub aus der Luft auswäscht, im Frühjahr vor allem Kiefernpollen. Erkennbar an den leuchtend gelben Rändern und Schlieren, die nach dem Abtrocknen in Pfützen, Dachrinnen und auf Fensterbänken zurückbleiben; mit Schwefel hat die Erscheinung nichts zu tun.

Tierregen Tierregen (Fisch- und Froschregen) · animal rain

Sehr seltenes Ereignis, bei dem kleine Tiere mit dem Niederschlag zu Boden gehen; als Ursache gilt, dass eine Wasserhose oder ein Tornado sie aus einem Gewässer aufgenommen und verfrachtet hat. Erkennbar allein an den nach einem Sturm verstreut auf trockenem Boden liegenden Tieren.

Megacryometeor Megacryometeor · megacryometeor

Faust- bis kubikmetergroßer Eisbrocken, der bei wolkenlosem Himmel und ohne Gewitter aus großer Höhe herabstürzt; seine Entstehung ist bis heute umstritten. Erkennbar an der geschichteten Eisstruktur und daran, dass er anders als abgefallenes Flugzeugeis weder Enteisungsmittel noch Abwasserreste enthält.

Gischt Gischt (windaufgewirbelte Wassertropfen) · (blowing) sea spray

Vom Wind von den Wellenkämmen gerissene und fortgetragene Wassertropfen, die als Sprühfahne über der Wasseroberfläche stehen. Erkennbar an weißen Schleiern, die waagerecht von den brechenden Kämmen wegziehen; sie sind ein zuverlässiges Zeichen für Windstärken ab etwa acht Beaufort.

Petrichor Petrichor (Regengeruch) · petrichor

Der charakteristische Geruch nach dem ersten Regen auf trockenem Boden; auftreffende Tropfen setzen dabei winzige Aerosole mit Pflanzenölen und dem Bakterienstoff Geosmin frei. Fotografisch nicht direkt darstellbar, aber typisch für Aufnahmen kurz nach dem Einsetzen von Regen nach längerer Trockenheit.

Schneekristallformen

Plättchen Plättchen · plate crystal

Flacher, sechseckiger Eiskristall, der entsteht, wenn ein Keim in seiner Grundebene schneller wächst als in die Höhe; typisch nahe minus zwei sowie zwischen minus zehn und minus zwanzig Grad. Erkennbar auf der Makroaufnahme an der geschlossenen sechseckigen Scheibe ohne ausladende Arme.

Sterndendrit Sterndendrit · stellar dendrite

Der klassische sechsarmige Schneestern mit reich verästelten Seitenzweigen; er wächst bei etwa minus fünfzehn Grad und hoher Übersättigung besonders rasch in die Fläche. Erkennbar an den sechs gleich langen, fein verzweigten Armen, die alle in einer einzigen Ebene liegen.

Räumlicher Dendrit Räumlicher Dendrit · spatial dendrite

Kristallverband, bei dem verästelte Zweige nicht in einer Ebene, sondern in verschiedene Raumrichtungen wachsen, weil der Keim aus mehreren verwachsenen Einzelkristallen besteht. Erkennbar daran, dass sich auf dem Makrofoto nie alle Arme zugleich scharf stellen lassen, anders als beim flachen Sterndendriten.

Säule Säule (Prisma) · column crystal

Länglicher, sechseckiger Eiskristall, der vorwiegend in die Höhe statt in die Fläche wächst; typisch bei etwa minus sechs Grad und unterhalb von minus zweiundzwanzig Grad. Erkennbar an der stäbchen- oder fassförmigen Gestalt mit sechseckigem Querschnitt und häufig hohlen Enden.

Kapuzensäule Kapuzensäule (bedeckte Säule) · capped column

Kristall, der zunächst als Säule wächst und dann in eine Luftschicht anderer Temperatur gerät, wo an beiden Enden Plättchen ansetzen. Erkennbar an der unverwechselbaren Hantelform: ein kurzer Stab mit je einer sechseckigen Scheibe an seinen beiden Enden.

Eisnadel-Kristall Eisnadel-Kristall · needle crystal

Sehr schlanker, langgestreckter Eiskristall, der in einem engen Temperaturbereich um minus fünf Grad entsteht. Erkennbar an den haarfeinen, geraden Nadeln, die als Schnee ein filziges, watteartiges Gefüge bilden; im Unterschied zur Säule ist die Nadel ein Vielfaches länger als dick.

Unregelmäßige Kristalle Unregelmäßige Kristalle · irregular crystals

Verwachsene, angeschmolzene oder mechanisch beschädigte Kristalle ohne erkennbare Sechseck-Symmetrie; sie stellen in der Natur die weitaus größte Gruppe aller Schneepartikel. Erkennbar am formlosen, körnigen Aussehen unter der Lupe, an dem sich weder Arme noch klare Kanten ausmachen lassen.

Schneeflocke Schneeflocke (Kristall-Aggregat) · snowflake aggregate

Verbund vieler Einzelkristalle, die beim Fallen zusammenstoßen und aneinanderhaften, weil ihre Oberflächen nahe null Grad leicht angetaut sind. Erkennbar daran, dass die Flocke aus mehreren unterschiedlich ausgerichteten Kristallen besteht; die größten Aggregate entstehen bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt.

Eis, Frost & Schnee (bodennah) 57 Einträge

Tau, Reif & Frostansatz

Tau Tau · dew

Wasser, das sich in klaren, windschwachen Nächten an Oberflächen niederschlägt, die durch Wärmeabstrahlung unter den Taupunkt der Luft abgekühlt sind. Erkennbar an den runden, klaren Tröpfchen auf Gräsern, Blättern und Fahrzeugdächern am frühen Morgen; die Temperatur der Oberfläche bleibt dabei über null Grad.

Gefrorener Tau Gefrorener Tau (weißer Tau) · frozen dew / white dew

Tau, der sich zunächst als flüssiger Tropfen bildet und erst danach gefriert, weil die Oberflächentemperatur nachträglich unter null Grad sinkt. Erkennbar an den erhaltenen Tropfenformen, die als kleine milchige Eisperlen auf dem Blatt sitzen; echter Reif bildet dagegen federartig verzweigte Kristalle.

Tau am Spinnennetz Tau am Spinnennetz · dew on spider webs

Taubildung an den Fäden eines Spinnennetzes, dessen feine Struktur besonders rasch abkühlt und wegen der großen Oberfläche viele Tropfen trägt. Erkennbar an den perlschnurartig aufgereihten Tröpfchen entlang der Fäden, die das sonst unsichtbare Netz im Gegenlicht deutlich hervortreten lassen.

Reif Reif · hoar frost

Eisbeschlag, der entsteht, wenn Wasserdampf an einer Oberfläche unter null Grad unmittelbar zu Eis resublimiert, ohne vorher flüssig zu werden. Erkennbar an den feinen, federartig oder nadelig gewachsenen Einzelkristallen mit klar erkennbarer Struktur, im Unterschied zum körnigen Belag aus nachträglich gefrorenen Tautropfen.

Raureif Raureif (Advektionsreif) · advection hoar

Reifform, bei der feuchte Luft an einem kalten Gegenstand vorbeiströmt und der Wasserdampf dort resublimiert. Erkennbar daran, dass die Kristalle vorwiegend auf der windzugewandten Seite sitzen und dem anströmenden Wind entgegenwachsen, während sich gewöhnlicher Reif bei Windstille rundum gleichmäßig ablagert.

Raureif-Nadeln Raureif-Nadeln · hoar frost needles

Besonders langgestreckte Reifkristalle, die bei starker Übersättigung und nahezu ruhender Luft über Stunden ungestört wachsen können. Erkennbar an den bis mehrere Zentimeter langen, geraden Eisnadeln, die einzeln von Zweigen, Zäunen oder Steinen abstehen und schon bei leichter Berührung abbrechen.

Oberflächenreif Oberflächenreif (auf Schneedecke) · surface hoar

Reif, der sich in klaren Nächten auf einer vorhandenen Schneedecke bildet, weil diese besonders stark Wärme abstrahlt. Erkennbar an großen, glitzernden Blättchen und Bechern, die lose obenauf liegen; wird er später eingeschneit, bildet er eine gefährliche Schwachschicht in der Lawinendecke.

Tiefenreif Tiefenreif (Schwimmschnee) · depth hoar

Becherförmige Kristalle, die im Inneren der Schneedecke wachsen, wenn ein starkes Temperaturgefälle Wasserdampf von unten nach oben transportiert. Erkennbar im Schneeprofil an lose aufeinanderliegenden, kantigen Bechern, die kaum aneinander haften und beim Umschütten wie grober Zucker rieseln.

Spaltenreif Spaltenreif · crevasse hoar

Reif, der in Gletscherspalten, Höhlen und anderen geschützten Hohlräumen wächst, weil dort feuchte Luft ruhig steht und langsam an kalten Wänden resublimiert. Erkennbar an außergewöhnlich großen, ungestört ausgebildeten Kristallplatten, die frei an den Wänden und Decken solcher Hohlräume hängen.

Raufrost Raufrost (Anraum) · soft rime

Weicher, poröser Eisansatz, der entsteht, wenn unterkühlte Nebeltröpfchen bei schwachem Wind auf kalte Gegenstände treffen und dort sofort festfrieren. Erkennbar am federleichten weißen Belag mit sichtbaren Lufteinschlüssen, der sich schon mit dem Finger von Zweigen und Geländern abstreifen lässt.

Raueis Raueis · hard rime

Harter, dicht gepackter Eisansatz aus unterkühlten Nebeltröpfchen, die bei stärkerem Wind und größerem Tropfendurchmesser auftreffen. Erkennbar am milchig weißen, fest haftenden Panzer, der sich anders als Raufrost nur mit Werkzeug lösen lässt und an Masten und Bäumen zu schweren Lasten anwachsen kann.

Klareis Klareis · clear ice

Durchsichtiger, blasenarmer Eisansatz, der entsteht, wenn Wasser so langsam gefriert, dass die eingeschlossene Luft entweichen kann. Erkennbar am glasklaren, glatten Überzug, durch den die Farbe des Untergrunds hindurchscheint, im Gegensatz zum milchig getrübten Raueis mit seinen Lufteinschlüssen.

Glatteis Glatteis · glaze ice / black ice

Dünne, glasklare Eisschicht auf Straßen und Wegen, meist durch gefrierenden Regen oder überfrierende Nässe auf gefrorenem Untergrund entstanden. Erkennbar daran, dass die Fläche eher nass als eisig aussieht und Markierungen ungewöhnlich stark spiegeln, weshalb sie so schwer rechtzeitig zu erkennen ist.

Bodenfrost Bodenfrost · ground frost

Frost, bei dem die Temperatur unmittelbar über dem Erdboden unter null Grad fällt, während die Luft in der amtlichen Messhöhe von zwei Metern noch frostfrei bleibt. Erkennbar an weißen Reifflächen auf Rasen, Dächern und Fahrzeugen, obwohl Thermometer in Kopfhöhe Plusgrade anzeigen.

Schwarzfrost Schwarzfrost (Kahlfrost) · black frost

Frost ohne sichtbaren Eisbeschlag, weil die Luft zu trocken ist, als dass sich Reif bilden könnte. Erkennbar erst an der Wirkung: Blätter und junge Triebe erfrieren, werden schlaff und färben sich dunkelbraun bis schwarz, obwohl der Frost selbst keine weiße Spur hinterlassen hat.

Fensterfrost Fensterfrost (Eisblumen am Fenster) · window frost / fern frost

Verzweigte Eiskristalle auf einer Glasscheibe, die entstehen, wenn Wasserdampf der warmen Innenluft an der unter null Grad kalten Scheibe resublimiert. Erkennbar am flächigen Farn- oder Federmuster, das entlang von Kratzern und Staubkörnchen verläuft, weil diese als Kristallisationskeime wirken.

Eisgebilde & Schneeformen

Eiszapfen Eiszapfen · icicle

Hängendes Eisgebilde, das entsteht, wenn Schmelzwasser an einer Kante herabläuft und die Tropfenspitze fortlaufend anfriert. Erkennbar an der gleichmäßig nach unten spitz zulaufenden Form mit dünnem Wasserkanal im Inneren; sie setzt Tauwetter am Tag und Frost in der Nacht voraus.

Eisspieße Eisspieße · ice spikes

Nach oben herauswachsende Eisstacheln auf gefrierendem Wasser: Die Oberfläche schließt sich, und das ausdehnende Wasser darunter wird durch ein verbliebenes Restloch nach oben gepresst, wo es weiter anfriert. Erkennbar am dünnen, schräg aufragenden Spieß auf Vogeltränken, Eiswürfeln oder flachen Behältern.

Haareis Haareis · hair ice

Feine, seidige Eisfäden auf feuchtem Totholz von Laubbäumen; sie bilden sich nur, wenn der Pilz Exidiopsis effusa im Holz aktiv ist und das ausgepresste Wasser haarförmig gefrieren lässt. Erkennbar an den haarfeinen, gelockten weißen Büscheln, die ausschließlich auf entrindetem Totholz sitzen.

Kammeis Kammeis (Nadeleis) · needle ice

Bündel senkrechter Eisnadeln, die aus feuchtem, nicht durchgefrorenem Boden herauswachsen, weil Kapillarkräfte Wasser nachziehen, das an der Oberfläche anfriert. Erkennbar an den parallelen Nadelsäulen, die den Oberboden anheben und häufig eine dünne Erdkrume auf ihren Spitzen mittragen.

Eisbänder an Pflanzenstängeln Eisbänder an Pflanzenstängeln · ice ribbons / frost flowers (plants)

Dünne, gekräuselte Eisbänder, die aus Längsrissen in den Stängeln krautiger Pflanzen austreten: Der Frost presst den Saft heraus, der an der Luft sofort gefriert. Erkennbar an den bandartig eingerollten Eisblättern unmittelbar am Stängel, meist nur wenige Zentimeter über dem Boden.

Eisblumen auf Eisflächen Eisblumen auf Eisflächen · frost flowers (lake ice)

Kristallmuster in einer frisch gefrorenen Eisfläche von Teichen oder Pfützen, die beim raschen Durchfrieren entlang der Kristallgrenzen entstehen. Erkennbar an den farn- oder federartigen Zeichnungen, die flächig in der Eisscheibe liegen und anders als Reif nicht aufliegen, sondern im Eis selbst stecken.

Eismuster gefrorener Pfützen Eismuster gefrorener Pfützen · frozen puddle ice patterns

Streifen, Ringe und Blasenmuster im Eis einer Pfütze, die entstehen, wenn das Wasser darunter versickert oder das Eis in Etappen durchfriert und dabei Gas einschließt. Erkennbar an weißlichen Blasenketten und stufenartigen Etagen, die das schrittweise Absinken des Wasserspiegels nachzeichnen.

Aufeis Aufeis (Naledi) · aufeis / icing

Eiskörper, der über den Winter anwächst, weil Quell- oder Flusswasser immer wieder über bereits gefrorene Schichten austritt und dort erneut gefriert. Erkennbar an der Abfolge übereinandergelegter Eisplatten in einem Bachbett oder auf einer Straße, die den Talboden weit über das normale Wasserniveau anhebt.

Eisscheibe Eisscheibe (Eiskreis) · ice disc / ice circle

Fast kreisrunde Eisplatte auf einem Fließgewässer, die von einem Wirbel langsam gedreht und dabei an den Rändern rund geschliffen wird. Erkennbar an der auffällig regelmäßigen Kreisform mit abgeriebenem Rand, die sich sichtbar dreht, während die Umgebung fest gefroren oder offen ist.

Kerzeneis Kerzeneis (Säuleneis) · candle ice

Zerfallendes Eis, das im Frühjahr entlang seiner senkrechten Kristallgrenzen aufschmilzt und dadurch in lange Stäbe zerfällt. Erkennbar daran, dass die Eisfläche unter Belastung in senkrechte Säulen auseinanderbricht und angeschwemmte Bruchstücke am Ufer wie Glasröhrchen klirren.

Grundeis Grundeis (Ankereis) · anchor ice

Eis, das sich am Gewässerboden an Steinen und Pflanzen festsetzt, wenn stark durchmischtes Wasser leicht unterkühlt ist und Eiskristalle dort anhaften. Erkennbar an schwammartigen, trüben Eispolstern auf Kiesbänken unter der Wasseroberfläche, während der Fluss darüber weiterhin offen bleibt.

Eisvulkan Eisvulkan (an Seeufern) · ice volcano

Kegelförmiger Eishügel am Ufer eines zugefrorenen Sees, den die Brandung aufbaut: Wellen drücken Wasser durch ein Loch in der Eisdecke, das ringsum gefriert. Erkennbar am Kegel mit offener Öffnung im Scheitel, aus der bei jedem kräftigen Wellenschlag eine Fontäne herausspritzt.

Gefrorene Gischt Gefrorene Gischt · spray ice

Eispanzer, der entsteht, wenn windverwehte Wassertropfen auf Uferfelsen, Geländern oder Schiffsaufbauten treffen und dort sofort festfrieren. Erkennbar an der einseitig zum Wasser hin gewachsenen, wulstigen Eisschicht, die alle Kanten abrundet und Gegenstände in gleichmäßig geschwungene Eisskulpturen verwandelt.

Eisbälle am Strand Eisbälle am Strand · ice balls / ice eggs

Runde Eisklumpen im Uferbereich großer Seen und Meere, die entstehen, weil die Brandung Eisbrei fortwährend rollt und dabei rund formt. Erkennbar an den ei- bis kugelförmigen, matten Klumpen, die zu hunderten dicht an dicht entlang der Wasserlinie liegen.

Gefrorener Wasserfall Gefrorener Wasserfall · frozen waterfall

Wasserfall, dessen Strahl bei anhaltendem Frost von außen nach innen zufriert, während dahinter oft noch Wasser fließt. Erkennbar an den mächtigen, säulenförmig herabhängenden Eiszapfenbündeln, die die Fallkante nachzeichnen, und an der oft blauen Färbung des dicht gewachsenen Eises.

Schneewalze Schneewalze · snow roller

Zylindrische Schneerolle, die der Wind über eine glatte Altschneefläche treibt, wenn eine feuchte Neuschneeschicht darauf haftet. Erkennbar an der hohlen Rolle mit offener Stirnseite und der Spur, die sie im Schnee hinterlassen hat; von Hand geformte Kugeln zeigen eine solche Spur nicht.

Büßerschnee Büßerschnee (Penitentes) · penitentes

Feld aus schlanken, geneigten Schnee- und Eiszacken, das in großen Höhen bei intensiver Sonne und sehr trockener Luft entsteht, weil der Schnee in Mulden bevorzugt sublimiert. Erkennbar an den bis mehrere Meter hohen, dicht stehenden Klingen, die alle in Richtung Sonne geneigt sind.

Sonnenmulden Sonnenmulden (Ablationsmulden) · sun cups

Regelmäßige Vertiefungen in einer Schneefläche, die entstehen, weil Sonnenlicht in bereits vorhandenen Mulden mehrfach reflektiert wird und dort stärker abträgt. Erkennbar am wabenartigen Muster flacher Näpfe mit schmalen Graten dazwischen; sie bleiben deutlich flacher als die klingenartigen Penitentes.

Sastrugi Sastrugi (Windgangeln) · sastrugi

Vom Wind aus hartem Altschnee herausgearbeitete Rippen und Kämme, wie sie auf Eisschilden und weiten Hochflächen entstehen. Erkennbar an scharfkantigen, wellenartig gestaffelten Graten, die alle in Richtung des vorherrschenden Windes ausgerichtet sind und eine harte, tief gefurchte Oberfläche bilden.

Schneewechte Schneewechte · snow cornice

Überhängender Schneekörper an einem Grat, den der Wind auf der windabgewandten Seite anwehen lässt, wo die Strömung abreißt. Erkennbar am scharfen Grat mit weit über die Kante hinausragender Schneenase; sie kann unter Belastung abbrechen und stellt für Bergsteiger eine erhebliche Gefahr dar.

Schneeverwehung Schneeverwehung · snowdrift

Angehäufter Schnee im Windschatten von Hindernissen wie Zäunen, Mauern oder Böschungen, wo der Wind seine Schneefracht fallen lässt. Erkennbar an der asymmetrischen Form mit sanftem Anstieg auf der Luvseite und steilem Abbruch dahinter; direkt hinter dem Hindernis bleibt oft eine schneefreie Kuhle.

Schneefahne Schneefahne (am Berggipfel) · snow banner

Wehende Fahne aus aufgewirbeltem Schnee an einem Gipfelgrat, die der starke Höhenwind über die Kante trägt. Erkennbar daran, dass sie körnig und undurchsichtig wirkt und direkt am Grat ansetzt, während die glatte Bannerwolke aus kondensierten Tröpfchen erst hinter dem Gipfel entsteht.

Yukimarimo Yukimarimo (Frostflaum-Kugeln) · yukimarimo

Lockere Kügelchen aus feinen Reifkristallen, die auf dem antarktischen Hochplateau bei extremer Kälte entstehen: Elektrostatisch aufgeladene Kristalle ballen sich zusammen, sobald ein schwacher Wind sie über den Schnee rollt. Erkennbar an den watteartigen, wenige Zentimeter großen Bällchen, die lose auf der Oberfläche liegen.

Firnspiegel Firnspiegel · firnspiegel / firn mirror

Dünne, durchsichtige Eishaut auf einer Schneefläche: Die Sonne taut den Schnee dicht unter der Oberfläche an, das Schmelzwasser gefriert obenauf wieder zu einer geschlossenen Schicht. Erkennbar an der spiegelnden, glasigen Fläche, die im flachen Licht blendet und beim Betreten wie eine dünne Scheibe zerbricht.

Schneematsch Schneematsch · slush

Gemisch aus Schnee und flüssigem Wasser, das entsteht, wenn eine Schneedecke bei Temperaturen um null Grad ihre Struktur verliert oder Streusalz sie auflöst. Erkennbar an der grau-braunen, breiigen Masse ohne erkennbare Kristallstruktur, die sich unter Druck sofort zu Wasser verflüssigt.

Blutschnee Blutschnee (Wassermelonenschnee) · watermelon snow / red snow

Rötlich gefärbte Schneefläche, verursacht von der Schneealge Chlamydomonas nivalis, deren rotes Pigment sie gegen die starke UV-Strahlung abschirmt. Erkennbar an rosa bis rotbraunen Flecken auf Altschneefeldern im Sommerhalbjahr, die sich beim Darübergehen als farbige Spur in den Schnee eintreten lassen.

Geschlossene Schneedecke Geschlossene Schneedecke · continuous snow cover / snowpack

Zusammenhängende Schneeschicht, die den Untergrund vollständig bedeckt; amtlich gilt sie, sobald mehr als die Hälfte der Beobachtungsfläche bedeckt ist. Erkennbar daran, dass weder Grasnarbe noch dunkler Boden durchscheinen; sie verändert Strahlungshaushalt und Temperaturverlauf am Boden grundlegend.

Eis auf Meer & Gewässern

Frostblumen Frostblumen (auf Meereis) · frost flowers (sea ice)

Büschel großer Eiskristalle auf sehr jungem, noch salzfeuchtem Meereis: Die vergleichsweise warme Eisoberfläche übersättigt die extrem kalte Luft darüber, sodass Kristalle nach oben wachsen. Erkennbar an den blütenartig aufragenden, versalzenen Büscheln, die nur auf frisch gefrorener, ebener Neueisfläche stehen.

Frazileis Frazileis (Eisbrei) · frazil ice

Erste Stufe der Meereisbildung: In bewegtem, leicht unterkühltem Wasser entstehen frei schwebende nadel- und plättchenförmige Eiskristalle. Erkennbar daran, dass das Wasser trüb und suppig wirkt und noch keine tragfähige Decke bildet, während die Oberfläche weiterhin der Dünung folgt.

Fetteis Fetteis · grease ice

Nächste Stufe nach dem Frazileis, in der sich die Kristalle an der Oberfläche zu einer zähen Schicht sammeln. Erkennbar am matten, öligen Glanz und daran, dass die Wasseroberfläche träge und gedämpft wirkt, weil die Schicht die kurzen Wellen wegschluckt.

Nilas Nilas (dünne Neueishaut) · nilas

Elastische, wenige Zentimeter dünne Eishaut, die auf ruhiger See aus Fetteis zusammenwächst. Erkennbar daran, dass sie sich unter der Dünung biegt, ohne zu brechen, und dunkel wirkt, weil das Wasser durchscheint; unter Druck schiebt sie sich zu fingerförmig verzahnten Mustern übereinander.

Pfannkucheneis Pfannkucheneis (Tellereis) · pancake ice

Runde Eisschollen mit aufgeworfenen Rändern, die in bewegtem Wasser entstehen, weil einzelne Eisflecken ständig gegeneinanderstoßen und sich dabei rund reiben. Erkennbar an den flachen, annähernd gleich großen Scheiben mit hochgebogenem Rand, die dicht an dicht auf der Dünung schaukeln.

Eisscholle Eisscholle · ice floe

Zusammenhängendes, frei schwimmendes Stück Meer- oder Flusseis, das aus einer aufgebrochenen Eisdecke hervorgegangen ist. Erkennbar an der unregelmäßigen, kantigen Umrissform mit frischen Bruchkanten; anders als beim Pfannkucheneis fehlt der rundgeriebene, hochgebogene Rand.

Treibeis Treibeis · drift ice

Lose auf dem Wasser schwimmende Eisschollen mit offenen Wasserflächen dazwischen, sodass Wind und Strömung sie frei bewegen können. Erkennbar an einzelnen, deutlich getrennten Schollen mit dunklen Wasserlücken, deren Anordnung sich von Aufnahme zu Aufnahme sichtbar verschiebt.

Packeis Packeis · pack ice

Dicht zusammengeschobenes Meereis, dessen Schollen sich berühren und gegeneinander verkeilen, sodass kaum offenes Wasser übrig bleibt. Erkennbar an der nahezu geschlossenen, aber sichtbar aus Einzelschollen zusammengesetzten Fläche mit aufgeworfenen Kanten entlang der Schollengrenzen.

Presseisrücken Presseisrücken · pressure ridge

Wall aus aufgetürmten Eisbrocken entlang einer Linie, an der zwei Eisfelder gegeneinandergeschoben werden und das Eis nach oben ausweicht. Erkennbar am langgestreckten, chaotisch aufgetürmten Rücken, der aus der ebenen Eisfläche herausragt; unter Wasser reicht ein noch größerer Kiel nach unten.

Eisriss Eisriss (Rinne im Eis) · ice crack / lead

Langgestreckter Spalt in einer geschlossenen Eisdecke, der aufreißt, wenn Wind oder Strömung die Eisfelder auseinanderziehen. Erkennbar am schmalen, oft schnurgeraden dunklen Streifen offenen Wassers, über dem bei starkem Frost regelmäßig Seerauch aufsteigt.

Polynja Polynja (offenes Wasser im Eis) · polynya

Dauerhaft eisfreie Wasserfläche inmitten geschlossener Eisdecke, offengehalten durch ablandigen Wind oder durch aufsteigendes wärmeres Tiefenwasser. Erkennbar an der ausgedehnten, eher rundlichen offenen Fläche, die im Gegensatz zum schmalen Eisriss über Wochen an derselben Stelle bestehen bleibt.

Eisstoß Eisstoß (Eisschub ans Ufer) · ice shove

Vorgang, bei dem Wind und Strömung eine Eisdecke gegen das Ufer schieben, wo sich das Eis auftürmt und über Land gedrückt wird. Erkennbar an den meterhohen, an Land geschobenen Eisscherben und an beschädigter Ufervegetation oder verschobenen Bauwerken am Wasserrand.

Eisberg Eisberg (blaues und gestreiftes Eis) · iceberg (blue / striped ice)

Vom Gletscher oder Schelfeis abgebrochener Süßwassereiskörper, dessen Eis unter jahrhundertelangem Druck blasenfrei geworden ist und deshalb blau erscheint. Erkennbar an der blauen Färbung sowie an Streifen aus eingeschlossenem Sediment oder wieder gefrorenem Schmelzwasser, die das Eis durchziehen.

Tideeisbruch Tideeisbruch (ATMOS-Wortschöpfung) · tidal ice collapse

Bezeichnung für das Aufbrechen ufernaher Eisdecken durch den Tidenhub: Das am Ufer festliegende Eis wird zweimal täglich gehoben und gesenkt, bis es entlang der Wasserlinie bricht. Erkennbar an der gestuften Bruchzone aus schräg gestellten Eisplatten genau zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie.

Halo-Phänomene 61 Einträge

Häufige Halos

22°-Ring 22°-Ring (kleiner Ring) · 22° halo

Ringförmiger Halo im Abstand von etwa 22 Grad um Sonne oder Mond, erzeugt durch Brechung an den 60-Grad-Seitenflächen zufällig orientierter Eissäulchen in hohen Cirrostratus-Schleiern. Erkennbar am rötlichen Innenrand und am auffallend dunklen Loch in der Ringmitte. Anders als eine Korona liegt er weit von der Lichtquelle entfernt, etwa eine ausgestreckte Handspanne.

Mondhalo Mondhalo (22°-Ring um den Mond) · lunar halo

Derselbe 22-Grad-Ring, nur um den Mond statt um die Sonne, entstanden an zufällig ausgerichteten Eiskristallen eines Cirrostratus. Weil das Mondlicht schwach ist, wirkt der Ring für das Auge meist rein weißlich, und erst auf einer längeren Belichtung tritt der rötliche Innenrand hervor. Er gilt als Vorbote einer aufziehenden Warmfront.

46°-Ring 46°-Ring (großer Ring) · 46° halo

Sehr seltener, blasser Ring mit rund 46 Grad Radius um die Sonne, gebrochen an den rechtwinkligen Kanten zwischen Grund- und Seitenfläche zufällig orientierter Eissäulchen. Er ist etwa sechsmal schwächer als der 22°-Ring, wirkt fast weiß und läuft geschlossen um — daran unterscheidet er sich von Supralateral- und Infralateralbogen, die nur farbige Teilstücke bilden.

Nebensonnen Nebensonnen · sun dogs / parhelia

Helle, oft farbige Lichtflecke links und rechts der Sonne auf genau derselben Höhe, gebrochen an waagerecht schwebenden Eisplättchen. Bei tiefer Sonne stehen sie dicht am 22°-Ring und rücken mit steigender Sonne nach außen. Kennzeichen ist der zur Sonne zeigende rote Rand mit weißlichem Schweif nach außen; ein bloßer heller Fleck im Ring ohne diesen Schweif ist keine Nebensonne.

Nebenmonde Nebenmonde · moon dogs / paraselenae

Nebensonnen des Mondes: zwei blasse Lichtflecke in etwa 22 Grad Abstand beiderseits des Mondes, auf dessen Höhe, entstanden an waagerecht liegenden Eisplättchen. Wegen der geringen Helligkeit erscheinen sie fast immer farblos weiß und sind nur bei nahezu vollem Mond und dünnem Cirrostratus zu erkennen.

Zirkumzenitalbogen Zirkumzenitalbogen · circumzenithal arc

Kräftig gefärbter Bogen hoch über der Sonne, dicht unter dem Zenit, dessen Enden nach unten weisen und der dadurch wie ein lachender Mund wirkt. Das Licht tritt oben in waagerechte Eisplättchen ein und seitlich wieder aus. Sicheres Merkmal: Rot liegt außen, zur Sonne hin, die Farbfolge ist gegenüber dem Regenbogen umgekehrt; möglich nur bei Sonnenhöhen unter 32 Grad.

Zirkumhorizontalbogen Zirkumhorizontalbogen (Feuerregenbogen) · circumhorizontal arc

Waagerechter, leuchtend bunter Bogen weit unterhalb der Sonne, rund 46 Grad tiefer und parallel zum Horizont; er entsteht in waagerechten Eisplättchen, in die das Licht durch die Oberseite eintritt und seitlich austritt. Er ist nur bei Sonnenhöhen über 58 Grad möglich, in Mitteleuropa also allein im Hochsommer um die Mittagszeit. Rot liegt oben, zur Sonne hin.

Oberer Berührungsbogen Oberer Berührungsbogen · upper tangent arc

Bogen, der den 22°-Ring an seinem höchsten Punkt von außen berührt und aus waagerecht liegenden Eissäulchen entsteht. Seine Form wechselt mit der Sonnenhöhe: bei tiefer Sonne zwei weit gespreizte Flügel wie bei einem Vogel, bei hoher Sonne ein flach aufliegender Bogen. Anders als der Ring selbst hat er zwei sichtbare Enden statt eines geschlossenen Kreises.

Unterer Berührungsbogen Unterer Berührungsbogen · lower tangent arc

Gegenstück des oberen Berührungsbogens, das den 22°-Ring an seiner Unterseite von außen berührt und aus denselben waagerecht schwebenden Eissäulchen entsteht. Vom Boden aus zeigt er sich nur bei höherem Sonnenstand, weil er sonst unter dem Horizont liegt; vom Flugzeug oder Berg aus erscheint er als nach unten geöffneter Bogen unter der Sonne.

Umschriebener Halo Umschriebener Halo · circumscribed halo

Geschlossene Kurve dicht um den 22°-Ring, die entsteht, wenn oberer und unterer Berührungsbogen bei hoher Sonne zusammenwachsen. Bei Sonnenhöhen um 30 Grad wirkt sie als querliegendes Oval, oberhalb von etwa 70 Grad schmiegt sie sich fast kreisrund an. Wer den Ring doppelt sieht, innen den 22°-Ring und außen eine enge Umrandung, hat einen umschriebenen Halo vor sich.

Horizontalkreis Horizontalkreis (Nebensonnenring) · parhelic circle

Weißer Kreis, der in Sonnenhöhe rund um den gesamten Himmel läuft und durch Spiegelung an den senkrechten Seitenflächen ausgerichteter Eiskristalle entsteht. Er ist immer rein weiß, weil das Licht nur reflektiert und nicht gebrochen wird — das trennt ihn von allen farbigen Bögen. Meist ist nur ein Stück nahe den Nebensonnen sichtbar.

Paraselenenkreis Paraselenenkreis (um den Mond) · paraselenic circle

Der Horizontalkreis in der Nacht: ein weißer, in Mondhöhe waagerecht um den Himmel laufender Kreis, gespiegelt an den senkrechten Flächen ausgerichteter Eiskristalle. Er ist noch weit seltener als sein Sonnen-Gegenstück und praktisch nur bei Vollmond, klarer Luft und Eisnebel nachweisbar, meist erst auf länger belichteten Aufnahmen.

Sonnensäule / Lichtsäule Sonnensäule / Lichtsäule · sun pillar / light pillar

Senkrechte Lichtsäule über, seltener unter der Sonne, die entsteht, wenn viele waagerecht schwebende Eisplättchen das Sonnenlicht wie winzige Spiegel zum Beobachter werfen. Sie zeigt keine Zerlegung in Spektralfarben, sondern nur die Farbe der Sonne selbst, bei Sonnenuntergang also Rot oder Orange. Anders als ein Berührungsbogen ist sie gerade und steht senkrecht.

Künstliche Lichtsäulen Künstliche Lichtsäulen (im Eisnebel) · artificial light pillars

Lichtsäulen über Straßenlaternen, Flutlicht oder Industrieanlagen, die bei Eisnebel in sehr kalten Nächten entstehen; die bodennahen Eisplättchen spiegeln das Licht senkrecht nach oben. Erkennbar daran, dass jede Lampe ihre eigene Säule in ihrer eigenen Lichtfarbe trägt und die Säulen beim Gehen mitwandern — im Gegensatz zur einzelnen Sonnensäule.

Lichtkreuz Lichtkreuz · sun cross / light cross

Kreuzförmige Erscheinung, bei der sich die senkrechte Licht- oder Sonnensäule mit dem waagerechten Horizontalkreis in der Lichtquelle schneidet. Erkennungsmerkmal ist der exakt rechte Winkel beider Arme, deren Schnittpunkt genau auf Sonne, Mond oder Lampe liegt; das Kreuz ist weiß und zeigt keinerlei Farben.

120°-Nebensonnen 120°-Nebensonnen · 120° parhelia

Zwei diffuse weiße Flecke auf dem Horizontalkreis, jeweils 120 Grad von der Sonne entfernt, entstanden durch mehrfache Innenreflexion in waagerechten Eisplättchen. Sie sind stets farblos bis leicht bläulich und deutlich unschärfer als die echten Nebensonnen; vor allem stehen sie weit seitlich hinter dem Beobachter statt dicht neben der Sonne.

Supralateralbogen Supralateralbogen · supralateral arc

Farbiger Bogen, der oberhalb der Sonne den Zirkumzenitalbogen von unten berührt und aus waagerecht liegenden, um ihre Längsachse rotierenden Eissäulchen entsteht. Er ist deutlich bunter als der ähnlich weit entfernte 46°-Ring und immer nur ein Teilstück; außerdem verschwindet er oberhalb von 32 Grad Sonnenhöhe, während der 46°-Ring dann noch möglich bleibt.

Infralateralbogen Infralateralbogen · infralateral arc

Unteres Gegenstück des Supralateralbogens: farbige Bogenstücke seitlich unterhalb der Sonne, ebenfalls an waagerecht liegenden, um ihre Längsachse rotierenden Eissäulchen gebrochen. Bei tiefer Sonne stehen sie als zwei steil aufragende Stücke links und rechts, bei hoher Sonne wandern sie zum Zirkumhorizontalbogen hin. Der 46°-Ring wäre an derselben Stelle blasser und geschlossen.

Liljequist-Nebensonnen Liljequist-Nebensonnen · Liljequist parhelia

Schwach leuchtende, bläulich-weiße Aufhellungen auf dem Horizontalkreis, etwa 150 bis 160 Grad von der Sonne entfernt, also fast im Rücken des Beobachters. Sie entstehen an waagerechten Eisplättchen dort, wo die Totalreflexion im Kristall gerade aussetzt. Anders als die 120°-Nebensonnen liegen sie deutlich näher am Gegenpunkt und erscheinen nur bei Sonnenhöhen unter 30 Grad.

Untersonnen-Familie (unter dem Horizont)

Untersonne Untersonne · subsun

Spiegelbild der Sonne unterhalb des Horizonts, entstanden an den Oberseiten waagerecht schwebender Eisplättchen; sichtbar deshalb nur von oben, aus dem Flugzeug oder vom hohen Berg über einer Eiswolke. Sie steht genau so weit unter dem Horizont wie die Sonne darüber und erscheint als gleißend heller, leicht länglicher Fleck ohne jede Farbe.

Unternebensonnen Unternebensonnen · subparhelia / subsundogs

Nebensonnen der Untersonne: zwei helle Flecke links und rechts von ihr, auf gleicher Höhe unterhalb des Horizonts. Sie entstehen durch Brechung mit zusätzlicher Spiegelung an waagerechten Eisplättchen und sind ebenfalls nur aus der Höhe zu sehen. Anders als die farblose Untersonne selbst zeigen sie einen rötlichen, ihr zugewandten Rand.

Unterhorizontalkreis Unterhorizontalkreis · subparhelic circle

Weißer Kreis unterhalb des Horizonts, der die Untersonne auf gleicher Höhe umrundet — das Spiegelbild des Horizontalkreises. Er ist nur aus dem Flugzeug über einer eishaltigen Wolkendecke zu beobachten und wie sein Vorbild rein weiß, weil das Licht ausschließlich reflektiert und nicht gebrochen wird.

120°-Unternebensonnen 120°-Unternebensonnen · sub-120° parhelia

Diffuse weiße Flecke auf dem Unterhorizontalkreis, jeweils 120 Grad von der Untersonne entfernt. Sie entstehen wie ihre Vorbilder oberhalb des Horizonts durch mehrfache Innenreflexion in waagerechten Plättchen, liegen aber unter der Horizontlinie gespiegelt und sind nur aus großer Höhe über einer Eiswolke zu erkennen.

Liljequist-Unternebensonnen Liljequist-Unternebensonnen · Liljequist subparhelia

Bläulich-weiße Aufhellungen auf dem Unterhorizontalkreis, rund 150 bis 160 Grad von der Untersonne entfernt — das unter den Horizont gespiegelte Gegenstück der Liljequist-Nebensonnen. Sie zählen zu den seltensten dokumentierten Haloformen und wurden fast ausschließlich aus Flugzeugen und in polarem Eisnebel nachgewiesen.

Untergegensonne Untergegensonne · subanthelion

Aufhellung genau gegenüber der Untersonne, also unterhalb des Horizonts im Gegenpunkt der Sonne, auf dem Unterhorizontalkreis gelegen. Sie ist das nach unten gespiegelte Gegenstück der Gegensonne und zeigt sich als schwacher, farbloser Fleck nur in sehr hellen Eisnebel-Displays oder bei Beobachtung aus dem Flugzeug.

Bottlinger-Ringe Bottlinger-Ringe (um die Untersonne) · Bottlinger's rings

Äußerst seltene, blasse und nahezu elliptische Ringe unmittelbar um die Untersonne, senkrecht gestreckt und farblos. Sie entstehen an leicht geneigten Eisplättchen und halten oft nur Sekunden an. Erkennbar sind sie allein an der ovalen Form dicht um die Untersonne; eine Korona wäre farbig und läge um die Sonne selbst.

Falscher Sonnenaufgang Falscher Sonnenaufgang · false sunrise

Erscheinung, bei der die Sonne bereits über dem Horizont zu stehen scheint, obwohl sie geometrisch noch darunter steht; verantwortlich sind Spiegelung an waagerechten Eisplättchen oder starke Brechung an einer Inversion. Zu erkennen an der verwaschenen, oft senkrecht verzerrten oder flackernden Scheibe, die im Gegensatz zur echten Sonne keinen scharfen Rand zeigt.

Seltene Bögen

Parry-Bogen Parry-Bogen (konkav/konvex, oben/unten) · Parry arcs (suncave/sunvex)

Bogen dicht über dem oberen Berührungsbogen, der nur entsteht, wenn Eissäulchen zusätzlich zur waagerechten Lage auch zwei Seitenflächen waagerecht halten. Der sonnenkonkave Parry-Bogen wölbt seine Enden zur Sonne hin, der sonnenkonvexe von ihr weg; bei hoher Sonne kommt ein unterer Zweig hinzu. Er verläuft flacher und liegt stets über dem Berührungsbogen.

Lowitz-Bögen Lowitz-Bögen · Lowitz arcs

Schwache Bögen, die von den Nebensonnen schräg zum 22°-Ring hinüberlaufen; sie entstehen an Eisplättchen, die um eine waagerechte Diagonalachse pendeln. Man unterscheidet einen oberen, mittleren und unteren Zweig. Erkennbar sind sie als blasse Verbindungsstücke zwischen Nebensonne und Ring, während der Ring selbst durchgehend sichtbar bleibt.

Reflektierte Lowitz-Bögen Reflektierte Lowitz-Bögen · reflected Lowitz arcs

Zusätzliche, noch blassere Lowitz-Zweige, bei denen das Licht im pendelnden Eisplättchen vor dem Austritt zusätzlich an einer Grundfläche gespiegelt wird. Sie steigen von den Nebensonnen aus steiler auf als die gewöhnlichen Lowitz-Bögen und sind praktisch nur in hellen Eisnebel-Displays und meist erst nach Kontrastanhebung nachweisbar.

Tape-Bögen Tape-Bögen (46°-Parry-Bögen) · Tape arcs

Sehr seltene Bögen im 46-Grad-Bereich über der Sonne, die durch Parry-orientierte Eissäulchen entstehen und nach Walter Tape benannt sind. Sie treten paarweise auf und liegen zwischen Supralateralbogen und Zirkumzenitalbogen. Wo der Supralateralbogen einen weiten, durchgehenden Bogen zieht, bilden die Tape-Bögen kurze, schräg ansetzende Stücke.

46°-Berührungsbögen 46°-Berührungsbögen · 46° contact arcs

Extrem seltenes Bogenpaar rund 46 Grad ober- und unterhalb der Sonne, das an Eissäulchen mit Parry-Orientierung entsteht. Es verläuft dicht neben Supralateral- und Infralateralbogen und ist von diesen nur durch genaue Vermessung oder Simulation zu trennen; sichere Nachweise stammen fast ausschließlich aus hellen Eisnebel-Displays.

Gegensonne Gegensonne (Antisonne) · anthelion

Blasser weißer Fleck genau im Gegenpunkt der Sonne, also in Sonnenhöhe im Rücken des Beobachters, auf dem Horizontalkreis gelegen. Er entsteht durch mehrfache Spiegelung in ausgerichteten Eissäulchen. Kennzeichen ist die exakte Lage gegenüber der Sonne; die Glorie steht zwar ebenfalls im Gegenpunkt, ist aber farbig geringelt und umgibt den eigenen Schatten.

Wegener-Bogen Wegener-Bogen · Wegener arc

Seltener Bogen, der vom oberen Berührungsbogen ausgeht und in weitem Schwung bis zum Gegenpunkt der Sonne zieht; er entsteht durch eine zusätzliche Spiegelung an der Grundfläche waagerecht liegender Eissäulchen. Erkennbar ist er als langes, schwach weißliches Band, das sich vom sonnennahen Bereich weit über den Himmel nach hinten erstreckt.

Hastings-Bogen Hastings-Bogen · Hastings arc

Bogen mit demselben Strahlengang wie der Wegener-Bogen, jedoch an Parry-orientierten Eissäulchen entstanden. Er verläuft dicht neben dem Wegener-Bogen und krümmt sich von ihm weg; da beide fast zusammenfallen, ist er ohne Simulation kaum sicher abzugrenzen und gilt als eine der unsichersten Haloformen überhaupt.

Tricker-Bogen Tricker-Bogen · Tricker arc

Schleifenförmiger Bogen um den Gegenpunkt der Sonne, dessen Umriss an ein Ankh-Zeichen erinnert; er entsteht an waagerechten und Parry-orientierten Eissäulchen mit mehreren Innenreflexionen. Zusammen mit den diffusen Bögen bildet er das Kreuzmuster über dem Gegenpunkt, wobei der Tricker-Bogen die scharf gezeichnete Schleife beisteuert.

Diffuse Bögen Diffuse Bögen (Greenler-Bögen) · diffuse arcs

Zwei breite, unscharfe Lichtbänder, die sich schräg über dem Gegenpunkt der Sonne kreuzen und an waagerecht liegenden Eissäulchen entstehen. Ihr Name rührt von den verwaschenen Rändern her: Anders als der scharf begrenzte Tricker-Bogen an derselben Stelle haben sie keine klare Kante und wirken wie ein weiches, weit gestelltes X.

Heliakischer Bogen Heliakischer Bogen (Sonnenbogen) · heliac arc

Bogen, der unmittelbar an der Sonne ansetzt, steil nach oben zieht und dabei 22°-Ring und Berührungsbogen kreuzt; er entsteht durch Spiegelung an den Seitenflächen Parry-orientierter Eissäulchen. Erkennbar am Ansatzpunkt direkt an der Sonne und am reinen Weiß, denn als Reflexionserscheinung zeigt er keinerlei Farben.

Subhelischer Bogen Subhelischer Bogen · subhelic arc

Bogen, der vom Horizont aus steil aufsteigt und sich über dem Gegenpunkt der Sonne mit dem Tricker-Bogen trifft; er entsteht durch zwei Innenreflexionen in waagerecht liegenden und Parry-orientierten Eissäulchen. Anders als der heliakische Bogen setzt er nicht an der Sonne an, sondern im gegenüberliegenden Himmelsteil.

Untergegensonnenbogen Untergegensonnenbogen · subanthelic arc

Bogen, der tangential am heliakischen Bogen ansetzt und sich bis unter den Gegenpunkt der Sonne zieht; er verlangt Parry-orientierte Eissäulchen von besonders hoher optischer Güte. Sichtbar wird er fast nur unterhalb der Horizontlinie in Eisnebel-Displays und zählt zu den am seltensten fotografierten Haloformen.

Kern-Bogen Kern-Bogen · Kern arc

Vollständiger, sehr blasser Kreis um den Zenit, der den Zirkumzenitalbogen zu einem geschlossenen Ring ergänzt; er entsteht in dreieckig gewachsenen waagerechten Eisplättchen mit einer zusätzlichen Innenreflexion. Entscheidend ist genau diese Vollständigkeit: Der Zirkumzenitalbogen bleibt stets ein Teilstück über der Sonne, der Kern-Bogen läuft auch über die sonnenabgewandte Seite weiter.

Sub-Kern-Bogen Sub-Kern-Bogen · sub-Kern arc

Unterhalb des Horizonts gespiegeltes Gegenstück des Kern-Bogens, das um den Nadir verläuft, den Punkt senkrecht unter dem Beobachter. Es wurde bisher nur in Displays mit künstlichem Eisnebel erreicht, ist seitlich am kräftigsten ausgeprägt und über dem Untergegenpunkt am schwächsten.

Moilanen-Bogen Moilanen-Bogen · Moilanen arc

V-förmiger Bogen mit der Spitze nach unten, etwa auf halbem Weg zwischen Sonne und oberem Berührungsbogen. Er wurde erst 1995 erkannt, und welche Kristallform ihn hervorbringt, ist bis heute ungeklärt; besonders häufig zeigt er sich in Kunstschnee-Eisnebel an Skipisten. Sein scharfes V trennt ihn eindeutig vom weit geschwungenen Berührungs- oder Parry-Bogen.

Blauer Fleck Blauer Fleck (am Horizontalkreis) · blue spot

Auffallend blau gefärbtes Stück des sonst rein weißen Horizontalkreises, das nur bei Sonnenhöhen unter 32 Grad auftritt. Ursache ist, dass die Totalreflexion im Eiskristall für Blau und Rot bei geringfügig verschiedenen Winkeln endet. Der Fleck wandert mit steigender Sonne zum Gegenpunkt hin; überhaupt eine Farbe im Horizontalkreis zu sehen, ist sein Kennzeichen.

Blauer Kreis Blauer Kreis · blue circle

Bläuliche Aufhellung, die sich als geschlossener oder fast geschlossener Kreis um den Gegenpunkt der Sonne legt und derselben Ursache entstammt wie der blaue Fleck. Anders als dieser bleibt sie nicht auf den Horizontalkreis beschränkt, sondern spannt eine Fläche um den Gegenpunkt auf; belegt ist sie nur aus außergewöhnlich hellen Eisnebel-Displays.

Pyramidal- & Exoten-Halos

9°-Ring 9°-Ring (Van-Buijsen-Halo) · 9° halo / van Buijsen halo

Engster der Pyramidalhalos: ein Ring von nur etwa 9 Grad Radius dicht um Sonne oder Mond, gebrochen an den Pyramidenflächen entsprechend geformter Eiskristalle. Er liegt der Lichtquelle so nah, dass er im Blendlicht meist untergeht und um den Mond leichter zu sehen ist. Von einer Korona unterscheidet ihn der freie, dunkle Zwischenraum zur Scheibe.

18°-Ring 18°-Ring (Rankin-Halo) · 18° halo / Rankin halo

Pyramidalhalo mit rund 18 Grad Radius, also merklich enger als der gewöhnliche 22°-Ring. Er tritt fast nie allein auf, sondern gemeinsam mit weiteren Pyramidalringen, sodass mehrere ineinanderliegende Ringe entstehen. Ohne Winkelmessung wird er leicht für den 22°-Ring gehalten; der Abstand zu den benachbarten Ringen ist das sicherste Indiz.

20°-Ring 20°-Ring (Burney-Halo) · 20° halo / Burney halo

Pyramidalhalo von etwa 20 Grad Radius, dem gewöhnlichen 22°-Ring so ähnlich, dass er ohne Vergleich kaum auffällt. Verräterisch ist die Kombination: Zeigt ein Display mehrere konzentrische Ringe unterschiedlicher Weite, stammen sie von Pyramidalkristallen. Für sich allein ist der 20°-Ring nur durch Vermessung des Fotos zu belegen.

23°-Ring 23°-Ring (Barkow-Halo) · 23° halo / Barkow halo

Pyramidalhalo mit rund 23 Grad Radius, der praktisch auf dem gewöhnlichen 22°-Ring liegt und ihn scheinbar verbreitert. Nachweisen lässt er sich nur, wenn im selben Display weitere Pyramidalringe wie der 9°- oder der 24°-Ring auftreten oder das Bild sorgfältig ausgemessen wird.

24°-Ring 24°-Ring (Dutheil-Halo) · 24° halo / Dutheil halo

Pyramidalhalo von etwa 24 Grad Radius, der als zweiter Ring dicht außerhalb des gewöhnlichen 22°-Rings erscheint. Zwei eng benachbarte, fast konzentrische Ringe um die Sonne sind sein sicherstes Kennzeichen; einzeln bleibt er ohne Winkelmessung nicht vom 22°-Ring zu trennen.

35°-Ring 35°-Ring (Feuillée-Halo) · 35° halo / Feuillée halo

Weitester der regelmäßig beobachteten Pyramidalhalos, mit rund 35 Grad Radius zwischen dem 22°- und dem 46°-Ring gelegen. Sein Abstand ist so ungewöhnlich, dass er sich schon mit ausgestreckter Hand grob von beiden trennen lässt; er bleibt blass und zeigt sich nur in ausgeprägten Pyramidaldisplays.

28°-Halo 28°-Halo (Scheiner-Halo) · 28° halo / Scheiner's halo

Ring von etwa 28 Grad Radius, der sich weder mit den gewöhnlichen noch mit den pyramidalen Eiskristallformen erklären lässt und in dreieinhalb Jahrhunderten nur eine Handvoll Mal gemeldet wurde. Diskutiert werden würfelähnliche Kristalle. Er liegt deutlich außerhalb des 22°-Rings und gilt bis heute als ungeklärter Sonderfall.

90°-Ring 90°-Ring (Hevelius-Halo, historisch) · Hevel's 90° halo

Historisch überlieferter Ring von rund 90 Grad Radius, den Johannes Hevelius 1661 beschrieb. Mit Brechung an Eisprismen ist er nicht zu erklären, und moderne Fotobelege fehlen; heute wird er meist als Fehlbeobachtung oder als Wirkung streuenden Lichts gedeutet und nur noch der Vollständigkeit halber geführt.

Pyramidal-Nebensonnen Pyramidal-Nebensonnen (odd radius) · odd-radius plate arcs

Nebensonnenartige Lichtflecke, die nicht bei 22 Grad, sondern in den Abständen der Pyramidalringe neben der Sonne stehen; sie entstehen, wenn Pyramidalkristalle waagerecht ausgerichtet fallen. Erkennbar daran, dass mehrere solcher Flecke gestaffelt auf einer Höhe mit der Sonne liegen, statt nur eines einzigen Paares bei 22 Grad.

Parry-Bögen der Pyramidalhalos Parry-Bögen der Pyramidalhalos · odd-radius Parry-type arcs

Bögen über der Sonne, die entstehen, wenn Pyramidalkristalle zusätzlich zur waagerechten Lage zwei Seitenflächen waagerecht halten. Sie berühren die Pyramidalringe an deren Scheitel, so wie der gewöhnliche Parry-Bogen den 22°-Ring begleitet. Ihre Zuordnung gelingt nur, wenn der zugehörige Ring im selben Bild vermessen werden kann.

Lateralbögen der Pyramidalhalos Lateralbögen der Pyramidalhalos · odd-radius lateral arcs

Seitlich der Sonne stehende Bogenstücke aus Pyramidalkristallen, die den Supra- und Infralateralbögen der gewöhnlichen Halos entsprechen, jedoch in den abweichenden Winkelabständen der Pyramidalringe liegen. Sie sind farbig und immer nur Teilstücke; ihre Zuordnung verlangt eine Vermessung des Winkelabstands zur Sonne.

44°-Nebensonnen 44°-Nebensonnen · 44° parhelia

Sehr seltene Lichtflecke rund 44 Grad seitlich der Sonne auf deren Höhe, erzeugt durch Brechung an den 90-Grad-Kanten waagerecht liegender Eisplättchen. Sie werden leicht mit Stücken des 46°-Rings verwechselt; entscheidend ist die punktförmige Gestalt genau in Sonnenhöhe statt eines durchlaufenden Ringbogens.

Elliptische Halos Elliptische Halos · elliptical halos

Kleine, senkrecht gestreckte Ovale unmittelbar um Sonne oder Mond, deren Streckung mit sinkender Sonne zunimmt. Sie sind farblos, treten anders als die übrigen Halos nicht im dünnen Cirrostratus, sondern in dichteren Wolken auf und bleiben oft nur Minuten sichtbar. Ihre ovale Form trennt sie eindeutig von jedem kreisrunden Ring und von der farbigen Korona.

Eisnebel-Halodisplay Eisnebel-Halodisplay (Diamond Dust) · diamond-dust halo display

Vollständiges Halo-Ensemble in bodennahem Eisnebel aus feinsten, langsam schwebenden Eiskristallen, wie er bei strengem Frost oder an beschneiten Skipisten entsteht. Erkennbar daran, dass die Bögen nicht am hohen Himmel, sondern in der Luft unmittelbar vor dem Beobachter stehen und die Kristalle dabei sichtbar im Licht glitzern.

Scheinwerfer-Halodisplay Scheinwerfer-Halodisplay (divergentes Licht) · divergent-light halo display

Halos, die nicht vom praktisch parallelen Sonnenlicht, sondern vom auffächernden Licht einer nahen Lampe erzeugt werden. Weil die Strahlen divergieren, erscheinen die Bögen verzerrt: Ringe werden zu Ellipsen, Bögen zu geschwungenen Bändern, und die Erscheinung verändert sich, sobald der Beobachter sich bewegt — das trennt sie sicher von echten Sonnenhalos.

Crown Flash Crown Flash (springende Nebensonnen über dem Amboss) · crown flash / leaping sundog

Zuckende, binnen Sekunden die Form wechselnde Lichterscheinung über dem Amboss eines Gewitters: Das elektrische Feld richtet die Eiskristalle im Wolkenoberteil aus, und jede Entladung ordnet sie neu. Erkennbar allein an der Bewegung — ein Halo-Fleck über der Amboss-Kante, der nach jedem Blitz sichtbar springt, während gewöhnliche Halos ruhig stehen.

Regenbögen & Tropfenoptik 34 Einträge

Regenbogenfamilie

Hauptregenbogen Hauptregenbogen (1. Ordnung) · primary rainbow

Farbbogen mit rund 42 Grad Radius um den Gegenpunkt der Sonne, entstanden durch Brechung und eine einzige Innenreflexion in fallenden Regentropfen. Er steht immer der Sonne gegenüber, also im Rücken des Beobachters. Sicheres Merkmal ist die Farbfolge mit Rot außen und Violett innen; beim Nebenregenbogen ist sie genau umgekehrt.

Nebenregenbogen Nebenregenbogen (2. Ordnung) · secondary rainbow

Schwächerer zweiter Bogen mit etwa 51 Grad Radius außerhalb des Hauptregenbogens, bei dem das Licht im Tropfen zweimal innen reflektiert wird. Durch die zusätzliche Reflexion geht Licht verloren, weshalb er rund zehnmal blasser bleibt. Erkennungsmerkmal ist die vertauschte Farbfolge: Rot liegt hier innen, zum Hauptbogen hin.

Doppelregenbogen Doppelregenbogen · double rainbow

Gemeinsames Auftreten von Haupt- und Nebenregenbogen, wobei der schwächere zweite Bogen etwa neun Grad außerhalb des ersten steht. Erkennbar ist das Paar an den gespiegelten Farbfolgen — Rot außen beim inneren, Rot innen beim äußeren Bogen — und am auffallend dunkleren Himmelsstreifen dazwischen.

Alexanders dunkles Band Alexanders dunkles Band · Alexander's dark band

Auffallend dunkler Himmelsstreifen zwischen Haupt- und Nebenregenbogen: In diesen Winkelbereich lenkt kein Tropfen Licht zurück, während innerhalb des Hauptbogens und außerhalb des Nebenbogens Streulicht ankommt. Zu erkennen daran, dass der Himmel innerhalb des Hauptbogens deutlich heller wirkt als der Streifen unmittelbar darüber.

Überzählige Bögen Überzählige Bögen (Interferenzbögen) · supernumerary bows

Schmale, meist grün-violette Zusatzbögen dicht innerhalb des Hauptregenbogens, die durch Interferenz von Lichtwellen im Tropfen entstehen. Sie treten nur bei sehr kleinen und untereinander gleich großen Tropfen auf. Erkennbar an mehreren feinen, eng gestaffelten Streifen unterhalb des Violetts, im Gegensatz zum breiten, weichen Farbverlauf des Hauptbogens.

Zwillingsregenbogen Zwillingsregenbogen · twinned rainbow

Zwei Hauptregenbögen, die aus demselben Fußpunkt entspringen und sich nach oben hin auffächern. Sie entstehen, wenn Tropfen unterschiedlicher Größe oder Form nebeneinander fallen, etwa bei einem Schauer mit stark abgeplatteten großen Tropfen. Anders als beim Doppelregenbogen zeigen beide Bögen dieselbe Farbfolge und berühren einander am unteren Ende.

Vollkreis-Regenbogen Vollkreis-Regenbogen (360°) · full-circle rainbow

Regenbogen als geschlossener Kreis, der sichtbar wird, wenn auch unterhalb der Horizontlinie Tropfen im Sonnenlicht stehen — also aus dem Flugzeug, vom Berg oder über einem Wasserfall. Bedingung ist stets der freie Blick unter den eigenen Horizont; vom flachen Boden aus ist prinzipiell nur der Halbkreis darüber möglich.

Roter Regenbogen Roter Regenbogen (bei Sonnenuntergang) · red / monochrome rainbow

Regenbogen, der fast nur aus Rot- und Orangetönen besteht, weil das flach einfallende Sonnenlicht auf seinem langen Weg durch die Atmosphäre die kurzwelligen Anteile bereits verloren hat. Erkennbar an der nahezu einfarbigen, tiefroten Erscheinung kurz vor Sonnenuntergang oder nach Sonnenaufgang, wenn der Bogen zugleich besonders hoch am Himmel steht.

Mondregenbogen Mondregenbogen · moonbow / lunar rainbow

Regenbogen im Licht des Mondes, an denselben Regentropfen und mit derselben Geometrie wie der Sonnenregenbogen, jedoch um ein Vielfaches schwächer. Dem Auge erscheint er deshalb meist als blasser weißer Bogen; die Farben treten erst auf einer mehrsekündigen Belichtung hervor. Nötig sind fast voller Mond, dunkler Himmel und Regen im Gegenüber.

Regenbogen 3. Ordnung Regenbogen 3. Ordnung · tertiary rainbow

Bogen mit drei Innenreflexionen im Tropfen, der mit rund 40 Grad Radius um die Sonne selbst steht — also auf der Sonnenseite des Himmels, nicht wie Haupt- und Nebenregenbogen im Gegenüber. Er ist so blass, dass er der Sonnenblendung nur bei sehr dunklem Wolkenhintergrund und meist erst nach starker Kontrastanhebung abzuringen ist.

Regenbogen 4. Ordnung Regenbogen 4. Ordnung · quaternary rainbow

Bogen mit vier Innenreflexionen, der mit etwa 45 Grad Radius ebenfalls um die Sonne liegt und damit knapp außerhalb des Regenbogens dritter Ordnung. Beide lassen sich nur im selben Bild und mit starker Bildbearbeitung voneinander trennen; der erste gesicherte Fotonachweis gelang erst 2011.

Regenbögen höherer Ordnung Regenbögen höherer Ordnung · higher-order rainbows

Bögen ab der fünften Innenreflexion im Tropfen, deren Licht so schwach ist, dass sie am natürlichen Himmel praktisch nie sichtbar werden. Nachgewiesen sind sie überwiegend im Labor an einzelnen Wasserstrahlen oder Tropfen. Kennzeichnend ist, dass ihre Radien nicht immer weiter nach außen wandern, sondern zwischen Sonnen- und Gegenseite hin- und herspringen.

Nullordnungs-Leuchten Nullordnungs-Leuchten · zero-order glow

Diffuse Aufhellung um die Sonne herum, die von Licht stammt, das die Regentropfen ohne jede Innenreflexion nur durchquert hat. Sie besitzt weder scharfen Rand noch Farbringe und erscheint als milchiger Schimmer im Regen vor der Sonne — also nicht im Gegenüber, wo die eigentlichen Regenbögen stehen.

Reflexionsregenbogen Reflexionsregenbogen (Licht von Wasserfläche) · reflection rainbow

Zusätzlicher Bogen, der entsteht, wenn eine ruhige Wasserfläche das Sonnenlicht nach oben wirft und diese zweite Lichtquelle einen eigenen Regenbogen in den Regen zeichnet. Er teilt die Fußpunkte mit dem gewöhnlichen Bogen, steigt aber steiler an und steht höher am Himmel. Nicht zu verwechseln mit dem im Wasser gespiegelten Regenbogen.

Gespiegelter Regenbogen Gespiegelter Regenbogen (im Wasser) · reflected rainbow

Das Spiegelbild eines Regenbogens auf einer glatten Wasserfläche, also kein eigenständiger Bogen, sondern die Abbildung des Bogens am Himmel. Erkennbar daran, dass er unterhalb der Uferlinie liegt und an der Wasseroberfläche mit dem Original zusammentrifft, während der Reflexionsregenbogen am Himmel selbst und steiler verläuft.

Nebelbogen Nebelbogen (Ulloa-Ring) · fogbow / Bouguer's halo

Breiter, fast farbloser Bogen in Nebel oder tief liegender Wolke, an derselben Stelle wie der Regenbogen im Gegenüber der Sonne. Weil die Nebeltröpfchen viel kleiner sind, verwischt die Beugung die Farben. Sicheres Merkmal ist der weiße, weit ausladende Bogen mit oft bläulichem Innen- und schwach rötlichem Außenrand.

Mond-Nebelbogen Mond-Nebelbogen · lunar fogbow

Nebelbogen im Mondlicht: ein blasser weißer Bogen im Nebel gegenüber dem Mond. Er verbindet zwei ohnehin lichtschwache Erscheinungen und ist mit bloßem Auge oft nur als heller Schemen wahrnehmbar. Nötig sind Vollmond, dichter Bodennebel und ein Standort ohne störendes Fremdlicht.

Wolkenbogen Wolkenbogen · cloudbow

Nebelbogenartige Erscheinung in einer Wolkenschicht, die aus dem Flugzeug oder vom Berggipfel aus betrachtet wird; oft umschließt sie als vollständiger Kreis den Gegenpunkt der Sonne. Der Bogen ist weiß bis blass gefärbt und umgibt häufig zugleich eine Glorie mit dem Schatten des Beobachters oder des Flugzeugs.

Taubogen Taubogen · dewbow

Bogenausschnitt auf einer taubedeckten Fläche wie Wiese oder Spinnennetz, erzeugt von den Tautropfen am Boden statt von fallendem Regen. Weil die Tropfen in einer Ebene liegen, erscheint er nicht als Halbkreis am Himmel, sondern als weit geöffnete Kurve über der Wiese, die sich mit jedem Schritt des Beobachters verschiebt.

Gischtbogen Gischtbogen · sea-spray bow

Regenbogen in der Gischt über der Brandung oder hinter einem Schiff. Die Salzwassertropfen brechen das Licht etwas stärker als reines Wasser, sodass der Bogen minimal enger ausfällt. Erkennbar ist er vor allem an seinem Ort: dicht über der Wasseroberfläche dort, wo die Gischt aufsteigt, und nicht hoch am Himmel.

Wasserfall- & Sprühregenbogen Wasserfall- & Sprühregenbogen · waterfall spray rainbow

Regenbogen in der Sprühfahne eines Wasserfalls, einer Fontäne oder eines Rasensprengers. Weil der Tropfenvorhang klein und nah ist, zeigt sich meist nur ein kurzes Bogenstück, das mit jedem Schritt des Beobachters seine Lage wechselt. Über tief eingeschnittenen Fällen kann der Bogen sich zum vollen Kreis schließen.

Sleetbow Sleetbow (Bogen in Eisregen) · sleetbow

Regenbogenähnlicher Bogen in gefrorenen oder halb gefrorenen Niederschlagskörnern. Weil Eis das Licht schwächer bricht als Wasser, liegt er mit rund 45 Grad Radius merklich weiter außen als der 42-Grad-Regenbogen. Treten beide nebeneinander auf, verrät der zusätzliche blassere Bogen dicht außerhalb des Hauptbogens den Eisanteil.

Glasperlenbogen Glasperlenbogen (an Straßenmarkierungen) · glass-bead bow

Bogen im Scheinwerferlicht auf frisch markierten Fahrbahnlinien, deren rückstrahlende Glaskügelchen wie winzige Tropfen wirken. Weil Glas das Licht stärker bricht als Wasser, schrumpft der Radius auf etwa 21 Grad, also rund die Hälfte des Regenbogens. Er liegt flach auf der Straße um den Schatten des eigenen Kopfes.

Lampenlicht-Regenbogen Lampenlicht-Regenbogen (divergentes Licht) · divergent-light rainbow

Regenbogen, den eine nahe Lampe statt der Sonne in einen Regen- oder Sprühvorhang zeichnet. Weil das Licht auffächert statt parallel einzufallen, ist der Bogen kein Kreisausschnitt mehr, sondern erscheint verzerrt und verändert seine Form mit jedem Schritt des Beobachters — daran ist er sicher vom Sonnenregenbogen zu trennen.

Kränze, Glorien & Beugung

Korona Korona (Kranz) um Sonne und Mond · corona (solar / lunar)

Farbige Ringe unmittelbar um Sonne oder Mond, die durch Beugung des Lichts an kleinen, untereinander gleich großen Wassertröpfchen einer dünnen Wolke entstehen. Je kleiner die Tröpfchen, desto weiter die Ringe. Erkennbar an Rot außen und dem hellen Kern in der Mitte; der 22°-Ring läge dagegen viel weiter weg und hätte Rot innen.

Aureole Aureole · aureole

Innerster und hellster Teil einer Korona: eine bläulich-weiße Scheibe mit rotbraunem Saum dicht um Sonne oder Mond. Sie bleibt oft als einziger Rest übrig, wenn die Wolkentröpfchen unterschiedlich groß sind und die äußeren Farbringe ineinander verwaschen. Erkennbar am fließenden Übergang ohne getrennte Ringe.

Irisierende Wolken Irisierende Wolken · cloud iridescence

Perlmuttartige Farbflecke in dünnen Wolkenrändern in der Nähe der Sonne, hervorgerufen durch Beugung an sehr kleinen Tröpfchen oder Eiskristallen. Anders als bei der Korona bilden die Farben keine geschlossenen Ringe, sondern folgen den Umrissen der Wolke in unregelmäßigen Bändern; es sind gewissermaßen Koronateile ohne Ordnung.

Pollenkorona Pollenkorona · pollen corona

Korona, die nicht an Wassertröpfchen, sondern an Blütenpollen in der Luft entsteht, meist im Frühjahr zur Birken- oder Kiefernblüte. Weil Pollenkörner nicht kugelrund sind, wird der Kranz unsymmetrisch: Er zeigt häufig vier hellere Flecke oder eine deutlich ovale Verzerrung statt gleichmäßiger Ringe.

Bishop-Ring Bishop-Ring (Vulkanaerosol) · Bishop's ring

Weiter, sehr blasser Ring um die Sonne mit rund 20 bis 30 Grad Radius, der nach großen Vulkanausbrüchen an feinsten Schwefelsäure- und Aschepartikeln in der Stratosphäre entsteht. Erkennbar am bläulich-weißen Inneren und dem rotbraunen Außenrand; die Farben sind viel matter und der Ring viel weiter als bei einer Wolkenkorona.

Glorie Glorie · glory

Konzentrische Farbringe direkt um den Gegenpunkt der Sonne, also um den Schatten des eigenen Kopfes oder des Flugzeugs auf einer Wolken- oder Nebelschicht. Sie entstehen durch Rückstreuung an kleinen Wassertröpfchen. Sicheres Merkmal ist die Zentrierung auf den Beobachter: Jeder sieht die Glorie ausschließlich um den eigenen Schatten.

Brockengespenst Brockengespenst · Brocken spectre

Der stark vergrößert wirkende eigene Schatten, der von einem Berggipfel oder aus dem Flugzeug auf eine Nebel- oder Wolkenwand fällt, meist von einer Glorie umringt. Die scheinbare Größe täuscht: Sie entsteht, weil sich die Entfernung zur Nebelwand nicht abschätzen lässt. Erkennbar daran, dass die Gestalt jede eigene Bewegung mitmacht.

Heiligenschein Heiligenschein (Tau-Rückstreuung) · heiligenschein

Heller Lichthof unmittelbar um den Schatten des eigenen Kopfes auf taubenetztem Gras. Die Tautropfen bündeln das Licht auf die Halme darunter und werfen es zum Beobachter zurück. Anders als die Glorie zeigt der Heiligenschein keine Farbringe, sondern nur eine farblose Aufhellung, und er tritt am Boden auf statt an einer Nebelwand.

Sylvanshine Sylvanshine (Waldglanz) · sylvanshine

Nächtliches Aufleuchten taubedeckter Nadelbäume im Scheinwerferlicht, das den Wald wie frisch verschneit erscheinen lässt. Die Wachsschicht der Nadeln lässt den Tau zu Kügelchen perlen, die das Licht bündeln und zur Quelle zurückwerfen. Erkennbar daran, dass nur bestimmte Baumarten leuchten und der Effekt beim Wechsel des Betrachterwinkels sofort verschwindet.

Quetelet-Ringe Quetelet-Ringe · Quetelet rings

Farbige Ringe oder Bänder, die erscheinen, wenn Licht auf eine mit Staub, Pollen oder Algen belegte glatte Fläche fällt, etwa eine stille Wasseroberfläche oder eine verstaubte Fensterscheibe. Sie entstehen durch Interferenz zwischen direkt gespiegeltem und an den Partikeln gestreutem Licht. Erkennbar daran, dass sie an der Fläche haften und mit dem Blickwinkel wandern.

Luftspiegelungen & Refraktion 28 Einträge

Luftspiegelungen

Untere Luftspiegelung Untere Luftspiegelung · inferior mirage

Spiegelbild, das unterhalb des eigentlichen Objekts erscheint, weil eine überhitzte dünne Luftschicht direkt über dem Boden das Licht nach oben krümmt. Erkennbar an einem auf dem Kopf stehenden Abbild unter dem Original, das oft mit einer scheinbaren Wasserfläche verschmilzt und stark flimmert.

Straßen- & Wüstenspiegelung Straßen- & Wüstenspiegelung · highway / desert mirage

Häufigste Form der unteren Luftspiegelung: Auf heißem Asphalt oder Sand scheint in der Ferne eine Wasserlache zu stehen, in der sich Himmel und Fahrzeuge spiegeln. Es handelt sich nicht um Wasser, sondern um gespiegeltes Himmelsblau. Kennzeichen ist, dass die Lache beim Näherkommen immer gleich weit entfernt bleibt und nie erreicht wird.

Obere Luftspiegelung Obere Luftspiegelung (Kimmung) · superior mirage

Spiegelbild oberhalb des Objekts, das entsteht, wenn kalte Luft unter wärmerer liegt — typisch über kaltem Wasser, Schnee oder Eis. Erkennbar an einem meist auf dem Kopf stehenden Abbild über dem Original und daran, dass Schiffe oder Küsten sichtbar werden, die geometrisch längst hinter der Kimm liegen.

Arktische Luftspiegelung Arktische Luftspiegelung (Hillingar-Effekt) · arctic mirage / hillingar effect

Besonders kräftige obere Luftspiegelung über weiten Eis- und Kaltwasserflächen, bei der der Horizont scheinbar hochgezogen wird und weit entfernte Küsten in Sicht kommen. Die isländische Bezeichnung stammt aus der Wikingerzeit. Erkennbar daran, dass der Horizont wie eine angehobene Wand wirkt und Land über der eigentlichen Sichtgrenze auftaucht.

Fata Morgana Fata Morgana · Fata Morgana

Komplexe obere Luftspiegelung, bei der eine Inversion mehrere ineinandergeschobene, abwechselnd aufrechte und gespiegelte Bilder erzeugt. Erkennbar an senkrecht auseinandergezogenen, mauer- oder turmartigen Gebilden über dem Horizont, die sich binnen Sekunden verändern. Anders als die einfache Kimmung liefert sie mehr als zwei Bilder und wirkt wie eine phantastische Skyline.

Fata Bromosa Fata Bromosa · Fata Bromosa

Nebelartige, gleichmäßig helle Wand über dem Horizont, die unter denselben Inversionsbedingungen entsteht wie die Fata Morgana. Statt Türmen und Mauern zeigt sie eine strukturlose weiße Fläche, in der Schiffe scheinbar verschwinden und wieder auftauchen. Anders als echter Nebel behindert sie die Sicht in andere Richtungen nicht.

Fliegender Holländer Fliegender Holländer (Schiffsspiegelung) · Flying Dutchman ship mirage

Erscheinung eines Schiffes, das durch eine obere Luftspiegelung scheinbar über der Wasserlinie schwebt oder verkehrt herum am Himmel hängt. Grundlage ist stets eine Inversion über kaltem Wasser. Erkennbar am sichtbaren Luftspalt zwischen Rumpf und Meeresoberfläche und daran, dass sich das Bild bei geänderter Beobachterhöhe sofort umformt.

Nowaja-Semlja-Effekt Nowaja-Semlja-Effekt · Novaya Zemlya effect

Die Sonne wird sichtbar, obwohl sie geometrisch noch mehrere Grad unter dem Horizont steht: Das Licht wird in einer bodennahen Inversionsschicht über Hunderte Kilometer wie in einem Lichtleiter geführt. Erkennbar an einer stark abgeflachten, in waagerechte Streifen zerlegten Sonnenscheibe am Ende der Polarnacht, die dann Tage zu früh erscheint.

Looming Looming (scheinbares Emporheben) · looming

Refraktionseffekt, bei dem ein Objekt insgesamt höher erscheint, als es geometrisch stehen dürfte, sodass Land jenseits der Kimm sichtbar wird. Anders als bei der oberen Luftspiegelung entsteht dabei kein zusätzliches umgekehrtes Bild: Das Original bleibt aufrecht und wird lediglich angehoben.

Sinking Sinking (scheinbares Absinken) · sinking

Gegenteil des Looming: Entfernte Objekte erscheinen tiefer und verschwinden früher hinter dem Horizont, weil die Luftschichtung das Licht schwächer krümmt als üblich. Typisch über warmem Wasser unter kälterer Luft. Erkennbar daran, dass bekannte Landmarken unten angeschnitten wirken, ohne dass ein Spiegelbild auftritt.

Towering Towering (vertikale Streckung) · towering

Verzerrung, bei der Objekte am Horizont in die Höhe gezogen erscheinen, weil die Lichtkrümmung mit der Höhe zunimmt. Erkennbar daran, dass die Breite unverändert bleibt und allein die Höhe wächst — Leuchttürme, Inseln oder die Sonnenscheibe wirken dadurch schlank und aufgereckt.

Stooping Stooping (vertikale Stauchung) · stooping

Gegenstück zum Towering: Objekte am Horizont wirken zusammengedrückt, weil die Lichtkrümmung mit der Höhe abnimmt. Erkennbar an der unveränderten Breite bei verringerter Höhe; die untergehende Sonne erscheint dann als deutlich flachgedrücktes Oval, ohne dass ein zweites Bild entsteht.

Mock-Mirage Mock-Mirage · mock mirage

Luftspiegelung an einer Inversion, die unterhalb der Augenhöhe des Beobachters liegt; sie schneidet Stücke aus dem oberen Rand entfernter Objekte oder der Sonnenscheibe heraus. Erkennbar an waagerechten Einschnürungen und abgetrennten Streifen im oberen Bildteil, im Gegensatz zur unteren Luftspiegelung, die stets den Unterrand betrifft.

Astronomische Luftspiegelungen Astronomische Luftspiegelungen (verzerrte Gestirne) · astronomical mirages

Verformung von Sonne, Mond oder hellen Planeten dicht über dem Horizont durch Brechung an Luftschichten unterschiedlicher Dichte. Erkennbar an gezackten, treppenartig eingekerbten oder gedoppelten Rändern der Scheibe. Bei Sternen bleibt die Erscheinung punktförmig und äußert sich stattdessen als heftiges Farbfunkeln.

Horizontsonne & Grüner Strahl

Abgeflachte Sonne / abgeflachter Mond Abgeflachte Sonne / abgeflachter Mond · flattened sun / moon

Sonne oder Mond erscheinen am Horizont als querliegendes Oval, weil das Licht vom Unterrand die Atmosphäre flacher durchquert und stärker gebrochen wird als das vom Oberrand. Erkennbar daran, dass die Breite unverändert bleibt und allein die Höhe schrumpft, bei ruhiger Luft auf etwa vier Fünftel.

Omega-Sonne Omega-Sonne (Etruskische Vase) · Omega sun / Etruscan vase

Untergehende Sonne, die über einer scharfen Inversion mit ihrem eigenen Spiegelbild verschmilzt und dabei die Form des griechischen Buchstabens Omega annimmt. Erkennbar an der breiten, füßchenartigen Verbindung zur Horizontlinie; im weiteren Verlauf schnürt sich die Scheibe zur Sanduhr ein.

Grüner Saum Grüner Saum · green rim

Schmaler grüner Streifen am oberen Rand von Sonne oder Mond, der durch die Farbzerlegung in der Atmosphäre entsteht: Grün wird stärker gebrochen als Rot und steht deshalb etwas höher. Der Saum ist meist zu dünn fürs bloße Auge und braucht Fernglas oder Teleobjektiv; der grüne Blitz ist dagegen ein plötzlich vergrößerter Saum.

Roter Saum Roter Saum (Unterrand) · red rim

Gegenstück des grünen Saums am unteren Rand der Sonnen- oder Mondscheibe: Rot wird am schwächsten gebrochen und bleibt daher unten stehen. Im dichten Dunst über dem Horizont ist er oft besser zu sehen als sein grünes Pendant, weil das kurzwellige Licht dort ohnehin weggestreut wird.

Grüner Blitz Grüner Blitz (untere Luftspiegelung) · inferior-mirage green flash

Häufigste Form des grünen Blitzes: Kurz vor dem Verschwinden der Sonne verschmilzt ihr Unterrand mit dem gespiegelten Bild, und der letzte Rest leuchtet ein bis zwei Sekunden grün auf. Erkennbar daran, dass die Sonne zuvor Omega- oder Sanduhrform durchläuft; nötig ist ein tiefer, freier Horizont über warmem Untergrund.

Grüner Blitz Grüner Blitz (Mock-Mirage) · mock-mirage green flash

Grünes Aufleuchten, das sich als schmaler Streifen vom oberen Sonnenrand ablöst, während die Sonne noch gar nicht untergegangen ist. Ursache ist eine Inversion unterhalb der Augenhöhe. Anders als beim Blitz der unteren Luftspiegelung erscheint er höher und deutlich früher, oft mehrfach kurz hintereinander.

Subduct-Blitz Subduct-Blitz · subduct flash

Seltene Form, bei der die Sonne über einer starken Inversion Sanduhrform annimmt und ihr gesamter oberer Teil bis zu etwa fünfzehn Sekunden lang grün leuchtet. Erkennbar an der ungewöhnlich langen Dauer und der Größe der grünen Fläche; die übrigen grünen Blitze halten nur ein bis zwei Sekunden an.

Wolkenkanten-Blitz Wolkenkanten-Blitz · cloud-top green flash

Grünes Aufblitzen, wenn die Sonne nicht hinter dem Horizont, sondern hinter einer scharfen Wolkenoberkante verschwindet. Voraussetzung ist sehr klare Luft, damit das grüne Licht nicht weggestreut wird. Erkennbar am Ort des Geschehens: an einer Wolkenkante hoch über dem Horizont statt an der Horizontlinie selbst.

Grüner Strahl Grüner Strahl · green ray

Deutlich seltenere Steigerung des grünen Blitzes: Vom Punkt des Sonnenuntergangs schießt ein sichtbarer grüner Lichtstrahl senkrecht nach oben. Voraussetzung ist neben der Brechung noch Dunst, an dem der Strahl gestreut wird. Anders als der Blitz, der auf die Sonnenscheibe beschränkt bleibt, erstreckt er sich mehrere Grad in den Himmel.

Blauer Blitz Blauer Blitz · blue flash

Blaues Aufleuchten am oberen Sonnenrand unmittelbar nach dem grünen Blitz, bei außergewöhnlich klarer und trockener Luft. Weil blaues Licht am stärksten weggestreut wird, ist er noch seltener als der grüne. Erkennbar an der Reihenfolge: erst grün, dann für den Bruchteil einer Sekunde blau.

Violetter Blitz Violetter Blitz · violet flash

Äußerste Steigerung der Blitzfarben: Nach Grün und Blau leuchtet der letzte Sonnenrest kurz violett auf. Das gelingt nur in extrem klarer Höhenluft, etwa im Hochgebirge oder über dem offenen Meer, und ist praktisch nur fotografisch zu belegen. Er markiert das kurzwellige Ende derselben Farbzerlegung.

Flimmern & Fernsicht

Luftflimmern Luftflimmern (Hitzeflimmern) · heat shimmer / heat haze

Unruhiges Zittern des Bildes über heißen Flächen wie Asphalt, Feldern oder Dächern, verursacht von aufsteigenden Warmluftblasen wechselnder Dichte. Erkennbar daran, dass Konturen in der Ferne wabern, ohne sich zu spiegeln; bei stärkerer Ausprägung geht das Flimmern in eine untere Luftspiegelung über.

Szintillation Szintillation (Funkeln der Sterne) · stellar scintillation / twinkling

Rasches Helligkeits- und Farbflackern von Sternen, ausgelöst durch Turbulenz in der Atmosphäre, die das punktförmige Licht ständig neu ablenkt. Am stärksten ist es dicht über dem Horizont. Planeten funkeln kaum, weil sie als kleine Scheibchen erscheinen — dieses Merkmal trennt Planet und Stern zuverlässig.

Außergewöhnliche Fernsicht Außergewöhnliche Fernsicht · extraordinary visual range

Sichtweite weit über dem Üblichen, bei der Berge oder Küsten in Hunderten Kilometern Entfernung erkennbar werden; Ursache ist sehr saubere, aerosolarme Luft, oft nach Kaltluftvorstößen oder ausgiebigem Niederschlag. Erkennbar daran, dass ferne Ziele kaum noch bläulich verhangen wirken und ihre Konturen scharf bleiben.

Himmelsfarben, Streuung & Polarisation 15 Einträge

Streuung & Himmelsfarben

Himmelsblau Himmelsblau (Rayleigh-Streuung) · blue sky / Rayleigh scattering

Blaue Farbe des wolkenlosen Himmels: Luftmoleküle streuen kurzwelliges Licht weit stärker als langwelliges, sodass Blau aus dem Sonnenstrahl heraus über den ganzen Himmel verteilt wird. Erkennbar am tiefsten Blau in etwa 90 Grad Abstand zur Sonne, während der Himmel sonnennah und horizontnah heller und milchiger erscheint.

Luftlicht Luftlicht (Dunstblau der Ferne) · airlight / aerial perspective

Bläulicher Schleier, der ferne Berge und Waldkanten überzieht, weil zwischen Auge und Objekt gestreutes Himmelslicht hinzukommt. Je weiter das Ziel entfernt ist, desto blasser und blauer wirkt es. Dieses Aufhellen mit der Entfernung ist das sicherste Merkmal und der Grund, warum sich Tiefe auf Landschaftsfotos ablesen lässt.

Milchiger Himmel Milchiger Himmel (Mie-Streuung) · hazy white sky / Mie scattering

Weißlich-trüber Himmel, der entsteht, wenn größere Teilchen wie Wassertröpfchen, Staub oder Aerosole alle Wellenlängen etwa gleich stark streuen. Erkennbar am fehlenden Blau selbst weit weg von der Sonne und am ausgedehnten hellen Hof rings um sie; reine Luft mit Rayleigh-Streuung ergäbe dagegen tiefes Blau.

Blaue Sonne / Blauer Mond Blaue Sonne / Blauer Mond (Aerosole) · blue sun / blue moon

Sonne oder Mond erscheinen bläulich bis grünlich, wenn die Luft Partikel sehr einheitlicher Größe enthält, wie sie große Wald- oder Ölbrände und manche Vulkanausbrüche liefern. Diese Teilchen streuen ausgerechnet Rot besonders stark weg. Erkennbar an der ungewöhnlich kalten Färbung der Scheibe bei ansonsten dunstigem Himmel.

Staub- oder rauchgerötete Sonne Staub- oder rauchgerötete Sonne · dust- / smoke-reddened sun

Tiefrot oder orange verfärbte, oft matte und direkt anblickbare Sonnenscheibe, wenn Saharastaub oder Rauch von Waldbränden in der Luft liegt. Anders als beim gewöhnlichen Sonnenuntergang tritt die Färbung auch bei hohem Sonnenstand auf, und der gesamte Himmel nimmt einen gelblich-braunen Ton an.

Heller, weißlich-gelber Schein an der Unterseite von Wolken über einer geschlossenen Eisfläche, die das Licht nach oben zurückwirft. Er verrät Meereis weit hinter dem Horizont. Erkennbar am scharf begrenzten hellen Streifen am Wolkenunterrand; sein Gegenstück ist der dunkle Wasserhimmel über offener See.

Wasserhimmel Wasserhimmel (dunkler Widerschein) · water sky

Dunkler, grauschwarzer Streifen an der Wolkenunterseite über offenem Wasser, das anders als Eis kaum Licht zurückwirft. In der Polarschifffahrt dient er zum Aufspüren von Rinnen im Packeis. Erkennbar als dunkles Band an der Wolkenbasis, also genau umgekehrt zum hellen Eisblink.

Glitzerpfad Glitzerpfad (Lichtstraße auf Wasser) · glitter path / sun glitter

Langgezogene, funkelnde Lichtbahn auf einer Wasserfläche, die von Sonne oder Mond zum Beobachter zeigt. Sie entsteht, weil unzählige geneigte Wellenflanken das Licht in jeweils leicht andere Richtungen spiegeln. Erkennbar daran, dass der Pfad stets auf den Beobachter zuläuft und bei stärkerem Wellengang breiter wird.

Polarisation & Spezialeffekte

Himmelspolarisation Himmelspolarisation · skylight polarisation

Das gestreute Licht des blauen Himmels ist teilweise linear polarisiert, am stärksten in einem Band 90 Grad von der Sonne entfernt. Sichtbar wird das mit einem Polarisationsfilter: Beim Drehen dunkelt genau dieser Himmelsstreifen deutlich ab, während der Bereich unmittelbar um die Sonne kaum reagiert.

Haidinger-Büschel Haidinger-Büschel · Haidinger's brush

Schwaches gelblich-blaues Sanduhr- oder Schmetterlingsmuster, das manche Menschen im polarisierten Himmelslicht unmittelbar wahrnehmen; es entsteht im gelben Fleck der Netzhaut. Erkennbar daran, dass das Muster mit dem Blick mitwandert und nach wenigen Sekunden verblasst — es liegt im Auge, nicht am Himmel.

Arago-Punkt Arago-Punkt · Arago neutral point

Stelle am Himmel, an der das Streulicht unpolarisiert ist, rund 20 Grad über dem Gegenpunkt der Sonne. Sie wurde 1809 als erster der neutralen Punkte gefunden. Nachweisbar nur mit Polarisationsfilter, unter dem sich die Helligkeit beim Drehen nicht ändert; anders als Babinet- und Brewster-Punkt liegt sie im sonnenabgewandten Himmel.

Babinet-Punkt Babinet-Punkt · Babinet neutral point

Neutraler Punkt der Himmelspolarisation etwa 15 bis 20 Grad oberhalb der Sonne. Er ist der am leichtesten zugängliche der drei vom Boden aus erreichbaren neutralen Punkte, weil er bei jedem Sonnenstand über dem Horizont bleibt. Vom Brewster-Punkt unterscheidet ihn allein die Lage über statt unter der Sonne.

Brewster-Punkt Brewster-Punkt · Brewster neutral point

Neutraler Punkt rund 15 bis 20 Grad unterhalb der Sonne und damit das Gegenstück zum Babinet-Punkt. Weil er bei tiefem Sonnenstand unter den Horizont rutscht, ist er nur bei höher stehender Sonne beobachtbar und liegt dann im hellsten, sonnennahen Himmelsbereich, was den Nachweis zusätzlich erschwert.

Vierter neutraler Punkt Vierter neutraler Punkt · fourth neutral point

Vierter unpolarisierter Punkt am Himmel, etwa 20 Grad unterhalb des Gegenpunkts der Sonne und damit für einen Beobachter am Boden stets unter dem Horizont. Nachweisen lässt er sich nur aus der Luft mit Blick nach unten; der Erstnachweis gelang 2002 von einem Ballon aus.

Oppositionseffekt Oppositionseffekt (trockener Heiligenschein) · opposition effect / dry heiligenschein

Aufhellung einer rauen Oberfläche genau in der Blickrichtung entgegen der Sonne, weil dort keine Schatten sichtbar sind: Jeder Körnchenschatten liegt hinter seinem Körnchen verborgen. Erkennbar am hellen Hof um den eigenen Kopfschatten auf trockenem Sand, Schotter oder Stoppelfeld, also ganz ohne Tau und ohne Farbringe.

Dämmerungsphänomene 24 Einträge

Phasen & Dämmerungslicht

Bürgerliche Dämmerung Bürgerliche Dämmerung · civil twilight

Erste Dämmerungsphase, solange die Sonnenmitte zwischen 0 und 6 Grad unter dem Horizont steht. Es ist noch so hell, dass sich im Freien ohne künstliches Licht arbeiten und lesen lässt und nur die hellsten Gestirne zu sehen sind. Erkennbar am noch farbig glühenden Horizont bei bereits verschwundener Sonnenscheibe.

Nautische Dämmerung Nautische Dämmerung · nautical twilight

Zweite Dämmerungsphase mit der Sonne 6 bis 12 Grad unter dem Horizont. Ihr Name stammt aus der Seefahrt: Helle Sterne und die Kimm sind gleichzeitig erkennbar, sodass sich mit dem Sextanten navigieren lässt. Landschaftsdetails am Boden verlieren in dieser Phase ihre Farbe und verschwimmen.

Astronomische Dämmerung Astronomische Dämmerung · astronomical twilight

Letzte Dämmerungsphase mit der Sonne 12 bis 18 Grad unter dem Horizont. Der Himmel wirkt für das Auge bereits nachtschwarz, doch Restlicht stört lichtschwache Beobachtungen noch. Ihr Ende bei 18 Grad markiert den Beginn der wahren Nacht; in Mitteleuropa wird dieser Punkt im Hochsommer gar nicht mehr erreicht.

Blaue Stunde Blaue Stunde · blue hour

Zeitspanne kurz vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, in der der Himmel in ein gesättigtes, tiefes Blau taucht. Ursache ist Restlicht, dem die Ozonschicht die roten Anteile entzieht. Erkennbar am gleichmäßigen Blau über dem ganzen Himmel und daran, dass Kunstlicht und Himmelshelligkeit sich ungefähr die Waage halten.

Goldene Stunde Goldene Stunde · golden hour

Zeitraum um Sonnenauf- und -untergang, in dem die tief stehende Sonne warm getöntes Licht liefert, weil ihr langer Weg durch die Atmosphäre die blauen Anteile wegstreut. Erkennbar an langen, weichen Schatten und der goldgelben bis orangeroten Färbung aller angestrahlten Flächen; anders als in der blauen Stunde steht die Sonne noch über dem Horizont.

Morgenrot & Abendrot Morgenrot & Abendrot (Himmelsröte) · sunrise / sunset reds

Rötliche Färbung von Himmel und Wolken um Sonnenauf- und -untergang, weil das flach einfallende Licht auf seinem langen Weg durch die Luft die blauen Anteile verliert. Erkennbar daran, dass die Röte von der Sonnenseite ausgeht und mit dem Abstand zur Sonne abnimmt; die Gegendämmerung steht dagegen im gegenüberliegenden Himmel.

Helles Dämmerungssegment Helles Dämmerungssegment (Dämmerungsbogen) · bright twilight segment / twilight arch

Heller, gelblich bis orange leuchtender Bogen über dem Punkt des Sonnenuntergangs, dessen Oberkante sich gegen das dunklere Blau darüber absetzt. Er markiert den noch von der Sonne beschienenen Teil der Atmosphäre. Mit sinkender Sonne wird er flacher und rückt immer näher an den Horizont heran.

Erdschatten Erdschatten (dunkles Segment) · Earth's shadow / dark segment

Blaugraues bis violettes Band, das nach Sonnenuntergang im Osten über dem Horizont aufsteigt: der Schatten der Erde selbst, in die Atmosphäre projiziert. Erkennbar am scharf abgesetzten, waagerecht verlaufenden Oberrand, der im Verlauf der Dämmerung sichtbar höher steigt und schließlich den ganzen Himmel einnimmt.

Venusgürtel Venusgürtel (Gegendämmerung) · Belt of Venus / antitwilight arch

Rosafarbenes Band unmittelbar über dem Erdschatten im der Sonne gegenüberliegenden Himmel. Es entsteht, weil dort noch von der untergehenden Sonne gerötetes Licht zurückgestreut wird. Erkennbar an der klaren Schichtung: unten das graublaue Schattenband, darüber der rosa Streifen, darüber das gewöhnliche Himmelsblau.

Purpurlicht Purpurlicht · purple light

Purpurne bis violette Aufhellung hoch über dem Punkt des Sonnenuntergangs, die etwa zehn bis zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang ihr Maximum erreicht, also erst wenn das Abendrot am Horizont schon abklingt. Ursache ist Streuung an der Aerosolschicht in rund 20 Kilometern Höhe. Erkennbar am Purpurton weit oberhalb der Horizontröte.

Zweites Purpurlicht Zweites Purpurlicht · second purple light

Erneutes, schwächeres Aufleuchten des Purpurs, wenn die Sonne bereits rund sechs Grad unter dem Horizont steht und das erste Purpurlicht längst verblasst ist. Es tritt fast nur nach großen Vulkanausbrüchen auf und gilt deshalb als Anzeiger für zusätzliche Partikel in der Stratosphäre.

Nachglühen Nachglühen · afterglow

Diffuses, rosa bis kupferfarbenes Leuchten des westlichen Himmels, das nach dem Verblassen des Purpurlichts noch bleibt und den Boden schwach ausleuchtet. Anders als das Abendrot ist es an keine einzelne Wolke gebunden, sondern erfüllt einen ganzen Himmelsbereich gleichmäßig und ohne erkennbare Struktur.

Vulkanisch verstärkte Dämmerung Vulkanisch verstärkte Dämmerung · volcanic twilight

Ungewöhnlich lange und farbintensive Dämmerung nach großen Vulkanausbrüchen, weil Schwefelsäuretröpfchen in der Stratosphäre zusätzliches Licht streuen. Erkennbar an kräftigem Purpur bis Blutrot, das seinen Höhepunkt erst deutlich nach Sonnenuntergang hat, sowie an gestreiften, wellig gebänderten Strukturen hoch am Himmel.

Alpenglühen Alpenglühen · alpenglow

Rötliche Färbung hoher Berggipfel kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang. Im engeren Sinn meint der Begriff das zweite, schwächere Leuchten, wenn die Sonne für die Gipfel bereits untergegangen ist und das Licht aus der Gegendämmerung stammt. Erkennbar am rosa Schimmer der Gipfel bei bereits dunklem Tal.

Strahlen & Schatten

Dämmerungsstrahlen Dämmerungsstrahlen (Strahlenbüschel) · crepuscular rays

Von der Sonne ausgehende helle und dunkle Streifen, die entstehen, wenn Wolken oder Berge Schatten in dunsthaltige Luft werfen. Erkennbar daran, dass alle Strahlen scheinbar in der Sonne zusammenlaufen; tatsächlich verlaufen sie parallel, und die Bündelung ist eine reine Wirkung der Perspektive.

Gegendämmerungsstrahlen Gegendämmerungsstrahlen · anticrepuscular rays

Dieselben Schattenstreifen, jedoch im Himmel gegenüber der Sonne, wo sie scheinbar auf den Gegenpunkt zulaufen. Erkennbar daran, dass sie zum Gegenpunkt hin schmaler werden, während der Beobachter die Sonne im Rücken hat; die gewöhnlichen Dämmerungsstrahlen laufen dagegen auf die Sonne selbst zu.

Jakobsleiter Jakobsleiter (Strahlen durch Wolkenlücken) · Jacob's ladder / sunbeams

Besonders auffällige Form der Dämmerungsstrahlen, bei der einzelne Lichtbündel durch Löcher in einer geschlossenen Wolkendecke schräg zum Boden fallen. Erkennbar an den scharf begrenzten hellen Bahnen mit sichtbarem Auftreffpunkt auf Landschaft oder Wasser; nötig sind Dunst oder Feuchte, an denen sich das Licht streut.

Wolkenschattenstrahlen Wolkenschattenstrahlen · cloud-shadow rays

Dunkle Streifen, die einzelne Wolken in die dunstige Luft werfen und die sich vom helleren Himmel abheben, gewissermaßen das Negativ der Jakobsleiter. Erkennbar daran, dass hier die Schatten und nicht die Lichtbahnen das auffällige Element sind und sich jeder Streifen einer bestimmten Wolke zuordnen lässt.

Bergschatten Bergschatten (Schattenpyramide) · mountain shadow

Der Schatten eines Berges, der bei tiefem Sonnenstand in die dunstige Atmosphäre geworfen wird und dabei stets dreieckig zuläuft, unabhängig von der wirklichen Gipfelform. Ursache ist die Perspektive des sehr langen Schattens. Erkennbar an der scharfen Dreiecksspitze, die genau auf den Gegenpunkt der Sonne zeigt.

Polare Lichtverhältnisse

Mitternachtssonne Mitternachtssonne · midnight sun

Sonne, die polwärts der Polarkreise im Sommer auch um Mitternacht über dem Horizont bleibt, weil die Erdachse zur Sonne geneigt ist. Erkennbar daran, dass die Sonnenscheibe den Horizont nur streift oder knapp darüber entlangwandert und danach wieder steigt, ohne unterzugehen.

Polartag Polartag · polar day

Zeitraum, in dem die Sonne über mehrere Tage bis Monate hinweg überhaupt nicht untergeht; er umfasst die Mitternachtssonne, bezeichnet aber die gesamte Periode statt des einzelnen Nachtereignisses. Seine Länge wächst vom Polarkreis mit einem einzigen Tag bis zum Pol mit rund einem halben Jahr.

Polarnacht Polarnacht · polar night

Gegenstück zum Polartag: Die Sonnenscheibe bleibt über Tage bis Monate vollständig unter dem Horizont. Völlig finster ist es dabei nicht — solange die Sonne weniger als 18 Grad unter dem Horizont steht, herrscht um die Mittagszeit Dämmerung mit blauem oder rötlichem Licht.

Weiße Nächte Weiße Nächte · white nights

Nächte in hohen Breiten unterhalb des Polarkreises, in denen die Sonne zwar untergeht, aber nie tiefer als sechs Grad sinkt, sodass durchgehend bürgerliche Dämmerung herrscht. Erkennbar daran, dass es nie wirklich dunkel wird und sich auch um Mitternacht ohne künstliches Licht lesen lässt.

Graue Nächte Graue Nächte · grey nights

Nächte, in denen die Sonne zwischen 6 und 12 Grad unter den Horizont sinkt, sodass dauerhaft nautische Dämmerung herrscht. Der Himmel wird dunkler als in weißen Nächten, bleibt aber am Nordhorizont hell; die hellsten Sterne sind sichtbar, lichtschwache Objekte dagegen nicht.

Gewitter & Sturmstrukturen 73 Einträge

Gewittertypen

Wärmegewitter Wärmegewitter (Hitzegewitter) · heat thunderstorm

Gewitter, das allein aus der Tageserwärmung des Bodens entsteht: Die aufgeheizte Luft steigt auf, kondensiert und wächst bei genügend labiler Schichtung zum Cumulonimbus. Erkennbar am ausgeprägten Tagesgang mit Bildung am Nachmittag, Höhepunkt am frühen Abend und rascher Auflösung nach Sonnenuntergang, meist bei schwachem Höhenwind und ohne jeden Frontdurchgang.

Luftmassengewitter Luftmassengewitter · air-mass thunderstorm

Gewitter innerhalb einer einheitlichen, labil geschichteten Luftmasse ohne Beteiligung einer Front. Erkennbar daran, dass die Zellen verstreut und ungeordnet über der Landschaft stehen, statt sich wie an einer Front zu einer Linie zu reihen; sie ziehen langsam und bleiben meist einzeln.

Frontgewitter Frontgewitter · frontal thunderstorm

Gewitter, das durch das Aufgleiten oder Unterschneiden von Luftmassen an einer Front ausgelöst wird, am kräftigsten an einer Kaltfront, die die Warmluft anhebt. Erkennbar an der langgestreckten, oft hunderte Kilometer messenden Anordnung der Zellen und am abrupten Wind- und Temperatursprung beim Durchzug.

Präfrontales Gewitter Präfrontales Gewitter · pre-frontal thunderstorm

Gewitter, das einige zehn bis hundert Kilometer vor einer Kaltfront in der Warmluft entsteht, meist an einer vorlaufenden Konvergenzlinie. Erkennbar daran, dass es bei noch schwülwarmem Wetter und offenen Wolkenlücken aufzieht, während die eigentliche Front erst Stunden später folgt; solche Zellen sind oft die kräftigsten des Tages.

Orographisches Gewitter Orographisches Gewitter · orographic thunderstorm

Gewitter über Bergland, bei dem die Hebung nicht von der Thermik allein, sondern vom erzwungenen Aufsteigen der Luft am Hang geleistet wird. Erkennbar daran, dass sich die Zellen immer wieder über denselben Kämmen bilden und ortsfest wirken, weil ständig neue Luft nachströmt und am selben Hang gehoben wird.

Einzelzelle Einzelzelle (Impulsgewitter) · single-cell / pulse storm

Kurzlebiges Gewitter aus einem einzigen Auf- und Abwindpaar, das nach etwa zwanzig bis sechzig Minuten von seinem eigenen kalten Abwind erstickt wird. Erkennbar an der isolierten Zelle mit nur einem Niederschlagskern und daran, dass der Amboss kaum verweht wird, weil die Windscherung fehlt.

Multizellencluster Multizellencluster · multicell cluster

Gruppe von Gewitterzellen unterschiedlichen Alters, bei der die Böenfront einer reifen Zelle an ihrem Rand ständig neue Aufwinde auslöst. Erkennbar daran, dass neben dem abregnenden Kern frische Quelltürme stehen und sich das Gewitter als Ganzes weit länger hält als jede einzelne Zelle darin.

Multizellenlinie Multizellenlinie · multicell line

Aneinandergereihte Multizellen, die sich entlang einer gemeinsamen Konvergenz- oder Böenlinie ordnen. Erkennbar an der durchgehenden, quer zur Zugrichtung stehenden Wolkenwand mit mehreren nebeneinander aufragenden Türmen; anders als beim ungeordneten Cluster gibt es eine klare Front, hinter der der Niederschlag flächig folgt.

Superzelle Superzelle · supercell

Gewitter mit einem dauerhaft rotierenden Aufwind, der Mesozyklone; die Drehung entsteht, wenn die Windscherung waagerechte Wirbelröhren erzeugt, die der Aufwind aufrichtet. Erkennbar an der über Stunden bestehenden, sichtbar drehenden Aufwindbasis, an spiralig eingedrehten Streifen an der Wolkenunterseite und daran, dass die Zelle von der Höhenströmung nach rechts abweicht.

Klassische Superzelle Klassische Superzelle · classic supercell

Superzelle mit deutlicher Trennung von Auf- und Abwind: Der Niederschlag fällt unmittelbar neben dem rotierenden Aufwind, nicht in ihm. Erkennbar an der breiten, gestreiften und niederschlagsfreien Aufwindbasis, unter der eine Wall Cloud hängen kann, während der Regenvorhang klar abgesetzt daneben steht — die für Beobachter günstigste Konstellation.

LP-Superzelle LP-Superzelle (niederschlagsarm) · low-precipitation supercell

Niederschlagsarme Superzelle aus einer Umgebung mit starker Scherung, aber wenig Feuchte; im Bereich des Aufwinds fällt kaum Regen. Erkennbar an der frei stehenden, skulpturartig gestreiften Wolke ohne nennenswerten Regenvorhang, oft mit sichtbarer Rotation und fast durchsichtiger Basis. Tornados sind selten, großer Hagel dagegen häufig.

HP-Superzelle HP-Superzelle (niederschlagsreich) · high-precipitation supercell

Niederschlagsreiche Superzelle, bei der Auf- und Abwind kaum getrennt sind und sich der Regen um den rotierenden Aufwind herumwickelt. Erkennbar an der dunklen, geschlossenen Regenwand ohne freien Blick auf die Basis; ein Tornado bleibt hier meist regenverhüllt, was diesen Typ für Beobachter am gefährlichsten macht.

Mini-Superzelle Mini-Superzelle · mini / low-topped supercell

Superzelle mit allen Merkmalen der großen Vorbilder, aber deutlich geringerer Höhe, wie sie bei niedriger Tropopause in Kaltluft oder am Rand tropischer Wirbelstürme entsteht. Erkennbar daran, dass Rotation und Struktur klar vorhanden sind, der Amboss aber ungewöhnlich tief liegt und die Zelle auf dem Radar klein wirkt.

Zyklische Superzelle Zyklische Superzelle · cyclic supercell

Superzelle, die nacheinander mehrere Mesozyklonen durchläuft: Der Rückflanken-Abwind schnürt den alten Wirbel ab, während sich daneben bereits ein neuer bildet. Erkennbar daran, dass sich Wall Cloud und mögliche Tornados in Schüben wiederholen und der Aufwind jeweils ein Stück versetzt neu aufbaut.

Mesozyklone Mesozyklone · mesocyclone

Rotierender Aufwindbereich von etwa zwei bis zehn Kilometern Durchmesser im Inneren einer Superzelle, der die gesamte Zelle organisiert und über Stunden stabil hält. Vom Boden erkennbar an der drehenden Aufwindbasis und den eingedrehten Streifen darüber, auf dem Radar am eng benachbarten Paar von Zu- und Abströmung in den Geschwindigkeitsdaten.

Mesoskaliges konvektives System Mesoskaliges konvektives System · mesoscale convective system (MCS)

Zusammenhängender Gewitterkomplex von mehr als hundert Kilometern Ausdehnung, der eine eigene Zirkulation entwickelt und dadurch weit länger lebt als seine Einzelzellen. Erkennbar am ausgedehnten gemeinsamen Amboss und am zweigeteilten Niederschlag: vorn die konvektive Linie, dahinter ein breiter, gleichmäßiger Schirmregen.

Mesoskaliger konvektiver Komplex Mesoskaliger konvektiver Komplex · mesoscale convective complex (MCC)

Besonders große und langlebige Form des mesoskaligen konvektiven Systems, über Satellitenkriterien definiert: eine sehr kalte, nahezu kreisrunde Wolkenschirmfläche, die mindestens sechs Stunden Bestand hat. Erkennbar allein auf dem Satellitenbild am runden, gleichmäßigen Schirm; vom Boden aus erlebt man nur eine sehr lange Gewitternacht.

Mesoskaliger konvektiver Wirbel Mesoskaliger konvektiver Wirbel · mesoscale convective vortex (MCV)

Schwacher Tiefdruckwirbel in mittleren Höhen, den ein abklingendes mesoskaliges System als Erbe hinterlässt und der tagelang weiterziehen kann. Erkennbar am spiralig eingerollten Wolkenrest auf dem Satellitenbild; er dient am Folgetag häufig als Auslöser für neue Gewitter.

Böenlinie Böenlinie · squall line

Langgestreckte, oft mehrere hundert Kilometer messende Gewitterlinie, deren Zellen von einer gemeinsamen, zusammengeflossenen Böenfront am Vorderrand angetrieben werden. Erkennbar an der geschlossenen Wolkenwand über die gesamte Horizontbreite, häufig mit Shelf Cloud, und am schlagartigen Windsprung mit Temperatursturz beim Durchzug.

Quasi-lineares konvektives System Quasi-lineares konvektives System · quasi-linear convective system (QLCS)

Sammelbegriff für alle linienhaft organisierten Gewittersysteme, also Böenlinien, Bogenechos und deren Mischformen. Der Begriff betont, dass nicht einzelne Zellen, sondern die Linie als Ganzes das Wettergeschehen bestimmt. Kennzeichen sind flächige Sturmböen entlang der Linie und kurzlebige, schwer vorhersagbare Wirbel an ihren Wellen.

Derecho Derecho · derecho

Langgestrecktes Sturmereignis, bei dem ein rasch ziehendes Gewittersystem über eine Zugbahn von mehreren hundert Kilometern flächig schwere Fallböen erzeugt. Als Richtwerte gelten eine Schadensspur von über 650 Kilometern Länge und mindestens 100 Kilometern Breite mit durchgehend Böen ab etwa 93 km/h. Erkennbar an der über die ganze Spur gleichgerichteten Schadensrichtung; beim Tornado zeigen die Schäden dagegen zueinander.

Zugstraßen-Gewitter Zugstraßen-Gewitter (Training) · training / back-building storms

Gewitterzellen, die wie Waggons eines Zuges nacheinander über dieselbe Linie ziehen, weil sich neue Zellen quer zur Zugrichtung immer wieder am selben Ort bilden. Erkennbar daran, dass der Regen an einem Ort stundenlang nicht nachlässt, obwohl die einzelnen Zellen weiterziehen; dieses Muster verursacht die meisten konvektiven Überschwemmungen.

Trockengewitter Trockengewitter · dry thunderstorm

Gewitter, dessen Regen in einer sehr trockenen Schicht unterhalb der Wolke vollständig verdunstet, bevor er den Boden erreicht. Erkennbar an Blitz und Donner bei trockenem Boden und an den weit über dem Boden endenden Fallstreifen. Wegen der Blitze ohne löschenden Regen ist es ein häufiger Auslöser von Waldbränden.

Wintergewitter Wintergewitter (Thundersnow) · thundersnow

Gewitter, dessen Niederschlag als Schnee oder Graupel fällt, meist bei Kaltluftvorstoß über deutlich wärmerem Meer oder in kräftigen Schauerstaffeln hinter einer Kaltfront. Erkennbar daran, dass Blitz und Donner mit dichtem Schneefall zusammenfallen; die Schneedecke dämpft den Schall, sodass der Donner ungewöhnlich kurz und dumpf klingt.

Monsungewitter Monsungewitter · monsoon thunderstorm

Gewitter der sommerlichen Monsunzirkulation, bei der feuchte Meeresluft weit über erhitzte Landmassen strömt und dort Tag für Tag neu ausgelöst wird. Erkennbar an der Regelmäßigkeit über Wochen, an sehr hohen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit und daran, dass sich der Tagesgang fast unverändert wiederholt.

Höhengewitter Höhengewitter (abgehobene Konvektion) · elevated thunderstorm

Gewitter, dessen Aufwind nicht am Boden, sondern oberhalb einer stabilen bodennahen Schicht beginnt, häufig durch Aufgleiten an einer Warmfront. Erkennbar daran, dass es blitzt und regnet, ohne dass eine Böenfront durchzieht und ohne den sonst üblichen Temperatursturz; die Wolkenbasis liegt auffallend hoch.

Nachtgewitter Nachtgewitter · nocturnal thunderstorm

Gewitter, das in der zweiten Nachthälfte sein Maximum erreicht, weil ein nächtlicher Tiefstrahlstrom feuchte Luft heranführt und über der auskühlenden Bodenschicht hebt. Erkennbar daran, dass die Zellen in ruhiger Nacht ohne vorherige Tageskonvektion aufziehen; sie sind fast immer abgehoben und treten meist als organisiertes System auf.

Hagelgewitter Hagelgewitter · hailstorm

Gewitter mit so kräftigem und lang anhaltendem Aufwind, dass Eiskörner mehrfach umlaufen und über fünf Millimeter groß werden. Erkennbar an der weiß bis grünlich leuchtenden Färbung des Niederschlagskerns, am scharf begrenzten hellen Hagelschacht und am Rauschen, das lauter und härter klingt als gewöhnlicher Regen.

Katatumbo-Dauergewitter Katatumbo-Dauergewitter · Catatumbo lightning storm

Nahezu allnächtliche Gewittertätigkeit über der Mündung des Catatumbo in den Maracaibo-See in Venezuela, wo kühle Fallwinde aus den Anden auf die sehr warme, feuchte Seeluft treffen. Erkennbar an der Beständigkeit: An weit über hundert Nächten im Jahr blitzt es stundenlang über derselben Stelle, aus der Ferne oft ohne hörbaren Donner.

Zellteilung Zellteilung (Right- und Left-Mover) · storm splitting (right / left mover)

Aufspaltung einer Gewitterzelle in zwei Teile, wenn der Abwind den Aufwind in der Mitte teilt; bei gedrehtem Windprofil überlebt meist die rechte, zyklonal drehende Hälfte. Erkennbar daran, dass aus einer Zelle zwei werden, die auseinanderlaufen: der Right-Mover nach rechts von der Höhenströmung, der Left-Mover nach links.

Sturmstrukturen

Amboss Amboss · anvil / incus

Nach oben ausgebreiteter, eisiger Oberteil eines Gewitters: An der Tropopause findet der Aufwind keinen Auftrieb mehr und fließt seitlich ab. Erkennbar an der scharfen, waagerecht abgeschnittenen Oberkante und der faserigen Struktur aus Eiskristallen; wächst der Gipfel dagegen noch blumenkohlartig, ist der Amboss noch nicht ausgebildet.

Overshooting Top Overshooting Top (Wolkendom) · overshooting top

Kuppel, die ein besonders kräftiger Aufwind durch seinen Schwung über die Ambossfläche hinaus bis in die Stratosphäre schiebt. Erkennbar an dem einzelnen, blumenkohlartig festen Buckel, der aus der sonst glatten Ambossoberfläche herausragt; er zeigt an, wo der stärkste Aufwind sitzt, und hält oft nur wenige Minuten.

Knuckles Knuckles (Ambosswülste) · anvil knuckles

Reihe rundlicher, nach unten gerichteter Wülste an der Unterseite des Ambosses, die durch absinkende und dabei mischende Luft am Ambossrand entstehen. Erkennbar an den knöchelartig aneinandergereihten Beulen entlang der Ambosskante; sie sitzen am Rand, während Mammatus flächig unter dem Amboss hängen.

Mammatus Mammatus · mammatus / mamma

Beutelförmige Ausbuchtungen an der Unterseite eines Ambosses, die entstehen, wenn eisbeladene Luft in die trockenere Schicht darunter absinkt und dort verdunstet. Erkennbar an den regelmäßig gereihten, glatt gerundeten Säcken; sie treten meist an der Rückseite eines abziehenden Gewitters auf und sind kein Anzeichen für Tornados.

Shelf Cloud Shelf Cloud (Böenkragen) · shelf cloud / arcus

Keilförmige Wolkenwand am Vorderrand eines Gewitters, wo die ausströmende Kaltluft die warme Umgebungsluft wie ein Pflug anhebt. Erkennbar an der glatten Keilform, die sich vom Regen weg nach vorn schiebt und fest mit der Wolke darüber verbunden ist. Anders als die Wall Cloud sitzt sie vorn und dreht nicht; unmittelbar danach folgen die Sturmböen.

Roll Cloud Roll Cloud (Böenwalze) · roll cloud

Waagerecht liegende, um ihre Längsachse rotierende Wolkenwalze an einer Böenfront. Erkennbar daran, dass sie völlig frei steht und nach oben keine Verbindung zur Gewitterwolke hat; genau darin unterscheidet sie sich von der Shelf Cloud, die stets an der Cumulonimbus-Basis hängt.

Wall Cloud Wall Cloud (Mauerwolke) · wall cloud / murus

Örtliche Absenkung der niederschlagsfreien Basis unter dem stärksten Aufwind einer Superzelle: Feuchte Abwindluft wird eingesogen und kondensiert schon unterhalb der übrigen Basis. Erkennbar an dem abgesetzten, oft langsam drehenden Wolkenblock im hinteren Teil des Gewitters, der zur Regenwand hin geneigt ist. Anders als die Shelf Cloud steht sie nie am Vorderrand.

Tail Cloud Tail Cloud (Schweifwolke) · tail cloud / cauda

Waagerechtes Wolkenband, das aus dem Niederschlagsbereich heraus auf die Wall Cloud zuläuft und deren Zustrom sichtbar macht. Erkennbar daran, dass es auf gleicher Höhe wie die Wall Cloud ansetzt, mit ihr verbunden ist und die Wolkenfetzen darin sichtbar zur Wall Cloud hin wandern.

Beaver Tail Beaver Tail (Biberschwanz) · beaver tail / flumen

Breites, flaches Einströmband, das seitlich zum Aufwind einer Superzelle führt und ungefähr entlang der Grenze zur kühleren Ausflussluft liegt. Erkennbar an der glatten, bandartig flachen Form auf Höhe der Aufwindbasis; anders als die Tail Cloud sitzt es höher und ist nicht mit der Wall Cloud verbunden.

Aufwindbasis Aufwindbasis · updraft base

Die Wolkenunterseite über dem Bereich, in dem Luft in das Gewitter einströmt und aufsteigt. Erkennbar an der niederschlagsfreien, oft auffällig glatten und scharf begrenzten Fläche, unter der die Wolkenfetzen nach oben und in die Wolke hinein wandern, statt nach unten zu fallen.

Inflow-Bänder Inflow-Bänder (Striations) · inflow bands / striations

Bänder tiefer Wolken, die parallel zum bodennahen Wind auf ein Gewitter zulaufen und zeigen, wie kräftig es Luft ansaugt. Bei einer rotierenden Superzelle legen sie sich als eingedrehte Streifen um den Aufwind. Erkennbar an der klaren Vorzugsrichtung, die alle Bänder auf denselben Punkt zulaufen lässt.

Barber Pole Barber Pole (Schraubenaufwind) · barber pole updraft

Aufwindturm einer Superzelle, dessen Streifen sich wie beim Schild eines Barbiers schraubenförmig nach oben winden. Erkennbar an der spiralig aufsteigenden Riffelung an der Turmflanke, die die Rotation der Mesozyklone unmittelbar sichtbar macht; der Turm wirkt dabei glatt und wie ausgedreht.

Low-Level-Inflow-Jet Low-Level-Inflow-Jet · low-level inflow jet

Schmales Band besonders kräftigen bodennahen Windes, das feuchte Luft in den Aufwind eines Gewitters oder Systems liefert. Erkennbar am auffallend starken, gleichmäßigen Wind, der auf das Gewitter zu weht statt von ihm weg; er ist warm und feucht, während die Böenfront kalt herausströmt.

Flankenlinie Flankenlinie · flanking line

Treppenartig gestaffelte Reihe von Quelltürmen, die an der Einströmseite eines Gewitters zum Hauptturm hin ansteigt. Erkennbar an der stufenförmigen Anordnung, bei der die Türme zum Gewitter hin immer höher werden; hier entstehen die neuen Aufwinde, die die Zelle am Leben halten.

Niederschlagsfreie Basis Niederschlagsfreie Basis · rain-free base

Der Teil der Gewitterbasis, unter dem kein Regen fällt, weil dort Luft einströmt und aufsteigt. Erkennbar an der hellen, scharf abgesetzten Fläche neben dem dunklen Regenvorhang; Wall Cloud und Tornados entstehen fast ausschließlich in diesem Bereich und nicht im Niederschlag.

Niederschlagskern Niederschlagskern · precipitation core

Der Bereich eines Gewitters mit der höchsten Niederschlagsintensität, in dem der Abwind das mitgeführte Wasser und Eis gebündelt zu Boden bringt. Erkennbar am dunkelsten, undurchsichtigsten Teil des Regenvorhangs mit klar gezeichneter Kante; auf dem Radar entspricht ihm der rot bis violett eingefärbte Bereich.

Regenfuß Regenfuß · rain foot

Nach außen gebogener Ausschlag am unteren Ende eines Regenvorhangs, wo der aufprallende Abwind waagerecht auseinanderläuft und den Niederschlag mitreißt. Erkennbar an der auffälligen Knickstelle knapp über dem Boden; sie zeigt eine kräftige Fallbö an und geht oft mit aufgewirbeltem Staub einher.

Hagelschacht Hagelschacht · hail shaft

Der Teil des Niederschlagsvorhangs, in dem der Hagel fällt. Erkennbar an der weiß bis blaugrün leuchtenden, gegenüber dem umgebenden grauen Regen deutlich helleren Säule mit scharfer Kante; darunter ist der Boden häufig schon aus großer Entfernung weiß gefärbt.

Böenfront Böenfront · gust front

Vorderkante der aus einem Gewitter ausströmenden Kaltluft, an der die warme Umgebungsluft schlagartig angehoben wird. Erkennbar am plötzlichen Umspringen des Windes auf das Gewitter zu, am rasch fallenden Thermometer und an aufgewirbeltem Staub, häufig unter einer Shelf Cloud; der Regen setzt erst Minuten später ein.

Outflow-Grenze Outflow-Grenze · outflow boundary

Übrig gebliebene Grenzlinie kühler Gewitterausflussluft, die noch stundenlang weiterzieht, nachdem die Zelle längst zerfallen ist. Erkennbar an einer schmalen Linie flacher Quellwolken, die frei über der Landschaft steht; trifft neue Konvektion auf sie, kann sie am Nachmittag kräftige Gewitter auslösen.

Whale's Mouth Whale's Mouth (Walmaul) · whale's mouth

Blick auf die zerklüftete Unterseite der Gewitterwolke, kurz nachdem die Böenfront durchgezogen ist. Erkennbar an der tief hängenden, wellig-blasigen Wolkendecke, die sich wie ein aufgerissener Rachen über den Beobachter schiebt; man sieht sie stets von hinten, also gegen die Zugrichtung des Gewitters.

Vorderflanken-Abwind Vorderflanken-Abwind · forward flank downdraft (FFD)

Der von Regen und Verdunstungskälte getragene Abwind im vorderen, niederschlagsreichen Teil einer Superzelle. Erkennbar an der breiten, gleichmäßigen Regenwand, aus der kühle Luft ausströmt; ihre Vorderkante bildet eine Temperaturgrenze, an der sich der Zustrom zum Aufwind zusätzlich verwirbelt.

Rückflanken-Abwind Rückflanken-Abwind · rear flank downdraft (RFD)

Trockener, oft ungewöhnlich warmer Abwind, der auf der Rückseite des rotierenden Aufwinds herabstößt und sich um ihn herumwickelt. Erkennbar daran, dass die Wolkenbasis hinter der Wall Cloud aufreißt und aufklart, während gleichzeitig der Wind auffrischt; er gilt als wesentlicher Auslöser der Tornadobildung.

Clear Slot Clear Slot (Klarschlitz) · clear slot / RFD notch

Aufklarender Streifen an der Basis, den der herabsinkende Rückflanken-Abwind in die Wolke schneidet. Erkennbar an dem hellen, keilförmigen Schlitz, der sich seitlich an der Wall Cloud vorbeischiebt und sie zunehmend umschließt; er gilt als eines der deutlichsten Warnzeichen kurz vor einem Tornado.

Bear's Cage Bear's Cage (Bärenkäfig) · bear's cage

Der von Regen- und Hagelvorhängen ringsum eingeschlossene Bereich um den Mesozyklonkern einer niederschlagsreichen Superzelle. Erkennbar daran, dass sich der Niederschlag als geschlossener Vorhang um eine dunkle Lücke legt; ein Tornado darin bleibt unsichtbar, weshalb dieser Bereich als der gefährlichste einer Superzelle gilt.

Rückgescherter Amboss Rückgescherter Amboss · back-sheared anvil

Amboss, der sich entgegen der Höhenströmung auch nach hinten über den Aufwind hinaus ausbreitet. Erkennbar daran, dass die Wolkenfahne auf der windzugewandten Seite über die Zelle hinaussteht, statt nur nach vorn zu ziehen; das ist ein zuverlässiges Zeichen für einen sehr kräftigen Aufwind.

Verwaister Amboss Verwaister Amboss · orphan anvil

Zurückgebliebener Ambossrest, dessen zugehöriger Aufwindturm sich bereits aufgelöst hat. Erkennbar an der frei stehenden, faserigen Eiswolke ohne Quellwolke darunter; sie ist klar von der noch aktiven Zelle zu unterscheiden, deren Amboss immer mit einem Turm verbunden bleibt.

Abwinde & Böen

Downburst Downburst · downburst

Kräftig herabstürzender Luftstrom aus einer Gewitterwolke, der am Boden auftrifft und sternförmig nach allen Seiten auseinanderläuft. Erkennbar am Schadensbild: Bäume und Halme liegen strahlenförmig vom Auftreffpunkt weg, während sie beim Tornado zu einer Linie hin zusammengedreht sind.

Microburst Microburst (nass / trocken) · microburst (wet / dry)

Downburst mit weniger als vier Kilometern Durchmesser, dafür oft extremer Windgeschwindigkeit und sehr kurzer Dauer. Die nasse Form tritt mit schwerem Regen auf, die trockene bei verdunstendem Niederschlag fast ohne Nässe. Erkennbar am eng begrenzten, kreisrunden Schadensfleck, beim trockenen Typ an einer plötzlichen Staubwolke unter Fallstreifen.

Macroburst Macroburst · macroburst

Downburst mit mehr als vier Kilometern Durchmesser, der zwar meist schwächere Spitzenböen als ein Microburst erreicht, dafür aber länger anhält und eine erheblich größere Fläche trifft. Erkennbar an der ausgedehnten, gleichgerichteten Schadensfläche, die mehrere Minuten lang unter Sturm steht.

Heat Burst Heat Burst (nächtlicher Hitzeschub) · heat burst

Seltene nächtliche Erscheinung an einem zerfallenden Gewitter: Trockene Luft aus der Höhe stürzt herab und erwärmt sich dabei durch Verdichtung um rund zehn Grad je Kilometer. Erkennbar an einem plötzlichen Temperatursprung von oft über zehn Grad nach oben bei gleichzeitig einbrechender Feuchte und böigem Wind — genau umgekehrt zur gewöhnlichen Böenfront.

Lichtstimmungen am Gewitter

Grünes Gewitter Grünes Gewitter (grüner Gewitterhimmel) · green thunderstorm sky

Grünlich gefärbter Himmel unter einem sehr mächtigen Gewitter: Das rötliche Licht der tief stehenden Sonne wird von der optisch dichten, wasser- und eisreichen Wolke gefiltert und mit dem gestreuten Blau gemischt. Erkennbar an der flächigen grünen Tönung des Wolkenkörpers, meist am Abend; sie zeigt große Wassermassen an, ist aber kein sicheres Hagelzeichen.

Blaues Gewitterlicht Blaues Gewitterlicht · blue storm light

Kaltblaue Beleuchtung unter einer geschlossenen Gewitterdecke, weil das direkte Sonnenlicht vollständig abgeschirmt ist und nur das an der Luft gestreute blaue Himmelslicht übrig bleibt. Erkennbar am gleichmäßig blaugrauen Ton aller Flächen und daran, dass Schatten fehlen; typisch für die Zeit unmittelbar nach Durchzug der Böenfront.

Goldenes Gewitterlicht Goldenes Gewitterlicht · golden storm light

Warm goldene Beleuchtung der Landschaft, wenn die tief stehende Sonne seitlich unter der Gewitterdecke hindurchscheint und ihr Licht auf dem langen Weg durch die Luft rot verschoben wird. Erkennbar am starken Kontrast zwischen der leuchtenden Landschaft und der bleigrauen Wolkenwand dahinter — die Kulisse der meisten Regenbögen am Gewitter.

Rotes Gewitterlicht Rotes Gewitterlicht (Abendrot im Gewitter) · red storm light

Tiefrote Färbung der Gewitterwolke selbst, wenn die untergehende Sonne sie von unten anstrahlt und nur noch die langwelligen Anteile den Weg durch die Atmosphäre schaffen. Erkennbar daran, dass Amboss und Türme von unten glühen, während der Himmel darüber bereits dunkelt; die Wirkung hält nur wenige Minuten an.

Radar-Signaturen

Hook Echo Hook Echo (Hakenecho) · hook echo

Hakenförmiger Fortsatz am rückseitigen Rand einer Superzelle im Radarbild, den der Rückflanken-Abwind erzeugt, indem er Niederschlag um den rotierenden Aufwind herumwickelt. Erkennbar an dem nach hinten ausgezogenen und eingerollten Haken; an seiner Innenseite liegt der Bereich, in dem Tornados entstehen.

Bow Echo Bow Echo (Bogenecho) · bow echo

Nach vorn ausgebeulter Bogen in einer Gewitterlinie, den ein kräftiger, rückwärtig einströmender Abwindstrahl in die Mitte der Linie drückt. Erkennbar an der bogenförmigen Ausbuchtung im Radarbild; am Scheitel treten die stärksten geradlinigen Sturmböen auf, an den Bogenenden können sich Wirbel bilden.

LEWP-Wellenlinie LEWP-Wellenlinie · line echo wave pattern (LEWP)

Gewitterlinie, die im Radarbild wellenförmig aus mehreren vor- und zurückspringenden Abschnitten besteht. Erkennbar an dem regelmäßigen Zickzack aus vorgewölbten und eingedellten Segmenten; an den vorgewölbten Stellen drohen Sturmböen, an den eingedellten sind Wirbel möglich.

Gewölbe Gewölbe (BWER) · bounded weak echo region / vault

Ringsum von hohen Radarwerten umschlossener Bereich schwacher Reflexion im Inneren einer Superzelle: Der Aufwind ist so kräftig, dass die Tropfen noch nicht auf radarwirksame Größe anwachsen konnten. Erkennbar im senkrechten Schnitt als Hohlraum unter einem Dach hoher Werte; er belegt einen außergewöhnlich starken Aufwind.

V-Notch V-Notch · V-notch

V-förmige Einkerbung an der Rückseite eines Gewitterechos, die entsteht, wenn die Höhenströmung um den harten Aufwindkern herumströmt und den Niederschlag beidseitig nach hinten verweht. Erkennbar an dem nach hinten offenen V im Radarbild, dessen Spitze auf den kräftigsten Aufwind zeigt.

Inflow-Notch Inflow-Notch · inflow notch

Keilförmige Einbuchtung am Einströmrand eines Gewitterechos, wo trockene Luft in die Zelle gesaugt wird und den Niederschlag verdrängt. Erkennbar an der scharfen Kerbe auf der Seite, aus der der bodennahe Wind kommt; sie zeigt einen kräftigen Zustrom an und liegt oft direkt neben dem Hook Echo.

Hagel-Spike Hagel-Spike · hail spike / TBSS

Scheinbarer Radarstreifen, der hinter einem Gewitter radial nach außen zeigt: Große, nasse Hagelkörner werfen das Signal zum Boden und zurück, wodurch der Laufweg länger und die Entfernung falsch gemessen wird. Erkennbar an dem schmalen, geraden Fortsatz genau in Blickrichtung des Radars; er belegt sehr großen Hagel.

Debris Ball Debris Ball (Trümmersignatur) · debris ball / tornado debris signature

Rundlicher Fleck hoher Reflexion an der Stelle des Wirbels, wenn ein Tornado Bruchstücke und Erde in die Luft reißt. Erkennbar an der Kombination aus hoher Reflexion, sehr niedriger Korrelation und der Lage genau im Rotationszentrum; er belegt, dass der Tornado tatsächlich Bodenkontakt hat.

Blitze & Elektrometeore 43 Einträge

Blitztypen

Erdblitz Erdblitz (Wolke–Boden) · cloud-to-ground lightning (CG)

Entladung zwischen der elektrisch geladenen Gewitterwolke und dem Erdboden, eingeleitet von einem stufenweise vortastenden Leitblitz und abgeschlossen von der hellen Hauptentladung. Erkennbar am durchgehenden Kanal, der die Wolke sichtbar mit dem Boden verbindet, und an den Verzweigungen, die nach unten weisen.

Negativer Erdblitz Negativer Erdblitz · negative cloud-to-ground flash

Häufigste Form des Erdblitzes, bei der negative Ladung aus dem unteren Wolkenteil zum Boden abfließt; rund neun von zehn Erdblitzen sind so gepolt. Erkennbar an den nach unten gerichteten Verästelungen des Kanals und daran, dass er oft mehrfach flackert, weil weitere Teilblitze denselben Kanal nutzen.

Positiver Erdblitz Positiver Erdblitz · positive cloud-to-ground flash

Entladung aus dem positiv geladenen oberen Wolkenteil, die deshalb oft weit vom Kern entfernt einschlägt, gern aus dem Amboss oder der Rückseite eines Gewitters. Erkennbar am meist unverzweigten, sehr hellen Einzelkanal und am ungewöhnlich lang grollenden Donner; er ist deutlich energiereicher und gefährlicher als der negative.

Wolkenblitz Wolkenblitz · intracloud lightning (IC)

Entladung innerhalb einer einzelnen Gewitterwolke, zwischen deren unterschiedlich geladenen Bereichen; sie ist die mit Abstand häufigste Blitzart. Erkennbar daran, dass der Kanal ganz in der Wolke verläuft und diese von innen aufleuchten lässt, ohne dass eine Verbindung nach außen sichtbar wird.

Wolke-Wolke-Blitz Wolke-Wolke-Blitz · cloud-to-cloud lightning (CC)

Entladung zwischen zwei getrennten Wolken oder Wolkenteilen mit entgegengesetzter Ladung. Erkennbar an dem waagerecht durch die Luft laufenden Kanal, der zwei Wolken sichtbar überbrückt; anders als beim Wolkenblitz liegt das mittlere Stück des Kanals frei und ist deshalb gut zu fotografieren.

Wolke-Luft-Blitz Wolke-Luft-Blitz · cloud-to-air discharge

Entladung, die aus der Wolke heraus in die umgebende klare Luft läuft und dort endet, ohne ein Gegenstück zu erreichen. Erkennbar an dem Kanal, der frei in der Luft ausfranst und abbricht, statt den Boden oder eine zweite Wolke zu berühren; er wirkt dadurch wie abgeschnitten.

Aufwärtsblitz Aufwärtsblitz (Boden–Wolke) · upward lightning

Blitz, der von einem hohen Objekt wie einem Turm, Mast oder Berggipfel aus nach oben in die Wolke wächst. Erkennbar an den Verzweigungen, die nach oben statt nach unten weisen, und am Fußpunkt auf einem Bauwerk; im Winter und über Bergland ist diese Form besonders häufig.

Anvil Crawler Anvil Crawler (Spinnenblitz) · anvil crawler / spider lightning

Weit verästelte Entladung, die sich an der Unterseite des Ambosses waagerecht über den Himmel ausbreitet und dabei zehn Kilometer und mehr zurücklegen kann. Erkennbar am spinnenbeinartig kriechenden Muster, dessen Ausbreitung mit bloßem Auge zu verfolgen ist; sie tritt vor allem an der Rückseite abziehender Gewitter auf.

Linienblitz Linienblitz · streak lightning

Blitz, dessen Hauptkanal ohne nennenswerte Nebenäste als einzelne Linie verläuft. Erkennbar an dem einzelnen, scharf gezeichneten und meist sehr hellen Kanal vor dunklem Hintergrund; er ist deutlich seltener als der verzweigte Blitz und häufig positiv gepolt.

Verzweigter Blitz Verzweigter Blitz · forked lightning

Blitz, dessen Kanal sich baumartig in zahlreiche Nebenäste aufteilt, weil der Leitblitz in mehrere Richtungen zugleich vortastet. Erkennbar am Ast- oder Wurzelmuster; die Richtung der Verzweigung verrät die Laufrichtung — nach unten weisende Äste stehen für einen Erdblitz, nach oben weisende für einen Aufwärtsblitz.

Flächenblitz Flächenblitz · sheet lightning

Kein eigener Blitztyp, sondern eine durch die Wolke hindurch gesehene Entladung: Die Wolkentröpfchen streuen das Licht so stark, dass nur ein flächiges Aufleuchten übrig bleibt. Erkennbar am gleichmäßig hellen Aufblitzen ganzer Wolkenpartien ohne sichtbaren Kanal, typisch bei Gewittern hinter dichtem Niederschlag.

Perlschnurblitz Perlschnurblitz · bead lightning

Kurzlebige Erscheinung, bei der ein abklingender Blitzkanal in eine Kette leuchtender Einzelpunkte zerfällt; als Ursachen gelten unter anderem unterschiedlich rasch abkühlende Kanalabschnitte und Blickwinkeleffekte. Erkennbar an der Aufreihung heller Perlen entlang der Bahn des vorherigen Kanals; die Erscheinung dauert nur Sekundenbruchteile.

Bandblitz Bandblitz · ribbon lightning

Blitz, dessen mehrfach durchlaufener Kanal vom Seitenwind zwischen den Teilentladungen versetzt wird, sodass die Bahnen nebeneinander zu liegen kommen. Erkennbar an den parallel versetzten, bandartig nebeneinanderstehenden Kopien desselben Kanals; auf lang belichteten Aufnahmen ist der Effekt besonders deutlich.

Staccato-Blitz Staccato-Blitz · staccato lightning

Erdblitz mit nur einer einzigen, sehr kurzen Hauptentladung. Erkennbar daran, dass er hell und abrupt aufblitzt und sofort wieder verschwindet, ohne das mehrfache Flackern gewöhnlicher Blitze; er tritt gehäuft im Bereich des kräftigsten Aufwinds einer Superzelle auf.

Kugelblitz Kugelblitz · ball lightning

Berichtete leuchtende Kugel von meist zehn bis dreißig Zentimetern Durchmesser, die sekundenlang frei schwebt oder wandert und dann verlöscht oder zerplatzt. Kennzeichen der Berichte ist die freie, mehrere Sekunden anhaltende Bewegung — das trennt sie vom kurzen Nachbild eines gewöhnlichen Blitzes. Die Existenz gilt trotz tausender Augenzeugenberichte als wissenschaftlich umstritten, eine anerkannte Erklärung fehlt bis heute.

Superbolt Superbolt · superbolt

Blitz, dessen abgestrahlte Leistung die eines gewöhnlichen Blitzes um das Hundert- bis Tausendfache übertrifft; solche Ereignisse machen nur einen winzigen Bruchteil aller Blitze aus. Gehäuft treten sie im Winterhalbjahr über Nordatlantik und Mittelmeer auf. Nachweisbar sind sie über Satelliten- und Netzwerkmessungen, nicht durch bloßes Ansehen.

Megablitz Megablitz (Rekordblitz) · megaflash

Blitz, dessen Kanal sich über mehr als hundert Kilometer waagerecht durch die Wolkenschicht ausgedehnter Gewittersysteme zieht; die längsten bestätigten Fälle überspannen mehrere hundert Kilometer. Erkennbar nur aus großer Entfernung oder auf Satellitendaten, weil der Kanal weit über den Horizont eines einzelnen Beobachters hinausreicht.

Blitz aus heiterem Himmel Blitz aus heiterem Himmel · bolt from the blue / clear-air strike

Meist positiver Blitz, der aus dem Amboss austritt und erst viele Kilometer neben dem Gewitter einschlägt, dort oft unter blauem Himmel. Erkennbar daran, dass der Kanal zunächst waagerecht aus der Wolke herausläuft und erst dann nach unten abknickt; er gilt als eine der größten Gefahren am Rand eines Gewitters.

Wetterleuchten Wetterleuchten · distant sheet lightning / heat lightning

Aufleuchten des Himmels durch Blitze eines so weit entfernten Gewitters, dass der Kanal unter dem Horizont bleibt und der Donner nicht mehr zu hören ist. Erkennbar am lautlosen, flächigen Flackern am Horizont; es handelt sich nicht um eine eigene Blitzart, sondern allein um eine Frage der Entfernung.

Anatomie des Blitzes

Leitblitz Leitblitz (Sucher) · stepped leader

Schwach leuchtender Ionisationskanal, der in Stufen von einigen zehn Metern vortastet und den Weg für die eigentliche Entladung bahnt. Erkennbar ist er nur auf Hochgeschwindigkeitsaufnahmen als mattes, tastendes Geflecht, mit bloßem Auge bleibt er unsichtbar; sein verzweigtes Vortasten erklärt die Astform des späteren Blitzes.

Fangentladung Fangentladung · upward streamer / connecting leader

Vom Boden oder von einem hohen Objekt aufsteigende Gegenentladung, die dem herannahenden Leitblitz entgegenwächst; erst wenn beide sich treffen, ist der Kanal geschlossen. Sichtbar wird sie nur auf Hochgeschwindigkeitsaufnahmen als kurzer, aufwärts gerichteter Stummel am späteren Einschlagpunkt.

Hauptentladung Hauptentladung · return stroke

Die eigentliche, extrem helle Entladung, die nach dem Kontakt von Leitblitz und Fangentladung mit rund einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit vom Boden zur Wolke hinaufläuft. Sie heizt den Kanal auf etwa dreißigtausend Grad auf, und die schlagartige Ausdehnung der Luft erzeugt den Donner. Erkennbar ist sie als der grelle Lichtblitz, den das Auge überhaupt erst wahrnimmt.

Mehrfachblitz Mehrfachblitz · multi-stroke flash

Blitz aus mehreren Teilentladungen, die im Abstand einiger hundertstel Sekunden denselben, noch ionisierten Kanal nutzen. Erkennbar am sichtbaren Flackern eines scheinbar einzelnen Blitzes; auf Aufnahmen verrät er sich dadurch, dass mehrere leicht versetzte Kanalbilder übereinanderliegen.

Verwehter Blitzkanal Verwehter Blitzkanal · wind-blown lightning channel

Blitzkanal, der zwischen zwei Teilentladungen vom Höhenwind seitlich versetzt wird. Erkennbar auf Aufnahmen am geknickten oder mehrfach parallel versetzten Verlauf; die Erscheinung ist mit dem Bandblitz eng verwandt und macht die Windgeschwindigkeit in Gewitterhöhe sichtbar.

Elektrische Begleiterscheinungen

Donner Donner · thunder

Schallwelle, die entsteht, wenn die schlagartig auf mehrere zehntausend Grad erhitzte Luft im Blitzkanal explosionsartig auseinanderdrängt. Erkennbar ist die Entfernung an der Verzögerung: Drei Sekunden zwischen Blitz und Donner entsprechen etwa einem Kilometer. Nahe Blitze knallen kurz und hart, ferne rollen lang, weil der Schall von verschieden weit entfernten Kanalabschnitten nacheinander eintrifft.

Elmsfeuer Elmsfeuer · St. Elmo's fire

Bläulich leuchtende Entladung an spitzen, geerdeten Gegenständen wie Masten, Antennen oder Gipfelkreuzen, wenn das elektrische Feld unter einer Gewitterwolke die Luft an der Spitze ionisiert. Erkennbar am ruhigen, mehrere Sekunden bis Minuten anhaltenden Leuchten mit zischendem Geräusch; anders als ein Blitz ist es ortsfest und dauerhaft.

Büschelentladung Büschelentladung (Koronaentladung) · brush / corona discharge

Fächerartige Entladung an Kanten und Spitzen im starken elektrischen Feld eines Gewitters, physikalisch dieselbe Erscheinung wie das Elmsfeuer. Erkennbar am schwachen violetten Leuchtbüschel bei Dunkelheit, oft begleitet von Knistern und sich aufstellenden Haaren; sie gilt als Warnzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Einschlag.

Fulgurit Fulgurit (Blitzröhre im Boden) · fulgurite

Glasröhre im Untergrund, die entsteht, wenn ein Einschlag Sand oder Gestein schlagartig aufschmilzt und das Material entlang des Strompfades erstarrt. Erkennbar an der verzweigten, innen glasig glatten und außen mit Körnern besetzten Röhre; sie folgt der Bahn des Stroms und wird meist erst beim Graben gefunden.

Transient Luminous Events (Hochatmosphäre)

Rote Kobolde Rote Kobolde (Red Sprites) · red sprites

Rötliche Leuchterscheinung in etwa vierzig bis neunzig Kilometern Höhe über sehr aktiven Gewittern, ausgelöst vom elektrischen Feld nach einem starken positiven Erdblitz. Erkennbar am roten, quallen- oder säulenartigen Gebilde weit über der Wolke, das nur wenige Millisekunden dauert; sichtbar nur bei völliger Dunkelheit und großem Abstand zum Gewitter.

Karotten-Sprite Karotten-Sprite · carrot sprite

Erscheinungsform des Sprites mit hellem, kompaktem Kopf in etwa siebzig Kilometern Höhe und nach unten auslaufenden, dünner werdenden Ranken. Erkennbar an der namensgebenden Möhrenform mit breitem Oberteil und spitz zulaufendem Fuß; sie tritt bei besonders energiereichen Auslösern auf.

Säulen-Sprite Säulen-Sprite · column sprite

Schlichteste Form des Sprites: eine oder mehrere senkrechte, rote Leuchtsäulen ohne ausgeprägte Verästelung. Erkennbar an den geraden, parallel stehenden Streifen, die häufig in Gruppen auftreten; sie sind lichtschwächer als die Quallenform und auf Aufnahmen leicht zu übersehen.

Quallen-Sprite Quallen-Sprite · jellyfish sprite

Größte Ausprägung des Sprites, die sich über mehrere zehn Kilometer in Höhe und Breite erstreckt. Erkennbar am breiten, hellen Schirm im oberen Teil und den langen, nach unten hängenden Ranken, die an eine Qualle erinnern; solche Ereignisse zählen zu den auffälligsten fotografierbaren Hochatmosphärenblitzen.

Sprite-Halo Sprite-Halo · sprite halo

Flacher, schwach leuchtender Lichtteller in rund siebzig bis achtzig Kilometern Höhe und mit bis zu hundert Kilometern Durchmesser, der einem Sprite unmittelbar vorausgeht oder ihn begleitet. Erkennbar an der waagerecht liegenden, gleichmäßigen Scheibe über der Gewitterwolke; anders als Elves dehnt er sich nicht als Ring nach außen aus.

Ghosts Ghosts (grünes Sprite-Nachleuchten) · ghosts

Grünlicher Nachschein, der Sekundenbruchteile nach einem hellen Sprite an dessen Oberkante in etwa achtzig bis neunzig Kilometern Höhe zurückbleibt; er stammt von angeregtem Sauerstoff. Erkennbar am schwachen grünen Fleck genau dort, wo der rote Sprite gerade verlosch — nur mit lichtstarker Technik zu erfassen.

Blue Jets Blue Jets (blaue Strahlen) · blue jets

Blau leuchtender Strahl, der aus dem Oberteil einer Gewitterwolke kegelförmig nach oben schießt und in etwa vierzig bis fünfzig Kilometern Höhe endet. Die blaue Farbe stammt von angeregtem Stickstoff in der Stratosphäre. Erkennbar am schmalen, nach oben breiter werdenden Kegel, der direkt an der Wolke ansetzt.

Blue Starters Blue Starters · blue starters

Kurzer, blauer Ansatz eines Jets, der schon wenige Kilometer über dem Wolkengipfel wieder erlischt und die Stratosphäre nicht durchdringt. Erkennbar am gedrungenen blauen Stummel unmittelbar über dem Overshooting Top; er gilt als abgebrochene Vorstufe des Blue Jet und ist entsprechend kurzlebig.

Gigantische Jets Gigantische Jets · gigantic jets

Seltenste und größte Jet-Form: Sie reicht von der Wolkenoberkante bis in die untere Ionosphäre in etwa achtzig bis neunzig Kilometern Höhe und verbindet dort Wolke und Ionosphäre elektrisch. Erkennbar am unten blauen, oben rot auslaufenden Verlauf mit baumartig gespreizter Spitze; die Dauer beträgt bis zu einigen Zehntelsekunden.

Elves Elves · ELVES

Sich blitzartig nach außen ausdehnender Leuchtring in etwa neunzig bis hundert Kilometern Höhe, den der elektromagnetische Puls eines starken Blitzes in der unteren Ionosphäre auslöst. Er erreicht Durchmesser bis zu mehreren hundert Kilometern, dauert aber unter einer Millisekunde und ist deshalb praktisch nur mit Hochgeschwindigkeitstechnik nachweisbar.

Trolls Trolls · trolls

Rötliche Erscheinung mit hellem Kopf und schwachem Schweif, die nach besonders kräftigen Sprites von den Wolkengipfeln aus nach oben läuft und in etwa fünfzig Kilometern Höhe endet. Erkennbar daran, dass sie unmittelbar auf einen Sprite folgt und von unten nach oben aufsteigt; bislang ist sie nur selten dokumentiert.

Pixies Pixies · pixies

Sehr kleine, weiß leuchtende Punkte von unter hundert Metern Ausdehnung, die für zehn bis zwanzig Millisekunden direkt auf der Oberfläche eines Gewitterambosses aufblitzen. Sie lassen sich keinem einzelnen Blitz zuordnen, und ihre Entstehung ist bislang ungeklärt. Erkennbar an den punktförmigen Aufhellungen unmittelbar auf dem Wolkengipfel.

Gnomes Gnomes · gnomes

Kurzer, nur Mikrosekunden dauernder Lichtstachel, der senkrecht aus dem Overshooting Top eines Gewitters herausschießt und lediglich einige hundert Meter hoch reicht. Erkennbar am winzigen, nach oben gerichteten Dorn auf der Kuppel; die Erscheinung wurde bisher nur in wenigen Messkampagnen erfasst und ist noch wenig verstanden.

Blaue Wolkengipfel-Entladungen Blaue Wolkengipfel-Entladungen · blue corona discharges

Kurze blaue Leuchtblitze unmittelbar an der Oberseite kräftiger Gewitterwolken, die von Koronaentladungen im obersten Wolkenbereich stammen. Erkennbar am punktförmigen blauen Aufblitzen direkt auf dem Wolkengipfel, ohne dass ein Strahl nach oben austritt; von der Raumstation aus sind sie in den letzten Jahren vielfach dokumentiert worden.

Terrestrischer Gammablitz Terrestrischer Gammablitz (dunkler Blitz) · terrestrial gamma-ray flash / dark lightning

Millisekundenkurzer Ausbruch hochenergetischer Gammastrahlung aus dem Bereich eines Gewitters, erzeugt von Elektronen, die im starken elektrischen Feld nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Er ist optisch unsichtbar und nur mit Satelliten und Spezialdetektoren nachweisbar; genau darauf spielt die Bezeichnung dunkler Blitz an.

Wirbel, Wind & Stürme 43 Einträge

Tornados & Trichter

Tornado Tornado (Großtrombe) · tornado

Heftig rotierende Luftsäule, die eine Konvektionswolke mit dem Erdboden verbindet; die meisten starken Exemplare gehen aus der Mesozyklone einer Superzelle hervor. Sicheres Merkmal ist der Bodenkontakt, sichtbar am aufgewirbelten Staub- oder Trümmerwirbel unter dem Trichter — ohne diesen handelt es sich noch um eine Trichterwolke.

Multivortex-Tornado Multivortex-Tornado · multiple-vortex tornado

Tornado, dessen Zirkulation in mehrere kleinere Wirbel zerfällt, die gemeinsam um ein Zentrum kreisen. Erkennbar an mehreren gleichzeitig sichtbaren Rüsseln oder Trümmerwirbeln innerhalb desselben Tornados; die Teilwirbel erklären, warum das Schadensbild dicht nebeneinander stark schwanken kann.

Satellitentornado Satellitentornado · satellite tornado

Eigenständiger, kleinerer Tornado, der neben einem großen Haupttornado entsteht und diesen umkreist, ohne Teil seines Wirbels zu sein. Erkennbar daran, dass er einen deutlich abgesetzten eigenen Bodenkontakt besitzt; beim Multivortex-Tornado teilen sich die Teilwirbel dagegen einen gemeinsamen Trümmerwirbel.

Antizyklonaler Tornado Antizyklonaler Tornado · anticyclonic tornado

Seltener Tornado, der auf der Nordhalbkugel entgegen dem üblichen Sinn im Uhrzeigersinn dreht; er tritt meist als Begleiter eines regulären Tornados oder in der linken Hälfte einer geteilten Zelle auf. Erkennbar allein an der Drehrichtung von Trichter und Trümmerwirbel, die genau umgekehrt zur Regel verläuft.

Keiltornado Keiltornado · wedge tornado

Tornado, dessen sichtbarer Trichter am Boden breiter ist als die Höhe bis zur Wolkenbasis, sodass er als massiver Keil erscheint. Erkennbar an der breiten, kaum abgesetzten Form, die leicht mit einer bloßen Wolkenabsenkung verwechselt wird; die Form sagt für sich genommen nichts über die Stärke aus.

Seiltornado Seiltornado · rope tornado

Schmaler, oft stark gewundener Tornado, meist im Auflösungsstadium, wenn der Wirbel gestreckt und verbogen wird. Erkennbar am dünnen, seilartig verschlungenen Schlauch; in dieser Phase kann der Wirbel trotz seines zarten Aussehens noch kurzzeitig sehr hohe Windgeschwindigkeiten erreichen.

Kegeltornado Kegeltornado · cone tornado

Klassische Tornadoform mit deutlich sichtbarem, nach unten schmaler werdendem Kegel zwischen Wolkenbasis und Boden. Erkennbar an der geraden, gleichmäßig verjüngten Form; die Bezeichnung beschreibt allein das Aussehen und ist keine Aussage über die erreichte Windgeschwindigkeit.

Röhrentornado Röhrentornado · stovepipe tornado

Tornado, dessen Kondensationstrichter über die ganze Höhe etwa gleich breit bleibt. Erkennbar an der senkrechten, zylindrischen Säule mit nahezu parallelen Rändern, die an ein Ofenrohr erinnert; sie steht meist für einen reifen, gut ausgebildeten und stabilen Wirbel.

Regenverhüllter Tornado Regenverhüllter Tornado · rain-wrapped tornado

Tornado, der von den um die Mesozyklone gewickelten Regenvorhängen einer niederschlagsreichen Superzelle verdeckt wird. Erkennbar meist nur indirekt: an einer auffällig dunklen Stelle in der Regenwand, an rotierenden Wolkenfetzen darüber und an ungewöhnlichem Rauschen. Er gilt als die gefährlichste Lage für Beobachter überhaupt.

Wasserhose Wasserhose · waterspout

Über einer Wasserfläche stehender Tornado. Erkennbar am Kondensationstrichter und dem darunter aufgeworfenen Sprühkranz auf der Wasseroberfläche, der den Bodenkontakt belegt. Man unterscheidet die häufige Schönwetterform von der seltenen, aus einer Superzelle hervorgehenden tornadischen Wasserhose.

Schönwetter-Wasserhose Schönwetter-Wasserhose · fair-weather waterspout

Wasserhose, die sich ohne Gewitter unter aufquellenden Wolken bildet: Eine bereits am Wasser vorhandene Drehung wird vom Aufwind zusammengezogen und beschleunigt. Erkennbar daran, dass sie bei ruhigem, oft sonnigem Wetter unter harmlos wirkenden Quellwolken steht; sie bleibt meist schwach und dauert selten länger als zwanzig Minuten.

Tornadische Wasserhose Tornadische Wasserhose · tornadic waterspout

Wasserhose, die wie ein Landtornado aus der Mesozyklone einer Superzelle hervorgeht und deshalb erheblich stärker und langlebiger ist als die Schönwetterform. Erkennbar an der gewittrigen Umgebung mit Blitzen, an einer rotierenden Wolkenabsenkung darüber und daran, dass sie beim Übertritt auf Land als Tornado weiterläuft.

Schneehose Schneehose (Winterwasserhose) · snowspout / winter waterspout

Winterliche Wasserhose über einem noch warmen Gewässer, wenn sehr kalte Luft darüberzieht und die Schichtung stark labilisiert. Erkennbar daran, dass sie bei Schneeschauern und Dampfnebel über offenem Wasser auftritt; sie ist die kalte Jahreszeitvariante der Schönwetter-Wasserhose und ebenso kurzlebig.

Landspout Landspout (Typ-2-Tornado) · landspout

Tornado ohne Mesozyklone: Eine bodennahe Drehung an einer Konvergenzlinie wird von einem aufquellenden Turm gestreckt und dadurch beschleunigt. Erkennbar am schmalen, oft nur als Staubwirbel sichtbaren Rüssel unter einer harmlos wirkenden Quellwolke ohne Gewitterstruktur. Anders als beim Gustnado reicht die Drehung durchgehend bis zur Wolkenbasis.

Gustnado Gustnado · gustnado

Flacher, kurzlebiger Wirbel auf einer Böenfront, den die Windscherung an der Vorderkante der ausströmenden Kaltluft erzeugt. Erkennbar am Staub- oder Trümmerwirbel, der nur wenige zehn Meter hoch reicht und keine Verbindung zur Wolke darüber hat; genau diese fehlende Anbindung trennt ihn vom Tornado.

Trichterwolke Trichterwolke · funnel cloud / tuba

Rotierender Kondensationstrichter, der aus einer Wolkenbasis herabhängt, den Boden aber nicht erreicht. Erkennbar am sichtbar drehenden Rüssel bei gleichzeitig fehlendem Staub- oder Trümmerwirbel darunter; sobald der Bodenkontakt nachweisbar ist, spricht man von einem Tornado.

Kaltluft-Trichterwolke Kaltluft-Trichterwolke · cold-air funnel

Kurze, dünne Trichterwolke unter Schauerwolken in labiler Höhenkaltluft, meist ganz ohne Gewitter. Erkennbar am kleinen, schlaff wirkenden Rüssel, der harmlos in halber Höhe endet; sie erreicht nur äußerst selten den Boden und wird deshalb häufig fälschlich als Tornado gemeldet.

Kleintromben

Staubteufel Staubteufel (Kleintrombe) · dust devil

Trockener Wirbel, der bei starker Bodenerwärmung und schwachem Wind ganz ohne Wolke entsteht: Aufsteigende Warmluft zieht eine bodennahe Drehung zusammen. Erkennbar an der Staubsäule bei Sonnenschein und wolkenlosem oder harmlos bewölktem Himmel; anders als beim Tornado fehlt jede Verbindung nach oben.

Feuerwirbel Feuerwirbel (Feuertornado) · fire whirl / fire tornado

Rotierende Säule aus Flammen, Rauch und Asche über einem Brand, wenn die große Hitze einen Aufwind erzeugt und dieser vorhandene Drehung bündelt. Erkennbar an der schlanken, sichtbar rotierenden Feuersäule, die sich vom Brandherd lösen und weiterwandern kann; im Kern werden Windgeschwindigkeiten wie in Tornados erreicht.

Dampfteufel Dampfteufel · steam devil

Kleiner Wirbel über offenem Wasser, wenn sehr kalte Luft über deutlich wärmerem Wasser Dampfnebel bildet und dieser von einem Aufwind eingedreht wird. Erkennbar an der schlanken, weißen Dampfsäule, die sich über der Wasserfläche dreht; sie ist harmlos und meist nur wenige Meter hoch.

Schneeteufel Schneeteufel · snow devil / snownado

Wirbel, der lockeren Pulverschnee vom Boden aufnimmt, entweder thermisch über kaltem Untergrund oder mechanisch im Lee eines Hindernisses. Erkennbar an der drehenden Schneesäule bei sonst ruhigem Wetter; anders als beim flächigen Schneetreiben bleibt die Bewegung auf einen einzelnen, wandernden Wirbel begrenzt.

Heuteufel Heuteufel · hay devil

Staubteufel, der über einem abgeernteten oder gemähten Feld trockenes Heu und Halme aufnimmt. Erkennbar daran, dass statt Staub helle Halme in der Säule kreisen und dabei bis in erhebliche Höhe getragen werden; meteorologisch ist die Erscheinung nichts anderes als ein gewöhnlicher Staubteufel.

Wasserteufel Wasserteufel · water devil

Kleiner thermischer Wirbel über einer Wasserfläche, der Gischt statt Staub aufnimmt. Erkennbar an dem eng begrenzten Sprühkranz, der sich bei sonnigem, schwachwindigem Wetter über dem Wasser dreht, ohne dass eine Wolke daran beteiligt wäre; genau das unterscheidet ihn von der Wasserhose.

Blätterwirbel Blätterwirbel · leaf whirl / leaf devil

Schwacher Wirbel, der bei Sonnenschein oder im Lee von Gebäuden und Baumreihen trockenes Laub vom Boden aufnimmt. Erkennbar an den kreisend aufsteigenden Blättern in einer schmalen Säule; die Erscheinung ist im Herbst häufig, völlig harmlos und dauert oft nur wenige Sekunden.

Trümmerteufel Trümmerteufel · debris devil

Staubteufel, der über einer Baustelle, Brandfläche oder Schuttfläche leichte Bruchstücke aufnimmt und in die Höhe trägt. Erkennbar an dem Wirbel, in dem statt Staub Folien, Papier oder Splitter kreisen; vom Tornado unterscheidet er sich dadurch, dass keine Wolke an seiner Entstehung beteiligt ist.

Scherwirbel Scherwirbel · shear eddy

Wirbel, der rein mechanisch an der Grenze zweier unterschiedlich schneller Luftströme entsteht, etwa an Gebäudekanten, Waldrändern oder Geländestufen. Erkennbar daran, dass er ortsgebunden immer an derselben Stelle auftritt, solange der Wind aus derselben Richtung weht, und bei Windstille sofort verschwindet.

Wind & Wellen

Windsturm Windsturm · windstorm

Großräumiges Starkwindereignis, meist im Zusammenhang mit dem kräftigen Druckgefälle an der Rückseite eines Tiefs. Erkennbar an gleichmäßig hohen Windgeschwindigkeiten über viele Stunden aus nahezu konstanter Richtung; anders als beim Gewittersturm fehlen Blitz, Donner und die schlagartige Böenfront.

Orkan Orkan (Sturmtief) · severe windstorm

Sturm mit mittleren Windgeschwindigkeiten ab Beaufort zwölf, also etwa 118 Kilometern pro Stunde, wie ihn ausgeprägte Tiefs über dem Nordatlantik im Winterhalbjahr liefern. Erkennbar am rasch fallenden und ebenso rasch wieder steigenden Luftdruck und an flächigen Schäden entlang einer Zugbahn von hunderten Kilometern.

Tropischer Wirbelsturm Tropischer Wirbelsturm (Hurrikan, Taifun, Zyklon) · tropical cyclone

Über sehr warmem Meerwasser entstehendes Tiefdrucksystem, das seine Energie aus der Kondensationswärme verdunsteten Meerwassers bezieht und keine Fronten besitzt. Erkennbar an der spiralförmigen Anordnung der Regenbänder um ein wolkenarmes Auge; je nach Ozean heißt derselbe Sturmtyp Hurrikan, Taifun oder Zyklon.

Hurrikan Hurrikan (Nordatlantik, Nordostpazifik) · hurricane

Regionale Bezeichnung des tropischen Wirbelsturms im Nordatlantik und Nordostpazifik, sobald er mittlere Windgeschwindigkeiten von 119 Kilometern pro Stunde erreicht; eingestuft wird er auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala. Erkennbar wie jeder tropische Wirbelsturm an Auge, Augenwand und Spiralbändern — allein die Region bestimmt den Namen.

Föhn Föhn (Föhnsturm) · foehn windstorm

Warmer, trockener Fallwind auf der Leeseite eines Gebirges: Die Luft regnet sich beim Aufsteigen im Luv aus und erwärmt sich beim Absinken stärker, als sie sich zuvor abgekühlt hat. Erkennbar am sprunghaften Temperaturanstieg bei sehr niedriger Luftfeuchte, außergewöhnlicher Fernsicht und der Föhnmauer über dem Kamm.

Bora Bora · bora

Kalter, böiger Fallwind an der Ostküste der Adria, bei dem sich Kaltluft hinter dem Küstengebirge staut und schwallartig zum Meer hin abfließt. Erkennbar daran, dass er trotz des Absinkens kalt bleibt — genau darin unterscheidet er sich vom Föhn — und in heftigen, stark wechselnden Böen auftritt.

Mistral Mistral · mistral

Kalter, trockener Nordwind, den das Druckgefälle zwischen einem Hoch über Westeuropa und einem Tief über dem Golf von Genua durch das Rhonetal zum Mittelmeer presst. Erkennbar an tagelang anhaltendem, hartem Wind bei strahlend klarem Himmel und ausgezeichneter Fernsicht.

Schirokko Schirokko · sirocco

Warmer, oft staubbeladener Südwind, der vor einem über dem Mittelmeer ziehenden Tief Saharaluft nach Norden führt. Erkennbar an der drückenden Wärme, der gelblich-trüben Luft und dem feinen Staubbelag, der nach dem Abtrocknen zurückbleibt; über dem Meer nimmt er zusätzlich Feuchte auf und wird schwül.

Chinook Chinook · chinook

Föhnartiger Fallwind an der Ostabdachung der Rocky Mountains, der im Winter binnen Stunden Temperatursprünge von mehr als zwanzig Grad bringen kann. Erkennbar an der schlagartigen Erwärmung mit rasch verschwindender Schneedecke und an dem klar abgegrenzten Wolkenbogen über dem Gebirgskamm.

Santa-Ana-Winde Santa-Ana-Winde · Santa Ana winds

Trockener, warmer Fallwind in Südkalifornien, wenn Hochdruck über dem Großen Becken Luft durch die Pässe zur Küste presst und sie dabei absinkend erwärmt. Erkennbar an extrem niedriger Luftfeuchte bei kräftigem Ostwind und ungewöhnlich warmen Küstentemperaturen; er gilt als Hauptantrieb schwerer Waldbrände.

Harmattan Harmattan · harmattan

Trockener Nordostpassat, der von November bis März Saharastaub über Westafrika bis an den Golf von Guinea führt. Erkennbar am milchig-trüben Himmel mit auf wenige Kilometer verminderter Sicht, an einer matt anblickbaren Sonnenscheibe und an der ungewöhnlich kühlen, extrem trockenen Luft.

Piteraq Piteraq · piteraq

Extrem heftiger Fallwind an der grönländischen Ostküste: Über dem Inlandeis ausgekühlte, schwere Luft stürzt zum Meer hinab, wenn ein Tief vor der Küste sie zusätzlich absaugt. Erkennbar an Spitzenböen, die 200 Kilometer pro Stunde weit übertreffen können, bei zugleich sehr tiefen Temperaturen und dichtem Schneetreiben.

Katabatischer Fallwind Katabatischer Fallwind · katabatic wind

Sammelbegriff für Winde, die entstehen, weil an einem Hang oder über einer Eisfläche ausgekühlte, dichtere Luft schwerkraftbedingt abwärts fließt. Erkennbar daran, dass er nachts und bei klarem Himmel am stärksten weht und stets hangabwärts gerichtet ist; anders als beim Föhn entsteht die Kälte nicht durch Absinken, sondern wird mitgebracht.

Leewellen Leewellen (Gebirgswellen) · lee waves / mountain waves

Stehende Schwingung der Luft im Lee eines Gebirges, wenn stabil geschichtete Luft den Kamm überströmt und danach auf und ab schwingt. Erkennbar an ortsfesten, linsenförmigen Wolken in Reihen parallel zum Kamm; die Wolken bleiben stehen, obwohl der Wind ungebremst hindurchweht.

Jetstream Jetstream · jet stream

Schmales Starkwindband in etwa acht bis zwölf Kilometern Höhe, das dort entsteht, wo der Temperaturgegensatz zwischen Kalt- und Warmluft am größten ist. Vom Boden erkennbar nur indirekt an langen, scharf abgesetzten Cirrus-Bändern mit glatter Kante auf der Kaltluftseite; er steuert die Zugbahnen der Tiefs.

Seewindfront Seewindfront · sea breeze front

Vorderkante der tagsüber vom Meer landeinwärts strömenden kühlen Luft, die von der stärkeren Erwärmung des Landes angetrieben wird. Erkennbar an einer Linie flacher Quellwolken, die sich im Tagesverlauf landeinwärts verschiebt, und am Umspringen des Windes auf auflandig mit spürbarem Temperaturrückgang.

Anabatischer Wind Anabatischer Wind (Hangaufwind) · anabatic wind

Hangaufwind, der entsteht, weil die von der Sonne beschienene Hangoberfläche die anliegende Luft stärker erwärmt als die freie Atmosphäre in gleicher Höhe. Erkennbar an Quellwolken, die sich am Vormittag über Kämmen und Gipfeln bilden, und am hangaufwärts gerichteten Wind; nachts kehrt sich die Zirkulation um.

Staub, Sand & Aerosole 13 Einträge

Staub, Rauch & Schwebstoffe

Sandsturm Sandsturm · sandstorm

Sturm, der Sandkörner über einer Wüsten- oder Dünenfläche aufnimmt und mitführt. Erkennbar daran, dass der Sand wegen seines Gewichts überwiegend in den untersten Metern über dem Boden transportiert wird — man blickt also über die Sandwolke hinweg, während ein Staubsturm den gesamten Himmel trübt.

Staubsturm Staubsturm · dust storm

Sturm, der feinen mineralischen Staub aufwirbelt, der leicht genug ist, um über Stunden bis in große Höhe zu schweben. Erkennbar an der über die gesamte Sichthöhe reichenden bräunlichen Trübung mit stark verminderter Sicht; der Staub bleibt nach dem Abflauen als feiner Belag auf allen Flächen zurück.

Haboob Haboob (Staubwand) · haboob

Staubwand, die von der Böenfront eines Gewitters über trockenem Boden aufgeworfen wird und mit der ausströmenden Kaltluft weiterzieht. Erkennbar an der steil aufragenden, oft mehr als tausend Meter hohen Staubwalze, die sich als geschlossene Wand nähert; dahinter folgen Sturmböen und mitunter Regen.

Staubfront Staubfront · dust front

Vorderkante einer heranziehenden staubführenden Luftmasse, unabhängig davon, ob ein Gewitter oder ein großräumiges Drucksystem sie antreibt. Erkennbar an der scharfen Grenze zwischen klarer und trüber Luft, die sich sichtbar über die Landschaft schiebt; beim Durchzug brechen Sicht und Sonnenlicht binnen Minuten ein.

Saharastaub-Ereignis Saharastaub-Ereignis (Calima) · Saharan dust event / calima

Vorstoß staubbeladener Saharaluft nach Norden, den eine südliche Höhenströmung bis nach Mitteleuropa tragen kann. Erkennbar am milchig-gelblichen Himmel mit matter, direkt anblickbarer Sonne, an abgeschwächter Sonneneinstrahlung und an rötlich-braunen Staubspuren, die nach dem nächsten Regen auf hellen Flächen zurückbleiben.

Asiatischer Gelbstaub Asiatischer Gelbstaub (Kosa) · Asian yellow dust

Im Frühjahr aus den Wüsten Nordchinas und der Mongolei ausgewehter Staub, den die Westströmung über Korea und Japan bis weit in den Pazifik führt. Erkennbar an der gelblichen Himmelsfärbung mit stark verminderter Sicht und an dem feinen gelben Belag auf Fahrzeugen und Fensterbänken.

Rauchhimmel durch Waldbrände Rauchhimmel durch Waldbrände · wildfire smoke pall

Ausgedehnter Rauchschirm, den große Vegetationsbrände erzeugen und den die Höhenströmung über tausende Kilometer verfrachten kann. Erkennbar an der graubraunen bis orangefarbenen Himmelsfärbung mit auffallend gedämpftem Licht, an der rot und matt erscheinenden Sonnenscheibe und häufig am wahrnehmbaren Brandgeruch.

Pollenflug Pollenflug · pollen dispersal

Massenhafte Ausbreitung von Blütenstaub in der Luft, vor allem im Frühjahr aus Nadel- und Laubwäldern. Erkennbar an gelblichen Schwaden über Baumkronen bei Wind, an gelben Rändern in Pfützen und auf Fahrzeugen und daran, dass die Trübung nach Regen sofort verschwindet — anders als bei mineralischem Staub.

Trockendunst Trockendunst · haze

Sichttrübung durch trockene Schwebeteilchen wie Staub, Ruß oder Salz bei einer Luftfeuchte deutlich unter der Sättigung. Erkennbar daran, dass die Sicht vermindert ist, ohne dass sich Feuchtigkeit niederschlägt; anders als beim feuchten Dunst bleibt die Trübung auch bei sinkender Temperatur unverändert bestehen.

Höhenrauch Höhenrauch (Moorrauch) · smoke haze

Ferngetragener Rauch von großflächigen Wald-, Moor- oder Steppenbränden, der oft in einer stabilen Schicht mehrere Kilometer hoch schwebt. Erkennbar an gleichmäßiger, blaugrauer Himmelstrübung bei ansonsten wolkenlosem Wetter, an einer matten Sonne und daran, dass die Bodensicht klar bleibt, während der Himmel milchig wirkt.

Dunstglocke Dunstglocke (Smog) · smog / haze dome

Über einem Ballungsraum eingeschlossene Schicht aus Abgasen und Schwebstaub, die eine Inversion am Aufsteigen hindert. Erkennbar an der scharf begrenzten braungrauen Schicht über der Stadt, die man von einer Anhöhe aus deutlich von der klaren Luft darüber abgesetzt sieht; ihre Obergrenze markiert die Inversion.

Sand- und Staubfegen, Staubtreiben Sand- und Staubfegen, Staubtreiben · drifting / blowing sand and dust

Bodennaher Transport von Sand oder Staub, bei dem die Körner in Sprüngen über die Oberfläche rollen und nur ein bis zwei Meter hoch getragen werden. Erkennbar daran, dass die Sicht in Augenhöhe frei bleibt, während knapp über dem Boden ein wehender Teppich zieht; beim Staubsturm ist dagegen die ganze Luftsäule getrübt.

Altweibersommer-Flugfäden Altweibersommer-Flugfäden · gossamer / ballooning spider silk

Von Jungspinnen im Spätsommer ausgesponnene Seidenfäden, an denen sich die Tiere vom Wind forttragen lassen. Erkennbar an den silbrig im Gegenlicht schimmernden Fäden, die über Stoppelfeldern und Wiesen treiben oder sich an Zäunen fangen; die Erscheinung tritt bei ruhigem, sonnigem Hochdruckwetter im September auf.

Hochatmosphäre & Airglow 13 Einträge

Mesosphären- & Stratosphärenwolken

Leuchtende Nachtwolken Leuchtende Nachtwolken (NLC) · noctilucent clouds

Höchste Wolken der Erde: In rund 83 km Höhe gefriert Wasserdampf an Meteorstaub, wenn die Mesopause im Sommer auf unter minus 120 Grad abkühlt. Erkennbar am silbrig-blauen, fein gefaserten Leuchten tief im Nordhimmel während der Dämmerung, wenn alle gewöhnlichen Wolken bereits dunkel im Erdschatten stehen. Cirrus dagegen wird von unten angestrahlt und verliert sein Licht früh.

NLC Typ I – Schleier NLC Typ I – Schleier · NLC type I veils

Schwächste und strukturloseste Form der leuchtenden Nachtwolken: ein gleichmäßiger, milchig-blauer Schleier ohne erkennbare Bänderung, der oft nur den Hintergrund für kräftigere Typen bildet. Erkennbar daran, dass die Fläche völlig glatt bleibt und meist die untere Begrenzung des NLC-Feldes markiert; ohne Vergleich mit hellen Bändern wird sie leicht für Dunst gehalten.

NLC Typ II – Bänder NLC Typ II – Bänder · NLC type II bands

Häufigste auffällige Form: lange, annähernd parallele Streifen, die das NLC-Feld durchziehen und durch großräumige Schwerewellen in der Mesosphäre entstehen. Erkennbar an den weit auseinanderliegenden, geradlinig bis leicht gebogen verlaufenden Bändern mit dunklen Zwischenräumen. Von den Wogen des Typs III unterscheidet sie der deutlich größere Abstand der Streifen.

NLC Typ III – Wogen NLC Typ III – Wogen · NLC type III billows

Feine, dicht gestellte Wellen oder Kämme innerhalb der leuchtenden Nachtwolken, hervorgerufen von kurzwelligen Schwerewellen und Windscherung. Erkennbar am kammartigen, an Sandrippel erinnernden Muster mit nur kleinen Abständen, das den breiten Bändern häufig aufsitzt. Der Maßstab ist das sichere Unterscheidungsmerkmal gegenüber Typ II.

NLC Typ IV – Wirbel NLC Typ IV – Wirbel · NLC type IV whirls

Seltenste Struktur der leuchtenden Nachtwolken: ringförmig eingerollte Partien, in denen sich die Schicht durch Instabilität oder Scherung verdreht hat. Erkennbar an geschlossenen Ösen oder spiralig gebogenen Bögen, die aus dem übrigen Band herausbrechen. Solche Wirbel halten oft nur Minuten und lohnen deshalb eine Serienaufnahme.

Polare Stratosphärenwolken Typ I Polare Stratosphärenwolken Typ I · polar stratospheric clouds type I

Wolken aus gefrorener Salpetersäure und Wasser, die sich im Polarwinter in rund 15 bis 25 km Höhe bei unter minus 78 Grad bilden und die Ozonchemie mit antreiben. Erkennbar an blassen, wenig strukturierten Schleiern in der Dämmerung, die deutlich weniger farbig leuchten als die Perlmuttwolken vom Typ II.

Perlmuttwolken Perlmuttwolken (PSC Typ II) · nacreous / mother-of-pearl clouds

Polare Stratosphärenwolken aus reinem Wassereis mit sehr gleichmäßig kleinen Tröpfchen: Deren Beugung erzeugt die kräftigsten Farben am Winterhimmel. Erkennbar an leuchtend irisierenden Perlmuttbändern, die nach Sonnenuntergang noch lange von unten angestrahlt bleiben, weil sie weit über der Troposphäre stehen. Irisierende Wolken im Alltag sind viel tiefer und erlöschen mit der Dämmerung.

Airglow

Airglow Airglow (Nachthimmelsleuchten) · airglow / nightglow

Schwaches Eigenleuchten der oberen Atmosphäre: Tagsüber von der Sonne aufgespaltene Moleküle finden nachts wieder zusammen und geben die Energie als Licht ab. Für das Auge kaum wahrnehmbar, erkennbar erst auf langbelichteten Aufnahmen an grünlich-rötlichen Schleiern und Streifen über dem gesamten Himmel. Anders als Polarlicht bleibt es ortsfest und zeigt keine schnellen Bewegungen.

Grünes Airglow Grünes Airglow (Sauerstoff) · green oxygen-line airglow

Kräftigste Airglow-Komponente: Sauerstoffatome strahlen bei 557,7 nm aus einer dünnen Schicht um 90 bis 100 km Höhe. Erkennbar am gleichmäßig grünlichen Grundton, den lange Belichtungen über dem ganzen Himmel zeigen. Vom Polarlicht unterscheidet ihn, dass er weder Bögen noch Strahlen bildet und nicht auf den Nordhimmel beschränkt ist.

Rotes Airglow Rotes Airglow (Sauerstoff) · red oxygen-line airglow

Emission des atomaren Sauerstoffs bei 630 nm aus rund 250 bis 300 km Höhe, also weit oberhalb der grünen Schicht. Erkennbar an einem schwachen, großflächig rötlichen Ton, der sich dem grünen Leuchten überlagert. Weil das Licht sehr schwach ist, wird es nur bei sehr dunklem Himmel und langer Belichtung sichtbar.

Natrium-Airglow Natrium-Airglow (orange) · sodium-layer airglow

Leuchten der Natriumschicht in etwa 90 km Höhe, gespeist aus verdampftem Meteoritenmaterial; die Emission liegt bei 589 nm. Erkennbar an einem schwachen orangegelben Anteil im Airglow, der spektral genau der Farbe alter Natriumdampflampen entspricht. Von Lichtverschmutzung unterscheidet er sich dadurch, dass er nicht vom Horizont aufsteigt, sondern gleichmäßig hoch am Himmel liegt.

Schwerewellen-Bänder im Airglow Schwerewellen-Bänder im Airglow · gravity-wave airglow bands

Atmosphärische Schwerewellen aus Gebirgen oder Gewittern laufen bis in die Mesosphäre und verdichten dort abwechselnd die leuchtende Schicht. Erkennbar am regelmäßigen Streifenmuster, das auf langbelichteten Nachtaufnahmen den ganzen Himmel überzieht. Anders als Wolken bewegen sich die Bänder kaum und heben sich erst nach kräftiger Kontrastanhebung deutlich hervor.

Mesosphärische Bore Mesosphärische Bore · mesospheric bore

Seltene Wellenfront in der Mesosphäre, die als scharfe Stufe durch die Airglow-Schicht läuft und hinter sich eine Reihe paralleler Wellen zieht. Erkennbar an der klaren, geradlinigen Vorderkante mit deutlich unterschiedlicher Helligkeit davor und dahinter. Gewöhnliche Schwerewellen-Bänder haben dagegen keine solche einseitige Sprungkante.

Polarlicht 38 Einträge

Grundformen & Strukturen

Polarlicht Polarlicht (Aurora) · aurora / polar lights

Leuchten der Hochatmosphäre, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds entlang der Erdmagnetfeldlinien einfallen und Sauerstoff und Stickstoff zum Strahlen anregen. Erkennbar an Bögen, Bändern und Strahlen, die stets senkrecht zum Horizont strukturiert sind, weil sie den Feldlinien folgen. Diese Vertikalstruktur unterscheidet Polarlicht sicher von jeder Wolke und von Lichtverschmutzung.

Nordlicht Nordlicht · aurora borealis / northern lights

Polarlicht der Nordhalbkugel, dessen Oval normalerweise über Skandinavien, Island und Kanada liegt und bei starken Stürmen bis Mitteleuropa herabreicht. Von Deutschland aus erkennbar als rötlicher Schein knapp über dem Nordhorizont, oft nur fotografisch; die grünen Partien bleiben dann unter dem Horizont verborgen.

Südlicht Südlicht · aurora australis / southern lights

Spiegelbild des Nordlichts auf der Südhalbkugel, über Antarktis, Tasmanien, Neuseeland und dem südlichen Südamerika. Physikalisch identisch und meist zeitgleich, weil dieselben Feldlinien beide Hemisphären verbinden. Auf Fotos erkennbar allein am Sternhimmel des Südens, etwa am Kreuz des Südens und den Magellanschen Wolken.

Polarlichtbogen Polarlichtbogen · auroral arc

Ruhigste Grundform: ein gleichmäßiger, glatter Bogen, der sich von Horizont zu Horizont über den Nordhimmel spannt und das Polarlichtoval nachzeichnet. Erkennbar an der scharfen Unterkante und dem nach oben weich auslaufenden Rand, ohne innere Strahlenstruktur. Aus dem Bogen entwickeln sich bei zunehmender Aktivität Bänder und Strahlen.

Polarlichtband Polarlichtband · auroral band

Aus dem ruhigen Bogen hervorgegangene, in sich gefaltete Struktur, die sich mit steigender Aktivität krümmt und wellt. Erkennbar an den Biegungen und Schleifen entlang des Verlaufs, während der reine Bogen glatt bleibt. Bänder bewegen sich sichtbar und ändern ihre Form innerhalb von Minuten.

Polarlichtvorhang Polarlichtvorhang (Draperie) · auroral curtain / drapery

Ein Band, das sich so stark faltet, dass es wie ein aufgehängter Stoffvorhang wirkt. Erkennbar an den dicht gestellten senkrechten Falten mit hellem, oft grünem Unterrand und rötlich auslaufenden Spitzen. Der räumliche Eindruck entsteht dadurch, dass man das Faltenwerk schräg von der Seite sieht.

Strahlen Strahlen (Beams) · auroral rays / beams

Einzelne, scharf abgegrenzte Lichtsäulen, die dem Verlauf der Magnetfeldlinien folgen und deshalb streng senkrecht stehen. Erkennbar an den langen, stiftartigen Strichen mit hellem Fuß, die im Bild oft leicht zum Zenit hin zusammenlaufen. Diese perspektivische Flucht ist der sicherste Hinweis auf Polarlicht.

Polarlicht-Korona Polarlicht-Korona · auroral corona

Eindruck, der entsteht, wenn Strahlen direkt über dem Beobachter stehen: Die parallelen Säulen scheinen perspektivisch aus einem Punkt nahe dem Zenit zu strahlen. Erkennbar an der sternförmigen Anordnung um den magnetischen Zenit. Die Korona ist keine eigene Form, sondern eine Blickrichtung, und tritt nur bei kräftiger Aktivität auf.

Polarlicht-Spiralen Polarlicht-Spiralen · auroral spirals

Große Wirbel im Polarlichtband, die durch Scherströmungen in der Magnetosphäre entstehen und sich über hunderte Kilometer erstrecken. Erkennbar an den eingerollten, kommaförmigen Bögen, die sich meist nach Westen fortpflanzen. Sie treten während der explosiven Phase eines Substurms auf und halten nur wenige Minuten.

Diffuses Polarlicht Diffuses Polarlicht · diffuse aurora

Strukturloses, flächiges Leuchten, das von gestreut einfallenden Elektronen aus dem Strahlungsgürtel stammt. Erkennbar an dem gleichmäßig grauen bis blassgrünen Schleier ohne Bögen oder Strahlen, der sich über weite Himmelsbereiche legt. Ohne Vergleich wird er leicht für hohe Bewölkung gehalten; Sterne bleiben jedoch scharf hindurch sichtbar.

Fleckige Aurora Fleckige Aurora · patchy aurora

Diffuses Polarlicht, das in unregelmäßige Flecken zerfällt: unscharf begrenzte Leuchtinseln von einigen zehn Kilometern Größe, meist am Morgenhimmel nach dem Substurm. Erkennbar an dem wolkenartigen Muster ohne senkrechte Strahlen. Häufig pulsieren die Flecken zugleich, was sie eindeutig als Polarlicht ausweist.

Pulsierende Aurora Pulsierende Aurora · pulsating aurora

Fleckige Aurora, deren Helligkeit rhythmisch an- und abschwillt, weil Wellen in der Magnetosphäre Elektronen im Takt von einigen Sekunden ausschütten. Erkennbar am Blinken einzelner Flecken, die unabhängig voneinander hell werden. Dokumentieren lässt sich das nur mit einem Video, weil ein Standbild lediglich einen Zustand zeigt.

Flackernde Aurora Flackernde Aurora · flickering aurora

Sehr schnelle Helligkeitsschwankungen von mehreren Hertz innerhalb heller Polarlichtstrukturen, ausgelöst von Wellen unmittelbar über der Leuchtschicht. Erkennbar nur in Hochgeschwindigkeitsaufnahmen als flimmernde Flecken; auf einem gewöhnlichen Foto verwischt das Flackern zu gleichmäßiger Helligkeit. Vom sekundenweisen Pulsieren trennt es die weitaus höhere Frequenz.

Flammende Aurora Flammende Aurora · flaming aurora

Wellen von Helligkeit, die während starker Aktivität rasch von unten zum Zenit hinauflaufen. Erkennbar an der klaren Laufrichtung nach oben, die sich im Sekundentakt wiederholt und an emporzüngelnde Flammen erinnert. Ein Einzelbild zeigt davon nichts, weshalb sich für diese Form eine Bildserie oder ein Video empfiehlt.

Schwarze Aurora Schwarze Aurora · black aurora

Scharf begrenzte dunkle Lücken innerhalb einer hellen Polarlichtfläche, in denen der Elektronenstrom durch nach unten gerichtete Feldstrukturen unterdrückt wird. Erkennbar an den schwarzen Bändern oder Ringen, die selbst Struktur zeigen und mitwandern. Anders als eine davorliegende Wolke verdecken sie die Sterne nicht.

Polarlicht-Dünen Polarlicht-Dünen · auroral dunes

Erst 2020 wissenschaftlich beschriebene Form, bei der eine mesosphärische Wellenfront in rund 100 km Höhe die Sauerstoffdichte streifenweise moduliert. Erkennbar am gleichmäßigen grünen Wellenmuster, das waagerecht liegt und an Sandrippel erinnert. Anders als Strahlen stehen die Streifen quer statt senkrecht und ändern ihre Form kaum.

Omega-Bänder Omega-Bänder · omega bands

Große Ausbuchtungen an der Nordkante des Polarlichtovals, die in der Erholungsphase eines Substurms ostwärts wandern. Erkennbar an der Form des griechischen Omega, die sich aus hellen Zungen und dazwischenliegenden dunklen Buchten ergibt. Sichtbar wird das Muster meist nur in Weitwinkelaufnahmen des gesamten Himmels.

Polarlicht-Fackeln Polarlicht-Fackeln · auroral torches

Helle, kurzlebige Verdickungen an der Unterkante eines Polarlichtbogens, die während der Substurmphase nach oben ausschlagen. Erkennbar an den einzelnen, besonders leuchtstarken Bündeln, die aus dem sonst gleichmäßigen Bogen herausragen. Sie dauern oft nur Sekunden und markieren Stellen mit besonders kräftigem Teilcheneinfall.

Auroral Streamer Auroral Streamer · auroral streamer

Schmale, sich rasch polwärts ausdehnende Strukturen, die entstehen, wenn schnelle Plasmaströme aus dem Magnetschweif Richtung Erde schießen. Erkennbar an den fingerartigen Fortsätzen, die sich vom Hauptbogen nach Norden aus dem Oval herausschieben. Ihre schnelle, gerichtete Bewegung unterscheidet sie von ruhenden Bändern.

Perlschnur-Aurora Perlschnur-Aurora · auroral beads

Der Polarlichtbogen zerfällt kurz vor dem Ausbruch eines Substurms in regelmäßig aneinandergereihte Wülste. Erkennbar an der Kette gleich großer, gleichmäßig beabstandeter Verdickungen entlang der Bogenunterkante, die an eine Perlenschnur erinnert. Das Muster gilt als zuverlässiges Anzeichen dafür, dass die explosive Phase binnen Minuten beginnt.

Protonen-Polarlicht Protonen-Polarlicht · proton aurora

Von Protonen statt Elektronen erzeugtes Leuchten: Die Teilchen fangen unterwegs Elektronen ein, werden neutral und verlassen dadurch die Feldlinien. Erkennbar am diffusen, strukturlosen Fleck ohne senkrechte Strahlen, meist im Nachmittagssektor des Ovals. Der größte Teil der Strahlung liegt im Ultravioletten, weshalb es visuell blass bleibt.

Cusp-Aurora Cusp-Aurora (Tagseiten-Aurora) · cusp / dayside aurora

Polarlicht über dem magnetischen Trichter, durch den Sonnenwindteilchen auf der Tagseite unmittelbar bis in die Atmosphäre gelangen. Erkennbar am rötlichen Ton, weil die weichen Teilchen nur hohe Schichten erreichen. Beobachtbar nur aus sehr hohen Breiten wie Spitzbergen während der Polarnacht, wenn die Tagseite dennoch dunkel ist.

Theta-Aurora Theta-Aurora (Transpolarbogen) · theta aurora / transpolar arc

Bei nordwärts gerichtetem interplanetarem Magnetfeld spannt sich ein sonnenausgerichteter Bogen quer durch die Polarkappe. Zusammen mit dem umgebenden Oval ergibt das von oben die Form des griechischen Buchstabens Theta. Erkennbar ist die Struktur praktisch nur auf Satellitenaufnahmen des gesamten Polargebiets, nicht vom Boden aus.

Polarkappenbogen Polarkappenbogen · polar cap arc

Schwacher, sonnenausgerichteter Bogen innerhalb der Polarkappe, also polwärts des eigentlichen Ovals, ebenfalls an nordwärtiges Magnetfeld gebunden. Erkennbar daran, dass er vom Beobachter aus nicht im Norden, sondern hoch am Himmel oder südlich davon steht. Er ist lichtschwach und langlebig, anders als die bewegten Bänder des Ovals.

Pferdekragen-Aurora Pferdekragen-Aurora · horse-collar aurora

Konfiguration, bei der sich das Oval auf der Tagseite stark verbreitert und zwei Bögen wie ein Kummet um eine dunkle, polarlichtfreie Mitte legen. Erkennbar an der kragenförmigen Doppelstruktur mit ausgespartem Zentrum. Wie der Transpolarbogen zeigt sie sich nur in Gesamtansichten der Polarkappe aus dem Orbit.

Konjugiertes Polarlicht Konjugiertes Polarlicht (beide Pole) · conjugate aurora

Weil dieselben Feldlinien Nord- und Südhalbkugel verbinden, entsteht das Polarlicht an beiden Enden nahezu gleichzeitig und in ähnlicher Form. Nachweisbar nur, wenn Aufnahmen von magnetisch zusammengehörigen Orten beider Hemisphären verglichen werden. Kleine Unterschiede entstehen durch die ungleiche Beleuchtung und Leitfähigkeit der beiden Ionosphären.

Fragmentierte auroraähnliche Emissionen Fragmentierte auroraähnliche Emissionen · fragmented aurora-like emissions (FAE)

Nur wenige Kilometer große Leuchtflecken am Polrand des Ovals, über Spitzbergen entdeckt und seit 2021 beschrieben. Erkennbar daran, dass sie keine senkrechte Ausdehnung entlang der Feldlinien zeigen und meist unter einer Minute bestehen. Sie entstehen offenbar nicht durch einfallende Teilchen, sondern durch erhitzte Elektronen der Ionosphäre selbst.

Farben des Polarlichts

Grünes Polarlicht Grünes Polarlicht (Sauerstoff, ~100 km) · green aurora

Häufigste Polarlichtfarbe: Angeregter atomarer Sauerstoff strahlt bei 557,7 nm aus etwa 100 bis 150 km Höhe, wo die Luft dicht genug ist, dass der Übergang rasch erfolgt. Erkennbar am kräftigen Grün, das die Unterkante von Bögen und Vorhängen bildet. Es ist die einzige Polarlichtfarbe, die das dunkeladaptierte Auge zuverlässig sieht.

Rotes Polarlicht Rotes Polarlicht (Sauerstoff, ~200–250 km) · red aurora

Ebenfalls atomarer Sauerstoff, aber bei 630 nm aus über 200 km Höhe: Der Übergang dauert fast zwei Minuten und gelingt nur dort, wo Stöße selten sind. Erkennbar an den rötlichen Spitzen über grünen Vorhängen. Aus Mitteleuropa sieht man bei starken Stürmen oft nur diesen roten Teil, weil das Grün unter dem Horizont bleibt.

Blaues Polarlicht Blaues Polarlicht (Stickstoff-Ionen) · blue aurora

Emission ionisierten Stickstoffs bei 427,8 nm aus tiefen Schichten um 100 km und darunter, die kräftigen Teilcheneinfall voraussetzt. Erkennbar am blauen Saum an den unteren Rändern sehr heller Strukturen. Häufig tritt der blaue Anteil erst hervor, wenn die Oberkante zusätzlich von der Sonne beschienen wird.

Violettes Polarlicht Violettes Polarlicht · purple / violet aurora

Mischfarbe aus blauem Stickstoffleuchten und rotem Sauerstoff, oft in den oberen Bereichen sehr aktiver Strukturen. Erkennbar am violetten Ton hoch über den grünen Partien, meist in der Dämmerung, wenn Sonnenlicht die hohen Schichten noch erreicht. Von STEVE unterscheidet ihn, dass er Teil einer bogenförmigen Struktur im Norden bleibt.

Pinkes Polarlicht Pinkes Polarlicht (tiefer Stickstoff) · pink aurora

Rosa Saum an der Unterkante heller Polarlichter: Molekularer Stickstoff strahlt unterhalb von etwa 100 km, wo besonders energiereiche Elektronen eindringen. Erkennbar an dem schmalen pinken Band direkt unter der grünen Zone, das nur bei kräftiger Aktivität auftritt. Es zeigt an, wie tief die Teilchen vordringen.

Weißes Polarlicht Weißes Polarlicht (Farbmischung) · white aurora

Bei sehr hellen Ereignissen überlagern sich grüne, rote und blaue Anteile so stark, dass die Struktur weißlich oder grauweiß erscheint. Erkennbar daran, dass die Farben erst auf dem Foto wieder hervortreten, während das Auge nur Helligkeit registriert. Auch schwaches Polarlicht wirkt weißgrau, weil das Farbsehen bei geringer Helligkeit versagt.

Verwandte Phänomene & Dynamik

STEVE STEVE · STEVE (Strong Thermal Emission Velocity Enhancement)

Schmales, purpurnes Lichtband, das von Ost nach West quer über den Himmel läuft und deutlich südlicher als das Polarlichtoval steht. Es entsteht nicht durch einfallende Teilchen, sondern durch Reibungswärme in einem sehr schnellen Ionenstrom, gilt daher nicht als Polarlicht im engeren Sinn. Erkennbar an der geraden, gleichmäßig schmalen Bahn ohne Faltenwerk.

Picket Fence Picket Fence (Lattenzaun) · picket fence

Reihe kurzer, grüner senkrechter Streifen, die unterhalb oder neben dem purpurnen STEVE-Band stehen. Erkennbar am regelmäßigen Abstand der Striche, der an einen Lattenzaun erinnert. Anders als STEVE selbst geht das Leuchten auf angeregte Teilchen zurück, doch der Vorgang läuft weit südlicher ab als beim gewöhnlichen Polarlicht.

SAR-Bogen SAR-Bogen · stable auroral red (SAR) arc

Stabiler roter Bogen, der bei 630 nm leuchtet, weil Energie aus dem Ringstrom die Ionosphäre von oben aufheizt, ohne dass Teilchen einfallen. Erkennbar am gleichmäßigen, extrem lichtschwachen roten Band, das über Stunden nahezu unverändert steht. Genau diese Bewegungslosigkeit trennt ihn vom roten Polarlicht, das ständig seine Form ändert.

Auroraler Substorm Auroraler Substorm · auroral substorm

Grundzyklus der Polarlichtaktivität: Der Magnetschweif speichert Energie, entlädt sie plötzlich und schickt Teilchen zur Erde. Erkennbar am typischen Ablauf im Zeitraffer, bei dem ein ruhiger Bogen zunächst heller wird, dann ausbricht und schließlich in fleckiges Pulsieren zerfällt. Ein Durchgang dauert meist ein bis drei Stunden.

Auroral Breakup Auroral Breakup (Explosionsphase) · auroral breakup

Höhepunkt des Substurms: Der Bogen bricht binnen Minuten auf, dehnt sich polwärts aus und füllt den Himmel mit schnell bewegten Strahlen und Wirbeln. Erkennbar an der plötzlichen Helligkeitszunahme und den Bewegungen von Sekunde zu Sekunde. Für Aufnahmen muss die Belichtungszeit jetzt deutlich verkürzt werden, sonst verwischt die Struktur.

Astronomische Himmelsereignisse 97 Einträge

Sonnenfinsternis & Begleitphänomene

Totale Sonnenfinsternis Totale Sonnenfinsternis · total solar eclipse

Der Mond bedeckt die Sonnenscheibe vollständig, weil sein Kernschatten die Erdoberfläche trifft; die Totalitätszone ist nur rund 100 bis 250 km breit. Erkennbar daran, dass die Korona sichtbar wird, die Helligkeit auf Dämmerungsniveau fällt und Sterne erscheinen. Nur in dieser Phase darf ohne Filter fotografiert werden.

Partielle Sonnenfinsternis Partielle Sonnenfinsternis · partial solar eclipse

Nur der Halbschatten des Mondes streift den Beobachtungsort, sodass ein Teil der Sonnenscheibe bedeckt bleibt. Erkennbar an der angebissenen Sichelform der Sonne, die stets einen Filter erfordert. Selbst bei über neunzig Prozent Bedeckung bleibt die Umgebung erstaunlich hell, und weder Korona noch Sterne werden sichtbar.

Ringförmige Sonnenfinsternis Ringförmige Sonnenfinsternis · annular solar eclipse

Der Mond steht in Erdferne und erscheint zu klein, um die Sonne ganz zu bedecken; der Kernschatten endet vor der Erdoberfläche. Erkennbar am gleichmäßig hellen Ring, der rings um die schwarze Mondscheibe stehen bleibt. Weil die Photosphäre nie verschwindet, bleibt ein Filter durchgehend nötig und die Korona unsichtbar.

Hybride Sonnenfinsternis Hybride Sonnenfinsternis · hybrid solar eclipse

Seltene Finsternis, die entlang ihres Verlaufs von ringförmig zu total und wieder zurück wechselt, weil die Erdkrümmung den Abstand zum Mond geringfügig verändert. Erkennbar nur im Vergleich von Aufnahmen verschiedener Orte derselben Finsternis. Am Übergang zeigen sich besonders ausgeprägte Perlschnur-Erscheinungen.

Perlschnurphänomen Perlschnurphänomen (Baily's Beads) · Baily's beads

Kurz vor und nach der Totalität scheint Sonnenlicht nur noch durch die Täler am Mondrand. Erkennbar an der Kette einzelner heller Lichtpunkte entlang des Randes, die binnen Sekunden erlischt. Die Perlen zeigen unmittelbar das Höhenprofil des Mondrands und markieren den Beginn oder das Ende der Totalität.

Diamantring-Effekt Diamantring-Effekt · diamond ring effect

Die letzte oder erste Perle der Baily-Kette leuchtet allein, während die Korona bereits als Ring sichtbar ist. Erkennbar an dem einzelnen, überstrahlenden Lichtpunkt auf einem zarten Ring, der genau wie ein Ring mit Stein wirkt. Er dauert nur ein bis zwei Sekunden und markiert den Rand der Totalität.

Sonnenkorona Sonnenkorona (bei Totalität) · solar corona

Äußere, über eine Million Grad heiße Atmosphäre der Sonne, die nur bei totaler Finsternis sichtbar wird, weil sie millionenfach schwächer ist als die Scheibe. Erkennbar am perlweißen Strahlenkranz mit sehr großem Helligkeitsumfang. Ihre Form verrät den Stand des Sonnenzyklus: rund im Maximum, an den Polen abgeflacht im Minimum.

Koronale Streamer Koronale Streamer · coronal streamers

Langgezogene, helle Ausläufer der Korona, die geschlossenen Magnetfeldbögen über aktiven Gebieten folgen. Erkennbar an den spitz zulaufenden Fahnen, die weit über den Mondrand hinausreichen, oft mehrere Sonnenradien weit. Über den Polen stehen stattdessen kurze, feine Polbüschel, an denen sich die Feldstruktur ablesen lässt.

Chromosphärensaum Chromosphärensaum (Flash) · chromosphere flash

Dünne, rötliche Schicht zwischen Photosphäre und Korona, die für wenige Sekunden am Rand aufblitzt, wenn die Sonne gerade verschwindet oder wieder auftaucht. Erkennbar am schmalen pinkroten Bogen unmittelbar an der Mondkante. Er ist die Quelle des Namens Flash-Spektrum und lohnt eine sehr kurze Belichtung.

Protuberanzen Protuberanzen · solar prominences

Kühle, dichte Gasbögen, die vom Magnetfeld über der Sonnenoberfläche gehalten werden und im Licht des Wasserstoffs rot leuchten. Bei totaler Finsternis erkennbar als rosarote Zungen und Bögen direkt am Mondrand. Ohne Finsternis werden sie nur mit Spezialfilter sichtbar, weil die Photosphäre sie sonst überstrahlt.

Fliegende Schatten Fliegende Schatten (Schattenbänder) · eclipse shadow bands

Sekunden vor und nach der Totalität huschen schwache, unregelmäßige Streifen über helle Flächen am Boden. Ursache ist das Szintillieren der schmalen Sonnensichel an Luftschlieren, ähnlich dem Funkeln der Sterne. Erkennbar nur auf hellem, glattem Untergrund wie einem ausgelegten Laken; für Aufnahmen ist ein Video das geeignete Mittel.

Herannahender Kernschatten Herannahender Kernschatten · approaching umbral shadow

Der Mondschatten rast mit weit über tausend Kilometern pro Stunde über die Erde und ist als dunkle Wand am Himmel zu sehen. Erkennbar daran, dass sich der Horizont in Richtung des heranziehenden Schattens rapide verfinstert, während die Gegenseite noch hell bleibt. Der Eindruck ist am stärksten mit freiem Blick nach Westen.

360°-Dämmerungshorizont 360°-Dämmerungshorizont · 360° twilight horizon

Während der Totalität steht man in einem nur wenige hundert Kilometer breiten Schatten, während ringsum noch Tag herrscht. Erkennbar am orangeroten Dämmerungsband, das den gesamten Horizont in allen Himmelsrichtungen umläuft. Genau dieser Rundum-Effekt unterscheidet die Totalität von einer gewöhnlichen Abenddämmerung.

Sterne & Planeten am Taghimmel Sterne & Planeten am Taghimmel · daytime stars during totality

Fällt die Helligkeit während der Totalität auf Dämmerungsniveau, werden die hellsten Gestirne sichtbar. Erkennbar an Venus und Jupiter nahe der verfinsterten Sonne, bei sehr guten Bedingungen auch an einigen hellen Sternen. Wie viele erscheinen, hängt von der Länge der Totalität und der Durchsicht ab.

Sichelprojektionen Sichelprojektionen (Lochkamera-Effekt) · pinhole crescent projections

Jede kleine Öffnung wirkt als Lochkamera und bildet die teilverfinsterte Sonne ab. Erkennbar an unzähligen Sicheln, die das Blattwerk eines Baumes auf den Boden wirft; im Normalfall wären es runde Lichtflecke. Ein Küchensieb erzeugt denselben Effekt kontrolliert und gut fotografierbar.

Mondfinsternis & Mond

Totale Mondfinsternis Totale Mondfinsternis (Blutmond) · total lunar eclipse / blood moon

Der Mond taucht vollständig in den Kernschatten der Erde, wird aber nicht schwarz: In der Erdatmosphäre gebrochenes und gerötetes Licht erreicht ihn weiterhin. Erkennbar an der kupferroten Färbung der ganzen Scheibe. Wie dunkel und wie rot sie ausfällt, hängt vom Staub- und Aerosolgehalt der Atmosphäre ab.

Partielle Mondfinsternis Partielle Mondfinsternis · partial lunar eclipse

Nur ein Teil des Mondes tritt in den Kernschatten der Erde. Erkennbar an der scharfen, deutlich gekrümmten Schattenkante auf der Mondscheibe, deren Rundung den Erdschatten abbildet. Von einer Mondphase unterscheidet sie sich dadurch, dass der Terminator einer Phase weich verläuft und flacher gekrümmt ist.

Halbschatten-Mondfinsternis Halbschatten-Mondfinsternis · penumbral lunar eclipse

Der Mond durchquert nur den Halbschatten der Erde, in dem die Sonne teilweise bedeckt bleibt. Erkennbar allein an einer leichten, einseitigen Abdunklung der Scheibe, die ohne Vergleichsaufnahme kaum auffällt. Erst ab etwa siebzig Prozent Eintauchtiefe wird der Unterschied auf dem Foto überhaupt sichtbar.

Selenelion Selenelion (Finsternis + Sonne zugleich) · selenelion

Seltener Anblick, bei dem der verfinsterte Mond und die Sonne gleichzeitig über dem Horizont stehen, obwohl sie geometrisch genau gegenüberliegen müssten. Möglich wird das durch die Refraktion, die beide Gestirne anhebt. Erkennbar nur bei völlig freiem Blick auf beide Horizonte, kurz vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang.

Mondphasen Mondphasen · lunar phases

Wechselnder Anteil der beleuchteten Mondhälfte, den wir im Lauf von 29,5 Tagen zu sehen bekommen. Erkennbar an der Lage des Terminators und daran, dass die Hörner der Sichel immer von der Sonne wegzeigen. Der Terminator ist zugleich die beste Zone für Aufnahmen, weil die Krater dort das längste Schattenrelief werfen.

Supermond Supermond · supermoon

Vollmond nahe dem erdnächsten Bahnpunkt: Der Mond steht dann bis zu rund 14 Prozent größer und deutlich heller als in Erdferne. Erkennbar ist der Unterschied nur im direkten Größenvergleich zweier Aufnahmen mit gleicher Brennweite. Der oft beschriebene Riesenmond am Horizont geht dagegen auf die Mondtäuschung zurück.

Minimond Minimond (Mikromond) · micromoon

Gegenstück zum Supermond: Vollmond in Erdferne, mit dem kleinsten und lichtschwächsten Scheibchen des Jahres. Erkennbar wiederum nur im Vergleich mit einer Supermond-Aufnahme derselben Brennweite. Fällt eine ringförmige Sonnenfinsternis in diese Bahnphase, ist der Zusammenhang unmittelbar zu sehen.

Mondtäuschung Mondtäuschung · moon illusion

Der Mond wirkt am Horizont deutlich größer als hoch am Himmel, obwohl er messbar gleich groß bleibt und dort sogar minimal kleiner erscheint. Es handelt sich um eine reine Wahrnehmungstäuschung des Gehirns. Nachweisbar mit zwei Aufnahmen gleicher Brennweite: Auf dem Bild sind beide Scheiben praktisch identisch.

Goldener Henkel Goldener Henkel · Golden Handle / Jewelled Handle

Bei passendem Sonnenstand ragen die Gipfel des Juragebirges am Mond noch ins Licht, während das Tiefland darunter im Schatten liegt. Erkennbar am hellen, gebogenen Lichtbogen, der frei in der dunklen Seite zu schweben scheint. Sichtbar wird er nur wenige Stunden lang, kurz nach dem ersten Viertel.

Erdschein Erdschein (aschgraues Mondlicht) · earthshine / Da Vinci glow

Die von der Erde reflektierte Sonnenstrahlung beleuchtet den Nachtteil des Mondes schwach mit. Erkennbar an der matt grau schimmernden Restscheibe neben der hellen Sichel, sichtbar vor allem wenige Tage vor und nach Neumond. Die Helligkeit schwankt mit der Bewölkung auf der der Sonne zugewandten Erdhälfte.

Mond-X und Mond-V Mond-X und Mond-V (am Terminator) · Lunar X and Lunar V

Sonnenlicht trifft die Kraterränder an bestimmten Stellen des Terminators so, dass die beleuchteten Kanten die Buchstaben X und V nachzeichnen. Erkennbar als helle Zeichen, die frei in der noch dunklen Zone stehen. Das Fenster ist eng: Der Effekt hält nur wenige Stunden um das erste Viertel.

Türkiser Ozonsaum Türkiser Ozonsaum (totale Mondfinsternis) · turquoise ozone fringe

Am Rand des Erdschattens absorbiert die Ozonschicht das rote Licht stärker als das blaue, sodass eine schmale türkisfarbene Zone bleibt. Erkennbar am blaugrünen Saum zwischen dem kupferroten Kernschatten und dem hellen Halbschattenbereich. Er tritt erst auf gut belichteten Fotos deutlich hervor, dem Auge entgeht er meist.

Planeten & Konjunktionen

Konjunktion Konjunktion (Begegnung am Himmel) · conjunction

Zwei Gestirne stehen in derselben Blickrichtung, obwohl sie räumlich weit voneinander entfernt sind. Erkennbar an dem auffällig geringen Abstand von Mond, Planeten oder hellen Sternen auf einer einzigen Aufnahme. Weil sich Planeten unterschiedlich schnell bewegen, ändert sich das Bild schon von Nacht zu Nacht deutlich.

Große Konjunktion Große Konjunktion · great conjunction

Begegnung von Jupiter und Saturn, die sich nur etwa alle zwanzig Jahre wiederholt, weil sich ihre Umlaufzeiten so verhalten. Erkennbar an den beiden hellsten Objekten des Abendhimmels dicht beieinander. Kommen sie einander besonders nah, zeigt schon ein kleines Teleskop beide Planeten samt Monden in einem Bildfeld.

Planetenparade Planetenparade · planetary alignment / planet parade

Mehrere Planeten stehen gleichzeitig entlang der Ekliptik am Himmel, was ein perspektivischer Effekt ist und keine tatsächliche Aufreihung im Raum. Erkennbar an der Kette heller, nicht funkelnder Lichtpunkte, die einem gemeinsamen Bogen folgt. Diese Bogenlinie ist zugleich der sicherste Beleg, dass es sich um Planeten handelt.

Opposition eines Planeten Opposition eines Planeten · planetary opposition

Der Planet steht der Sonne von der Erde aus genau gegenüber, ist also die ganze Nacht sichtbar und zugleich erdnah. Erkennbar an maximaler Helligkeit und größtem Scheibchen, mit Kulmination um Mitternacht. Bei Mars ändert sich die Helligkeit dabei besonders stark, weil sein Abstand zur Erde am meisten schwankt.

Morgenstern & Abendstern Morgenstern & Abendstern (Venus) · Venus as morning / evening star

Venus bleibt als innerer Planet immer nahe der Sonne und ist deshalb nur in der Dämmerung zu sehen, je nach Bahnstellung morgens oder abends. Erkennbar am mit Abstand hellsten sternartigen Punkt am Dämmerungshimmel, der ruhig statt funkelnd leuchtet. Im Fernglas zeigt sie Phasen wie der Mond.

Größter Glanz der Venus Größter Glanz der Venus · Venus at greatest brilliancy

Venus erreicht ihre maximale Helligkeit, wenn sich das wachsende Scheibchen und die abnehmende beleuchtete Phase am günstigsten ergänzen, etwa fünf Wochen vor oder nach der unteren Konjunktion. Erkennbar daran, dass sie dann bis zu minus 4,9 mag hell wird und am Taghimmel auffindbar bleibt. Im Fernglas erscheint sie als schmale Sichel.

Venus am Taghimmel Venus am Taghimmel · daytime visibility of Venus

Bei größtem Glanz ist Venus hell genug, um sich gegen das blaue Tageslicht zu behaupten. Erkennbar als winziger weißer Punkt, der sich am leichtesten findet, wenn der Mond in der Nähe steht und als Wegweiser dient. Nötig sind sehr klare, dunstfreie Luft und eine abgeschattete Sonne.

Merkurtransit Merkurtransit · transit of Mercury

Merkur zieht vor der Sonnenscheibe vorbei, was etwa dreizehnmal pro Jahrhundert geschieht. Erkennbar an einem kleinen, tiefschwarzen, scharf begrenzten Punkt, der in mehreren Stunden über die Scheibe wandert. Von einem Sonnenfleck unterscheidet er sich durch die perfekte Kreisform, die Schwärze und die sichtbare Eigenbewegung.

Venustransit Venustransit · transit of Venus

Venus vor der Sonne, in Paaren mit acht Jahren Abstand und dann über hundert Jahren Pause; der nächste folgt erst 2117. Erkennbar am deutlich größeren schwarzen Scheibchen als bei Merkur. Am Rand zeigt sich der Tropfeneffekt, und ein feiner Lichtring verrät die Atmosphäre der Venus.

Sternbedeckung durch den Mond Sternbedeckung durch den Mond · lunar occultation

Der Mond schiebt sich vor einen Stern, der dadurch schlagartig verschwindet. Erkennbar an dem übergangslosen Erlöschen, weil der Mond keine Atmosphäre besitzt, die das Licht allmählich dämpfen könnte. Am unbeleuchteten Rand ist der Anblick am eindrucksvollsten, weil der Stern dort scheinbar ins Nichts fällt.

Streifende Sternbedeckung Streifende Sternbedeckung · grazing occultation

Der Stern verläuft genau entlang des Mondrands und wird von Bergen wiederholt verdeckt und wieder freigegeben. Erkennbar am mehrfachen Blinken innerhalb weniger Minuten. Der Streifen auf der Erde, aus dem das sichtbar ist, misst nur wenige Kilometer, weshalb genaue Ortsplanung nötig ist.

Planetenbedeckung durch den Mond Planetenbedeckung durch den Mond · lunar occultation of a planet

Der Mond bedeckt einen Planeten, der anders als ein Stern eine kleine Scheibe zeigt. Erkennbar daran, dass das Verschwinden nicht schlagartig erfolgt, sondern ein bis zwei Sekunden dauert, während der Mondrand über das Scheibchen wandert. Besonders lohnend sind Bedeckungen von Venus, Jupiter und Saturn.

Sternbedeckung durch Asteroiden Sternbedeckung durch Asteroiden · asteroid occultation

Ein Kleinplanet zieht vor einem Stern vorbei und lässt ihn für Sekunden verschwinden. Erkennbar nur in einer zeitlich genau protokollierten Videoaufnahme als kurzer Helligkeitseinbruch. Aus vielen Beobachtungen entlang des Schattenpfads lässt sich der Umriss des Asteroiden rekonstruieren, weshalb Amateurdaten hier wissenschaftlich zählen.

Venusschatten Venusschatten · shadows cast by Venus

Bei größtem Glanz und wirklich dunklem Himmel wirft Venus einen erkennbaren Schatten. Erkennbar als sehr schwacher, aber scharf begrenzter Schattenwurf auf frischem Schnee oder einer weißen Fläche. Voraussetzung ist völlige Abwesenheit von Mondlicht und künstlicher Beleuchtung, sonst geht der Effekt unter.

Meteore

Sternschnuppe Sternschnuppe (Meteor) · meteor / shooting star

Leuchtspur eines meist millimetergroßen Staubkorns, das mit mehreren zehn Kilometern pro Sekunde eintritt und in etwa 80 bis 120 km Höhe verglüht. Erkennbar am geraden, sekundenkurzen Strich. Von einem Flugzeug unterscheidet ihn auf dem Foto, dass die Spur ungleichmäßig hell ist und keine unterbrochenen Blinklichter zeigt.

Feuerkugel Feuerkugel · fireball

Meteor, der mindestens die Helligkeit der Venus erreicht, also etwa minus 4 mag. Erkennbar an der auffälligen Helligkeit, die den Boden kurz erhellen kann, und an der oft grünlichen oder rötlichen Färbung. Größere Brocken zerbrechen dabei und hinterlassen mehrere Einzelspuren.

Bolide Bolide (Superbolide) · bolide / superbolide

Besonders helle Feuerkugel, die den Vollmond übertrifft und beim Zerplatzen oft hörbar wird; ab etwa minus 17 mag spricht man von einem Superboliden. Erkennbar an einem oder mehreren Helligkeitsausbrüchen entlang der Bahn, bei denen der Körper auseinanderbricht. Solche Ereignisse können Meteorite bis zum Boden bringen.

Tageslicht-Feuerkugel Tageslicht-Feuerkugel · daylight fireball

Meteor, der so hell wird, dass er sich gegen den Tageshimmel durchsetzt. Erkennbar an der weißen Spur mit anschließender, minutenlang stehender Rauchfahne, die häufig noch fotografiert werden kann, wenn die Erscheinung selbst längst vorbei ist. Meldungen aus mehreren Orten erlauben die Rekonstruktion der Bahn.

Erdstreifer Erdstreifer · earthgrazer

Meteoroid, der die Atmosphäre nur streift und wieder in den Weltraum zurückkehrt, statt zu verglühen. Erkennbar an der außergewöhnlich langen, flachen Bahn, die vielfach über den halben Himmel reicht und mehrere Sekunden dauert. Die Bahn beginnt typischerweise dicht am Horizont nahe dem Radianten.

Nachleuchtspur Nachleuchtspur (Meteorzug) · persistent train

Nach hellen Meteoren bleibt für Sekunden bis Minuten eine leuchtende Spur zurück, weil ionisierte Luft rekombiniert und angeregte Atome nachstrahlen. Erkennbar an dem schwachen, oft grünlichen Band, das sich unter dem Höhenwind rasch verformt und verdriftet. Diese Verformung unterscheidet es klar von einem Kondensstreifen.

Rauchspur Rauchspur · meteor smoke trail

Staubige Hinterlassenschaft eines großen Meteoroiden, die im Tageslicht oder in der Dämmerung als graues Band sichtbar bleibt. Erkennbar an der zunächst geraden Spur, die der Höhenwind binnen Minuten zu Schleifen und Zickzacklinien verzieht. Sie besteht aus Material, während die Nachleuchtspur selbst leuchtet.

Meteoritenfall Meteoritenfall · meteorite fall

Überlebt ein Körper den Eintritt, tritt er nach dem Erlöschen der Leuchtspur in den dunklen Flug ein und fällt fast senkrecht zu Boden. Erkennbar am Ende der Feuerkugel: ein deutliches Zerbrechen in großer Höhe, gefolgt von Überschallknallen nach ein bis mehreren Minuten. Fotos mehrerer Standorte helfen bei der Suche nach dem Streufeld.

Meteorprozession Meteorprozession · meteor procession

Ein flach eintretender Körper zerbricht, und die Bruchstücke ziehen als Reihe in gleicher Richtung nebeneinander über den Himmel. Erkennbar an der Kette parallel laufender Leuchtpunkte, die gemeinsam mehrere zehn Sekunden lang unterwegs sind. Das Ereignis ist außerordentlich selten und historisch nur wenige Male dokumentiert.

Meteorstrom Meteorstrom · meteor shower

Die Erde durchquert die Staubspur eines Kometen oder Asteroiden, sodass in wenigen Nächten deutlich mehr Meteore auftreten. Erkennbar daran, dass sich die rückwärts verlängerten Spuren in einem gemeinsamen Punkt treffen. Auf Fotos lässt sich die Stromzugehörigkeit erst belegen, wenn mehrere Aufnahmen auf diesen Radianten hin ausgerichtet werden.

Radiant Radiant · radiant

Perspektivischer Fluchtpunkt eines Meteorstroms: Die parallel einfallenden Teilchen scheinen aus einer Stelle des Himmels zu kommen, nach der der Strom benannt ist. Erkennbar auf kombinierten Aufnahmen, wenn sich die verlängerten Spuren in einem Punkt schneiden. Meteore direkt am Radianten erscheinen kurz, weit entfernte dagegen lang.

Meteorausbruch Meteorausbruch · meteor outburst

Kurzzeitig erhöhte Aktivität eines Stroms, wenn die Erde ein besonders dichtes Staubfilament trifft. Erkennbar an Raten weit über dem üblichen Niveau, oft nur für ein bis zwei Stunden und mit vom Kalender abweichendem Zeitpunkt. Solche Ereignisse lassen sich aus den Bahnen der Staubspuren mittlerweile recht gut vorhersagen.

Meteorsturm Meteorsturm · meteor storm

Extremste Form des Ausbruchs, definiert ab etwa tausend Meteoren pro Stunde. Erkennbar daran, dass ununterbrochen Spuren fallen und der Radiant deutlich hervortritt. Die Leoniden lieferten solche Stürme zuletzt 1966, 1999 und 2001; zwischen den Ereignissen liegen meist Jahrzehnte.

Meteorströme im Jahreslauf

Quadrantiden Quadrantiden (Januar) · Quadrantids

Aktivster Strom des Jahresbeginns mit Maximum um den 3. Januar; der Radiant liegt im nördlichen Bootes, im Gebiet des alten Sternbilds Mauerquadrant. Erkennbar am extrem schmalen Maximum von nur wenigen Stunden, das leicht verpasst wird. Der Radiant steht erst in den Morgenstunden hoch genug.

Lyriden Lyriden (April) · Lyrids

Strom des Kometen Thatcher mit Maximum um den 22. April und Radiant nahe der Wega in der Leier. Erkennbar an vergleichsweise schnellen, oft hellen Meteoren mit gelegentlichen Nachleuchtspuren. Der Radiant steht die ganze Nacht günstig, weil die Leier im Frühjahr hoch am Himmel steht.

Eta-Aquariiden Eta-Aquariiden (Mai) · Eta Aquariids

Vom Halleyschen Kometen gespeist, mit Maximum um den 6. Mai und Radiant im Wassermann. Erkennbar an sehr schnellen Meteoren mit häufigen Nachleuchtspuren, weil die Erde dem Strom fast frontal entgegenläuft. Von Mitteleuropa aus ungünstig, da der Radiant erst kurz vor der Morgendämmerung aufgeht.

Süd-Delta-Aquariiden Süd-Delta-Aquariiden (Juli) · Southern Delta Aquariids

Breiter, flacher Strom mit Maximum um den 30. Juli und Radiant im südlichen Wassermann. Erkennbar an mittelschnellen, eher lichtschwachen Meteoren ohne ausgeprägtes Maximum. Die Aktivität überlappt mit dem Beginn der Perseiden, sodass die Zuordnung nur über den Radianten gelingt.

Alpha-Capricorniden Alpha-Capricorniden (Juli) · Alpha Capricornids

Schwacher Strom mit Maximum um den 30. Juli, dessen Radiant im Steinbock liegt. Erkennbar an ungewöhnlich langsamen Meteoren, unter denen auffallend viele helle Feuerkugeln sind. Gerade diese geringe Geschwindigkeit unterscheidet sie sicher von den gleichzeitig aktiven Delta-Aquariiden.

Perseiden Perseiden (August) · Perseids

Bekanntester Strom Mitteleuropas, gespeist vom Kometen Swift-Tuttle, mit Maximum um den 12. bis 13. August und Radiant im Perseus. Erkennbar an schnellen, oft hellen Meteoren mit häufigen Nachleuchtspuren. Der Radiant steigt in der zweiten Nachthälfte hoch, weshalb die Raten gegen Morgen deutlich zunehmen.

Draconiden Draconiden (Oktober) · Draconids

Strom des Kometen Giacobini-Zinner mit Maximum um den 8. Oktober und Radiant im Kopf des Drachen. Erkennbar an sehr langsamen Meteoren und daran, dass der Radiant schon am Abend hoch steht. In den meisten Jahren unauffällig, gelegentlich jedoch mit heftigen Ausbrüchen.

Orioniden Orioniden (Oktober) · Orionids

Zweiter Strom des Halleyschen Kometen, Maximum um den 21. Oktober, Radiant nahe der Keule des Orion. Erkennbar an sehr schnellen Meteoren mit häufigen Nachleuchtspuren, ähnlich den Eta-Aquariiden. Anders als im Mai steht der Radiant von Mitteleuropa aus die halbe Nacht günstig.

Tauriden Tauriden (Oktober/November) · Taurids

Zwei breite, langgestreckte Zweige aus dem Material des Kometen Encke, aktiv über Wochen mit flachem Maximum Anfang November. Erkennbar an sehr langsamen Meteoren und einem hohen Anteil an Feuerkugeln. Die niedrigen Stundenraten täuschen: Kein anderer Strom liefert im Herbst so viele auffällig helle Erscheinungen.

Leoniden Leoniden (November) · Leonids

Strom des Kometen Tempel-Tuttle mit Maximum um den 17. November und Radiant im Löwen. Erkennbar an den schnellsten Meteoren überhaupt, mit rund 71 Kilometern pro Sekunde, und an häufigen Nachleuchtspuren. Alle etwa 33 Jahre, im Takt des Kometenumlaufs, sind Meteorstürme möglich.

Geminiden Geminiden (Dezember) · Geminids

Ergiebigster Strom des Jahres mit Maximum um den 14. Dezember und Radiant nahe Castor in den Zwillingen. Ungewöhnlich ist der Ursprung: nicht ein Komet, sondern der Asteroid Phaethon. Erkennbar an mittelschnellen, kräftig hellen Meteoren; der Radiant steht die ganze Nacht hoch.

Ursiden Ursiden (Dezember) · Ursids

Unauffälliger Strom des Kometen Tuttle mit Maximum um den 22. Dezember, dessen Radiant beim Kleinen Bären liegt. Erkennbar daran, dass der Radiant zirkumpolar ist und die ganze Nacht über hoch steht. Die Raten bleiben niedrig, gelegentlich gab es jedoch überraschende Ausbrüche.

Andromediden Andromediden (historisch) · Andromedids

Einst spektakulärer Strom des zerfallenen Kometen Biela, der 1872 und 1885 Meteorstürme lieferte. Heute nur noch als schwache Aktivität Ende November nachweisbar, weil sich die Staubspur von der Erdbahn fortbewegt hat. Erkennbar an sehr langsamen Meteoren mit Radiant in der Andromeda.

Kometen

Komet Komet · comet

Körper aus Eis und Staub, der sich der Sonne nähert, dabei ausgast und eine Hülle sowie Schweife entwickelt. Erkennbar am diffusen, unscharfen Fleck, der sich von Nacht zu Nacht vor den Sternen verschiebt. Anders als ein Meteor bleibt er über Wochen sichtbar und bewegt sich in einer einzelnen Aufnahme nicht.

Großer Komet Großer Komet · great comet

Selten heller Komet, der ohne Hilfsmittel auffällt und im Gedächtnis bleibt, etwa Hale-Bopp 1997 oder McNaught 2007. Erkennbar am freiäugig sichtbaren Schweif, der sich über viele Grad erstreckt. Solche Erscheinungen lassen sich nicht vorhersagen; im Mittel tritt etwa einer pro Jahrzehnt auf.

Koma Koma · cometary coma

Gas- und Staubhülle, die den Kometenkern umgibt und mehrere hunderttausend Kilometer groß werden kann, während der Kern selbst nur wenige Kilometer misst. Erkennbar am rundlichen, zum Zentrum hin heller werdenden Nebelfleck. Der Kern selbst ist von der Erde aus nie direkt zu sehen.

Staubschweif Staubschweif · dust tail

Vom Strahlungsdruck fortgetriebene Staubkörner bleiben auf der Bahn zurück und bilden einen gekrümmten Schweif. Erkennbar am breiten, gelblich-weißen Band, das im reflektierten Sonnenlicht leuchtet und sichtbar gebogen ist. Diese Krümmung ist das sicherste Merkmal zur Unterscheidung vom geraden Ionenschweif.

Ionenschweif Ionenschweif (Plasmaschweif) · ion / plasma tail

Der Sonnenwind reißt ionisiertes Gas mit und trägt es geradlinig von der Sonne fort. Erkennbar am schmalen, bläulichen Schweif, der exakt der Antisonnenrichtung folgt und feine Strähnen zeigt. Fotografisch tritt das Blau des ionisierten Kohlenmonoxids klar hervor, dem Auge bleibt es meist verborgen.

Gegenschweif Gegenschweif · antitail

Scheinbar zur Sonne hin gerichteter Schweif, der auftritt, wenn die Erde die Bahnebene des Kometen durchquert. Tatsächlich blickt man dabei von der Seite auf groben Staub, der auf der Bahn zurückgeblieben ist. Erkennbar am kurzen Sporn auf der der Sonne zugewandten Seite, meist nur wenige Tage lang.

Schweifabriss Schweifabriss · tail disconnection event

Eine Störung im Sonnenwind, etwa eine Sektorgrenze, trennt den Ionenschweif vom Kometen ab. Erkennbar daran, dass sich auf Aufnahmen aufeinanderfolgender Nächte ein abgelöstes Schweifstück entfernt, während sich schon ein neuer Schweif bildet. Nur der Ionenschweif zeigt dieses Verhalten, der Staubschweif bleibt unverändert.

Helligkeitsausbruch eines Kometen Helligkeitsausbruch eines Kometen · cometary outburst

Plötzlicher Anstieg der Helligkeit um mehrere Größenklassen, wenn eine Kruste des Kerns aufbricht oder ein Stück abplatzt. Erkennbar an der rasch wachsenden, zunächst kompakten und dann diffuser werdenden Koma. Der Ausbruch von 17P/Holmes im Jahr 2007 machte den Kometen binnen Stunden freiäugig sichtbar.

Zodiakallicht & interplanetarer Staub

Zodiakallicht Zodiakallicht (Falsche Dämmerung) · zodiacal light / false dawn

Sonnenlicht, das an interplanetarem Staub in der Ebene des Sonnensystems gestreut wird. Erkennbar am milchigen Lichtkegel, der sich nach dem Ende der astronomischen Dämmerung schräg entlang der Ekliptik erhebt. In Mitteleuropa lohnen sich Frühjahrsabende und Herbstmorgen, weil die Ekliptik dann steil steht; ein dunkler Himmel ist Bedingung.

Zodiakalband Zodiakalband · zodiacal band

Äußerst schwache Fortsetzung des Zodiakallichts, die sich als schmales Band über den Himmel zieht und Zodiakallicht und Gegenschein verbindet. Erkennbar nur unter sehr dunklem Himmel und meist erst nach Bildbearbeitung. Vom Milchstraßenband unterscheidet es der Verlauf entlang der Ekliptik statt entlang der Galaxis.

Gegenschein Gegenschein · gegenschein / counterglow

Aufhellung genau gegenüber der Sonne, wo Staubteilchen das Licht direkt zurückwerfen, ähnlich einem Rückstrahler. Erkennbar an einem diffusen, wenige Grad großen Fleck exakt im Sonnengegenpunkt. Weil er zu den lichtschwächsten Erscheinungen des Nachthimmels zählt, gelingt der Nachweis nur bei Neumond fernab jeder Lichtquelle.

Sonne, Sterne & Deep Sky (freisichtig)

Sonnenflecken Sonnenflecken (mit bloßem Auge) · naked-eye sunspots

Kühlere Gebiete starker Magnetfelder in der Photosphäre, die als dunkle Flecken erscheinen. Erkennbar mit einer geprüften Sonnenfinsternisbrille, sobald eine Gruppe größer als etwa 500 Millionstel der Sonnenscheibe wird. Der Blick ohne Filter bleibt auch im Dunst gefährlich, weil die Infrarotstrahlung ungedämpft durchkommt.

Analemma Analemma (fotografisch) · analemma

Achterförmige Bahn, die die Sonne beschreibt, wenn man sie ein Jahr lang immer zur selben Uhrzeit vom selben Standort aufnimmt. Ursache sind die Neigung der Erdachse und die Exzentrizität der Erdbahn. Erkennbar an der Acht mit ungleich großen Schleifen; nötig ist eine Mehrfachbelichtung von einem starr fixierten Standpunkt.

Milchstraßenband Milchstraßenband · Milky Way band

Blick in die Ebene unserer eigenen Galaxis, in der sich Milliarden Sterne zu einem durchgehenden Lichtband summieren. Erkennbar am hellen, von dunklen Staubbahnen durchzogenen Band, das sich über den ganzen Himmel spannt. Von Mitteleuropa aus ist der helle Teil im Sommer nach Süden zu sehen, ein dunkler Standort vorausgesetzt.

Galaktisches Zentrum Galaktisches Zentrum · galactic centre

Richtung zum Kern der Milchstraße im Sternbild Schütze, wo sich die Sterndichte und damit die Helligkeit des Bandes am stärksten häuft. Erkennbar am breitesten, hellsten Abschnitt mit auffälligen Dunkelwolken. Von Mitteleuropa aus bleibt der Bereich niedrig über dem Südhorizont, weshalb Aufnahmen aus südlicheren Breiten deutlich mehr zeigen.

Große Teilung Große Teilung (Dunkelwolken) · Great Rift / dark nebulae

Vermeintlicher Spalt, der das Milchstraßenband vom Schwan bis zum Schützen längs zu teilen scheint. Tatsächlich handelt es sich um Wolken aus Staub, die das dahinterliegende Sternlicht verschlucken. Erkennbar an den scharf begrenzten schwarzen Bahnen mitten im hellsten Teil des Bandes.

Andromedagalaxie Andromedagalaxie · Andromeda Galaxy

Nächste große Nachbargalaxie in rund 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung und das fernste mit bloßem Auge sichtbare Objekt. Erkennbar als länglicher, blasser Nebelfleck im Sternbild Andromeda, am besten mit indirektem Sehen. Erst auf länger belichteten Aufnahmen erscheint sie um ein Mehrfaches größer als der Vollmond.

Orionnebel Orionnebel · Orion Nebula

Aktive Sternentstehungsregion in etwa 1300 Lichtjahren Entfernung, die von jungen, heißen Sternen zum Leuchten angeregt wird. Erkennbar als nebliger Fleck im Schwert des Orion, schon im Fernglas deutlich flächig. Auf Fotos leuchtet er rot durch Wasserstoff, während das Auge nur ein Graugrün wahrnimmt.

Plejaden Plejaden (Siebengestirn) · Pleiades

Junger offener Sternhaufen im Stier, rund 440 Lichtjahre entfernt. Erkennbar an der kompakten Gruppe, in der das Auge sechs bis sieben Sterne trennt, während Fotos hunderte zeigen. Ein bläulicher Reflexionsnebel umgibt die hellsten Mitglieder und tritt erst bei längerer Belichtung deutlich hervor.

Magellansche Wolken Magellansche Wolken (Südhimmel) · Magellanic Clouds

Zwei Begleitgalaxien der Milchstraße, nur von der Südhalbkugel aus sichtbar. Erkennbar an zwei diffusen, abgelösten Flecken, die wie herausgetrennte Stücke des Milchstraßenbandes wirken. In der Großen Wolke fällt der Tarantelnebel als hellster Knoten auf; eine Verwechslung mit Wolken schließt die Unbeweglichkeit aus.

Emissionsnebel Emissionsnebel (Wasserstoffnebel) · emission nebula

Gaswolke, die von benachbarten heißen Sternen ionisiert wird und im roten Licht des Wasserstoffs bei 656 nm selbst strahlt. Erkennbar auf Aufnahmen am kräftigen Rot; visuell bleibt davon fast nichts übrig, weil das Nachtsehen für Rot unempfindlich ist. Ein Schmalbandfilter hebt solche Nebel auch bei Lichtverschmutzung hervor.

Reflexionsnebel Reflexionsnebel · reflection nebula

Staubwolke, die das Licht naher Sterne nur streut, ohne selbst zu leuchten. Erkennbar an der blauen Farbe, weil feiner Staub kurzwelliges Licht bevorzugt streut, ganz wie der irdische Himmel. Genau dieser Blauton trennt ihn auf Fotos zuverlässig vom roten Emissionsnebel.

Dunkelnebel Dunkelnebel · dark nebula

Kalte, dichte Staubwolke, die das Licht dahinterliegender Sterne abschirmt. Erkennbar an einer scharf begrenzten sternarmen Lücke vor einem sonst reich besetzten Feld, etwa dem Kohlensack oder dem Pferdekopfnebel. Dass die Lücke keine echte Leere ist, verrät die klare Umrisskante.

Nova Nova · nova

Ausbruch auf einem Weißen Zwerg, der Material vom Begleitstern aufsammelt, bis auf dessen Oberfläche Kernfusion zündet. Erkennbar daran, dass an einer zuvor leeren Himmelsstelle binnen Tagen ein neuer Stern auftaucht und über Wochen verblasst. Der Vergleich mit einer älteren Aufnahme derselben Region ist der sicherste Nachweis.

Supernova Supernova (freisichtig) · naked-eye supernova

Endgültige Explosion eines Sterns, bei der er kurzzeitig eine ganze Galaxie überstrahlen kann. In der Milchstraße freiäugig zuletzt 1604 beobachtet; 1987 gelang es in der Großen Magellanschen Wolke. Erkennbar wäre ein neuer, sehr heller Stern, der über Monate langsam verblasst und keine Eigenbewegung zeigt.

Veränderliche Sterne Veränderliche Sterne (Algol, Mira) · naked-eye variable stars

Sterne mit schwankender Helligkeit, sei es durch einen bedeckenden Begleiter wie bei Algol oder durch Pulsation wie bei Mira. Erkennbar am Helligkeitsvergleich mit benachbarten Sternen über mehrere Nächte hinweg. Algol fällt alle 2,87 Tage für einige Stunden merklich ab, Mira schwankt über rund elf Monate.

Sternspuren Sternspuren (Erdrotation) · star trails

Bei langer Belichtung zeichnet die Erddrehung die Sterne als Bogen auf, nicht als Punkt. Erkennbar an konzentrischen Kreisen um den Himmelspol, die auf der Nordhalbkugel nahe Polaris zusammenlaufen. Die Länge der Bögen ergibt sich unmittelbar aus der Belichtungsdauer, nämlich 15 Grad je Stunde.

Heliakischer Aufgang Heliakischer Aufgang · heliacal rising

Erstes Wiedererscheinen eines Sterns in der Morgendämmerung, nachdem er wochenlang von der Sonne überstrahlt wurde. Erkennbar daran, dass das Objekt sehr tief und nur wenige Minuten vor dem Aufhellen des Himmels sichtbar ist. Der heliakische Aufgang von Sirius diente im alten Ägypten als Kalenderzeichen für die Nilflut.

Freiäugige Sternhaufen Freiäugige Sternhaufen (Praesepe, Perseus-Doppelhaufen, Omega Centauri) · naked-eye star clusters

Offene Haufen und Kugelsternhaufen, die hell genug für das bloße Auge sind, etwa Praesepe im Krebs, der Doppelhaufen im Perseus oder Omega Centauri am Südhimmel. Erkennbar als nebliges Fleckchen, das erst im Fernglas in einzelne Sterne zerfällt. Genau dieses Auflösen unterscheidet sie von Galaxien und Gasnebeln.

Mizar und Alkor Mizar und Alkor (Augenprüfer) · naked-eye double star Mizar & Alcor

Sternpaar in der Deichsel des Großen Wagens, das seit jeher als Sehtest gilt. Erkennbar daran, dass sich bei guter Sicht neben dem hellen Mizar der schwächere Alkor abhebt, rund zwölf Bogenminuten entfernt. Ein Teleskop zeigt zusätzlich, dass Mizar selbst ein enges Doppelsystem ist.

Zwischen Meteorologie & Geologie 24 Einträge

Vulkanische Himmelsphänomene

Vulkanische Eruptionssäule Vulkanische Eruptionssäule · volcanic eruption column

Senkrecht aufsteigende Säule aus Asche, Gas und Wasserdampf über einem explosiven Ausbruch, die durch thermischen Auftrieb bis in die Stratosphäre reichen kann. Erkennbar an der schmalen, kräftig quellenden Basis direkt über dem Krater. Anders als eine Gewitterwolke wächst sie aus einem Punkt am Boden und wirkt durch die Asche graubraun.

Vulkanische Aschewolke Vulkanische Aschewolke · volcanic ash cloud

Von der Eruptionssäule abgelöste und mit dem Höhenwind verdriftete Wolke aus feinen Gesteinspartikeln. Erkennbar am schmutzig graubraunen Ton und an den scharf gegen den blauen Himmel abgesetzten Rändern ohne flauschige Struktur. Für den Flugverkehr ist sie gefährlich, weil sie sich optisch kaum von gewöhnlichem Dunst abheben muss.

Aschefall Aschefall (Ascheregen) · ashfall

Absinken der Aschepartikel aus der Wolke zu Boden, oft hunderte Kilometer von der Quelle entfernt. Erkennbar an einer gleichmäßigen grauen Staubschicht auf allen Oberflächen und an trübem, diesigem Licht bei ausbleibendem Niederschlag. Anders als Schnee schmilzt die Auflage nicht und ist auffallend schwer.

Vulkanische Schirmwolke Vulkanische Schirmwolke · umbrella cloud

Erreicht die Eruptionssäule ihre Auftriebsgrenze, breitet sie sich dort seitlich aus. Erkennbar an der pilz- oder schirmförmigen Kappe mit scharfer Oberkante, die sich radial in alle Richtungen ausdehnt, auch gegen den Wind. Die Struktur entspricht dem Amboss eines Gewitters, hat jedoch eine vulkanische Quelle.

Vulkanblitze Vulkanblitze (schmutziges Gewitter) · volcanic lightning / dirty thunderstorm

Aneinander reibende Aschepartikel laden sich elektrostatisch auf, sodass sich in der Eruptionssäule Blitze entladen. Erkennbar an den Entladungen direkt in der grauen Aschewolke, häufig dicht über dem Krater und ohne jeden Regen. Ein gewöhnliches Gewitter setzt Eisphase und Niederschlag voraus, hier genügt trockene Reibung.

Vulkanische Rauchringe Vulkanische Rauchringe · volcanic vortex rings

Ein kreisrunder Schlot stößt Gas so stoßartig aus, dass sich ein geschlossener Wirbelring bildet. Erkennbar am nahezu perfekten weißen Ring aus kondensiertem Wasserdampf, der langsam aufsteigt und sich dabei weitet. Solche Ringe sind selten und wurden vor allem am Ätna und am Stromboli beobachtet.

Vog Vog (vulkanischer Smog) · vog / volcanic smog

Dunst aus Schwefeldioxid, das in der Luft zu Sulfat-Aerosol umgewandelt wird und weite Gebiete überzieht. Erkennbar am milchig-bläulichen Schleier mit stark verminderter Fernsicht, oft von schwefligem Geruch begleitet. Anders als eine Aschewolke wirkt Vog weißlich und diffus statt körnig grau.

Laze Laze (Lavadampfwolke) · laze / lava haze

Entsteht, wo glühende Lava ins Meer fließt: Das Wasser verdampft schlagartig, und aus dem Meersalz bildet sich Salzsäure. Erkennbar an der weißen, kräftig aufsteigenden Dampffahne genau an der Küstenlinie, angereichert mit feinen Glaspartikeln. Die Wolke ist ätzend und trotz ihres harmlosen Aussehens gefährlich.

Lavaglühen an Wolken Lavaglühen an Wolken · volcanic glow on clouds

Der glühende Krater oder ein Lavasee beleuchtet die darüberliegende Dampf- und Wolkenschicht von unten. Erkennbar am orangeroten Schein, der nachts aus der Wolke selbst zu kommen scheint, während der Krater unsichtbar bleiben kann. Bewölkung verstärkt den Effekt, weshalb er oft noch aus großer Entfernung bemerkt wird.

Pyroklastischer Strom Pyroklastischer Strom (Glutlawine) · pyroclastic flow / nuée ardente

Kollabiert die Eruptionssäule, rast ein Gemisch aus heißem Gas und Gesteinsbruch mit hoher Geschwindigkeit hangabwärts. Erkennbar an der bodennah dahinschießenden, dunklen Wolke, die dem Gelände folgt, statt aufzusteigen. Diese Bodenbindung unterscheidet ihn eindeutig von der aufwärts gerichteten Eruptionssäule.

Seismisch & geothermisch

Erdbebenlichter Erdbebenlichter · earthquake lights

Umstrittene Leuchterscheinungen, die im Zusammenhang mit Erdbeben berichtet werden, etwa als Kugeln, Blitze oder flächiger Schein. Als Ursache werden elektrische Ladungen bei Spannungsänderungen im Gestein diskutiert, ein gesicherter Mechanismus fehlt bislang. Erkennbar ist auf Aufnahmen kein eindeutiges Merkmal, denn Funkenüberschläge an beschädigten Stromleitungen erklären viele der kursierenden Videos; Zuordnungen sollten deshalb zurückhaltend erfolgen.

Geysir-Dampfsäule Geysir-Dampfsäule · geyser steam column

Überhitztes Grundwasser wird stoßweise ausgeworfen und verdampft in der kalten Luft zu einer Wolke. Erkennbar an der pilzförmigen weißen Dampfsäule, die einer Wasserfontäne folgt und rasch verweht. Anders als beim Vulkan bleibt alles rein weiß, weil kein Aschematerial beteiligt ist.

Fumarolendampf Fumarolendampf · fumarole steam

Aus Spalten im vulkanischen Untergrund entweichen fortlaufend Wasserdampf und Gase, die beim Abkühlen kondensieren. Erkennbar an den ruhigen, dünnen weißen Fahnen aus dem Boden, oft an vielen Stellen zugleich und ohne jede Eruptionsdynamik. Gelbliche Schwefelablagerungen an den Austritten sind ein zusätzliches Kennzeichen.

Irrlichter und Erdlichter Irrlichter und Erdlichter (Hessdalen-Lichter) · will-o'-the-wisp / ghost lights

Sammelbegriff für bodennahe Leuchterscheinungen; klassische Irrlichter werden auf sich selbst entzündende Sumpfgase zurückgeführt. Erkennbar an schwachen, tief über feuchtem Grund schwebenden Lichtpunkten. Die norwegischen Hessdalen-Lichter sind trotz jahrzehntelanger Messungen ungeklärt, und viele Sichtungen erweisen sich als Fahrzeuglichter oder Planeten.

Grenzbereich Erde & Atmosphäre

Waldbrand Waldbrand · wildfire

Vegetationsbrand, dessen Rauch, Hitze und Aufwind eigenes Wettergeschehen erzeugen. Erkennbar an der braungrauen Rauchfahne mit scharfer Unterkante über der Brandzone und an der dadurch tiefrot verfärbten Sonne. Bei starker Hitzefreisetzung bildet sich über der Rauchsäule eine eigene Quellwolke.

Trockenrisse Trockenrisse · desiccation cracks

Feinkörniger Schlamm schrumpft beim Austrocknen und reißt dabei in ein Netz auf. Erkennbar an den überwiegend sechseckigen Platten mit nach oben gebogenen Rändern, typisch für ausgetrocknete Seeböden und Pfützen. Frostmusterböden zeigen dagegen sortiertes Grobmaterial an den Rändern statt scharfer Trockenkanten.

Gletscher Gletscher · glacier

Aus verdichtetem Schnee entstandenes Eis, das unter dem eigenen Gewicht talwärts fließt. Erkennbar an Spaltenmustern, an Moränen als seitlichen Schuttstreifen und an der bläulichen Färbung des kompakten Eises. Das Blau entsteht, weil dichtes Eis rotes Licht absorbiert, und ist an frischen Bruchkanten am kräftigsten.

Gletscherkalbung Gletscherkalbung · glacier calving

Abbrechen von Eismassen an der Front eines Gletschers, der ins Wasser mündet. Erkennbar an der aufplatzenden Bruchfläche, der auslaufenden Flutwelle und den treibenden Eisbrocken davor. Der Knall trifft erst nach dem sichtbaren Abbruch ein, was in Videos den Abstand verrät.

Gletscher-Eishöhle Gletscher-Eishöhle · glacier ice cave

Schmelzwasser gräbt Kanäle in den Gletscher, die im Winter bei niedrigem Wasserstand begehbar bleiben. Erkennbar am intensiv blauen Licht im Inneren, das durch das darüberliegende Eis gefiltert wird, und an den geriffelten Schmelzwänden. Die Hohlräume sind instabil und verändern sich von Jahr zu Jahr.

Wellen Wellen (Windsee, Brandung) · waves / surf

Vom Wind über der Wasseroberfläche erzeugte Schwerewellen, deren Höhe von Windstärke, Wirkdauer und Streichlänge abhängt. Erkennbar an kurzen, steilen und ungeordneten Kämmen in der Windsee, während Dünung als lange, regelmäßige Wellen aus der Ferne einläuft. In der Brandung kippen die Kämme, weil der flache Grund sie bremst.

Sturmwellen Sturmwellen (Orkanwellen) · storm waves

Bei anhaltendem Orkan über langer Strecke wachsen die Wellen zu mehreren Metern Höhe an. Erkennbar an den weit verwehten Gischtstreifen in Windrichtung und an dem vom Schaum weiß überzogenen Wasser. Diese Schaumstreifen sind auf einem Foto das sicherste Kennzeichen der obersten Windstärken.

Staublawine Staublawine · powder avalanche

Trockener, lockerer Neuschnee löst sich und wirbelt beim Abgang zu einer Wolke aus feinen Kristallen auf. Erkennbar an der weißen, staubartigen Wolke, die dem Hang folgt und über die eigentliche Anrissbahn hinausreicht. Nassschneelawinen wirken dagegen kompakt, körnig und hinterlassen deutliche Schollen.

Meteotsunami Meteotsunami · meteotsunami

Vom Wetter ausgelöste Flutwelle: Eine rasch ziehende Druckstörung oder Böenfront regt eine Welle an, die sich in Buchten aufschaukelt. Erkennbar am plötzlichen Wasserstandssprung ohne Erdbeben, oft mehrfach im Abstand weniger Minuten. Anders als einer Sturmflut fehlt ihr jede stundenlange Vorlaufzeit.

Meeresleuchten Meeresleuchten (Biolumineszenz, Milchsee) · bioluminescent sea / milky sea

Einzeller wie Noctiluca leuchten bei mechanischer Reizung auf, sodass Wellen und Bootsspuren blau aufglimmen. Erkennbar an dem Licht, das genau dort entsteht, wo das Wasser bewegt wird. Der weit seltenere Milchsee leuchtet dagegen flächig und dauerhaft und geht auf Bakterien zurück.

Anthropogene Himmelserscheinungen (Randbereich) 21 Einträge

Luftfahrt & Industrie

Persistente Kondensstreifen Persistente Kondensstreifen (Kondensstreifen-Zirren) · persistent contrail / cirrus homomutatus

Aus Triebwerksabgasen kondensiert Wasserdampf an Rußpartikeln; ist die Höhenluft eisübersättigt, bleibt der Streifen bestehen und wächst zu einer künstlichen Cirruswolke. Erkennbar an der geraden Spur, die sich über Stunden verbreitert, ausfranst und schließlich ganze Himmelsbereiche milchig überzieht. Der WMO-Atlas führt sie als Cirrus homomutatus.

Aerodynamische Kondensstreifen Aerodynamische Kondensstreifen · aerodynamic contrail

Nicht durch Abgase, sondern durch den Druckabfall an Tragflächen und Wirbelkernen entsteht der Streifen, wenn die Luft feucht genug ist. Erkennbar daran, dass er unmittelbar an der Flügelspitze oder Klappe beginnt statt am Triebwerk und meist nach wenigen Sekunden verschwindet. Typisch beim Start und in engen Kurven.

Distrail Distrail (Auflösungsstreifen) · dissipation trail / distrail

Umkehrung des Kondensstreifens: Ein Flugzeug durchfliegt eine dünne, unterkühlte Wolkenschicht und löst dort das Gefrieren aus, sodass die Tröpfchen ausfallen. Erkennbar am klaren, geraden Streifen freien Himmels mitten in einer geschlossenen Wolkendecke. Verwandt mit dem runden Hole-Punch, der beim Steig- oder Sinkflug entsteht.

Kondensstreifenschatten Kondensstreifenschatten · contrail shadow

Ein hoher Kondensstreifen wirft seinen Schatten auf eine tiefere Wolkenschicht oder in dunstige Luft. Erkennbar an dem dunklen Strich neben oder unter dem hellen Streifen, der bei tiefstehender Sonne perspektivisch verlängert erscheint. Weil es sich um Perspektive handelt, kann der Schatten scheinbar auf den Beobachter zulaufen.

Schiffsspuren Schiffsspuren (in Wolkendecken) · ship tracks

Abgaspartikel von Schiffen liefern zusätzliche Kondensationskerne, sodass sich über den Fahrtrouten hellere Wolken mit kleineren Tröpfchen bilden. Erkennbar an langen, geradlinig hellen Streifen in einer Stratocumulusdecke über dem Meer, meist nur auf Satellitenbildern. Vom Boden aus sind sie praktisch nicht auszumachen.

Industrieschnee Industrieschnee · industrial snow

Bei Inversionswetterlage und Frost liefern Kühlturm- und Industrieabgase Feuchte und Kondensationskerne, sodass sich örtlich Schnee bildet. Erkennbar daran, dass der Schneefall auf einen schmalen Streifen in Windrichtung hinter der Quelle begrenzt bleibt, während es ringsum trocken ist. Die Kristalle sind meist klein und körnig.

Pilzwolke Pilzwolke (Explosionswolke) · mushroom cloud

Eine sehr heiße, plötzlich freigesetzte Gasmenge steigt als Blase auf, saugt Luft und Staub nach und formt so den charakteristischen Stiel mit Kappe. Erkennbar an dem Wirbelring in der Kappe und der scharfen Auftriebsgrenze. Große Explosionen erzeugen zusätzlich eine weiße Kondensationskappe durch den Druckabfall der Stoßwelle.

Wolkenscheibe Wolkenscheibe (Prandtl-Glauert-Kegel) · vapor cone

Bei transsonischem Flug fällt hinter der Verdichtungszone der Druck kurzzeitig so stark ab, dass die Luft ihren Taupunkt unterschreitet. Erkennbar an der kegel- oder scheibenförmigen weißen Wolke, die das Flugzeug für den Bruchteil einer Sekunde umhüllt. Sie ist kein Beweis für das Durchbrechen der Schallmauer und braucht feuchte Luft.

Licht & Raumfahrt

Lichtverschmutzung Lichtverschmutzung (Skyglow) · light pollution / skyglow

Künstliches Licht wird an Luftmolekülen und Aerosolen gestreut und hellt den Nachthimmel großflächig auf. Erkennbar an der orangefarbenen, inzwischen häufig weiß-bläulichen Aufhellung über Ortschaften, die zum Horizont hin zunimmt. Anders als Airglow oder Polarlicht hat der Schein einen festen Ursprung am Boden und wandert nicht.

Satellitenüberflug Satellitenüberflug · satellite pass

Ein Satellit wird von der Sonne beschienen, während der Beobachter bereits im Erdschatten steht. Erkennbar am gleichmäßig hellen Punkt, der ohne Blinklichter und ohne Geräusch stetig über den Himmel zieht und am Rand des Erdschattens allmählich verlischt. Flugzeuge dagegen blinken und ziehen mit Geräusch vorbei.

ISS-Überflug ISS-Überflug · ISS pass

Die Internationale Raumstation ist mit ihren großen Solarflächen das hellste künstliche Objekt am Himmel und kann Venus übertreffen. Erkennbar am sehr hellen, ruhig ziehenden Punkt, der in wenigen Minuten von West nach Ost läuft. Sie blinkt nicht und verblasst beim Eintritt in den Erdschatten sichtbar.

Satelliten-Flare Satelliten-Flare · satellite flare

Kurzes Aufblitzen, wenn eine ebene Fläche eines Satelliten das Sonnenlicht direkt zum Beobachter spiegelt. Erkennbar an der Helligkeitsspitze mitten in einer sonst gleichmäßigen Bahn, die binnen Sekunden ansteigt und wieder abfällt. Auf einer Strichspuraufnahme zeigt sich das als spindelförmige Verdickung.

Iridium-Flare Iridium-Flare (historisch) · Iridium flare

Die Satelliten der ersten Iridium-Generation besaßen drei glatte Antennenflächen, die vorhersagbare, extrem helle Blitze erzeugten. Erkennbar waren sie an bis zu minus 8 mag hellen Aufleuchtungen, heller als jeder Planet. Seit dem Austausch der Flotte bis 2019 gibt es sie nicht mehr; die Nachfolger flaren nicht.

Kurz nach dem Aussetzen fliegen die Satelliten einer Startcharge noch dicht hintereinander auf derselben Bahn. Erkennbar an der Perlenkette gleich heller Punkte, die in identischem Abstand über den Himmel zieht. Nach einigen Wochen verteilen sie sich auf ihre Zielbahnen, und die Kette löst sich auf.

Raketenstart-Dämmerungsphänomen Raketenstart-Dämmerungsphänomen · rocket launch twilight phenomenon

Startet eine Rakete in der Dämmerung, gelangt ihre Abgasfahne in eine Höhe, die noch von der Sonne beschienen wird, während es am Boden bereits dunkel ist. Erkennbar an der hell leuchtenden, sich rasch ausdehnenden Wolke am dunklen Himmel. Das Ereignis ist minutenlang und oft über hunderte Kilometer sichtbar.

Weltraumqualle Weltraumqualle (Raketenabgasfahne) · space jellyfish / rocket plume

Ausprägung des Dämmerungsphänomens, bei der sich die Abgasfahne im Vakuum kegelförmig weitet, während der Flugkörper als heller Punkt vorausläuft. Erkennbar am Schirm mit nachhängenden Schleiern, der an eine Qualle erinnert. Die Form entsteht, weil der Gegendruck fehlt und sich das Gas ungehindert ausbreitet.

Treibstoffablass-Spirale Treibstoffablass-Spirale · fuel dump spiral

Eine ausgebrannte, rotierende Oberstufe lässt Resttreibstoff ab, der im Vakuum gefriert und das Sonnenlicht streut. Erkennbar an der nahezu perfekten, langsam wachsenden Spirale oder Scheibe am Nachthimmel. Die Regelmäßigkeit der Figur schließt jede natürliche Ursache aus.

Leuchtwolken von Forschungsraketen Leuchtwolken von Forschungsraketen · rocket vapor release clouds

Höhenforschungsraketen setzen gezielt Barium, Strontium oder Trimethylaluminium frei, um Winde und Felder in der oberen Atmosphäre sichtbar zu machen. Erkennbar an grünen, roten oder violetten Wolken, die sich in Minuten verformen und die Strömung nachzeichnen. Die ungewöhnlich kräftigen, künstlichen Farben unterscheiden sie vom Polarlicht.

Wiedereintritt Wiedereintritt (Raumfahrzeug, Weltraumschrott) · spacecraft / debris re-entry

Ein Objekt tritt in die Atmosphäre ein und zerbricht unter der Reibungshitze in viele Bruchstücke. Erkennbar an der langsamen, flachen Bahn, die deutlich länger als eine halbe Minute dauert, und an den gemeinsam ziehenden Einzelfragmenten. Ein natürlicher Meteor ist erheblich schneller und bleibt meist ein einzelner Strich.

Künstlich ausgelöste Blitze Künstlich ausgelöste Blitze · rocket- / laser-triggered lightning

In der Forschung werden Blitze provoziert, indem eine kleine Rakete einen dünnen Draht in ein geladenes Gewitter zieht oder ein Laser einen leitfähigen Kanal ionisiert. Erkennbar am ungewöhnlich geraden, senkrechten Kanal ohne die typischen Verästelungen. Solche Aufnahmen entstehen fast nur an speziellen Versuchsanlagen.

ISS-Transit vor Sonne oder Mond ISS-Transit vor Sonne oder Mond · ISS solar / lunar transit

Die Raumstation zieht als schwarze Silhouette vor der Sonnen- oder Mondscheibe vorbei. Erkennbar an der winzigen, aber deutlich gegliederten Form mit erkennbaren Solarflächen. Der Durchgang dauert höchstens etwa eine Sekunde, weshalb eine Serienaufnahme mit sehr kurzer Belichtung und genaue Ortsplanung nötig sind.

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